Infektionsschutzgerechtes Lüften

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Übertragungswege von Krankheitserregern in der Luft: über Tröpfchen in einem Abstand von ein bis zwei Metern und über Aerosole bei einem Abstand von mehr als zwei Metern.
Bild: C. Jehn, VBG

Krankheitserreger (z. B. Grippeviren, SARS-CoV-2) können über die Luft durch Einatmen von Tröpfchen und/oder von Aerosolen übertragen werden, die z. B. beim Sprechen, Husten, Niesen und Singen entstehen. Daher ist gerade in Zeiten einer Epidemie ein ausreichender Luftaustausch von Innenraumluft mit frischer Außenluft wichtig, um die Ansteckungsgefahr zu verringern.

Die in der Atemluft vorhandenen Tröpfchen haben eine Größe > 5 μm, während Aerosole feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel und Tröpfchenkerne mit einem Durchmesser von < 5 μm sind. Aufgrund ihrer Größe sinken Tröpfchen schneller zu Boden, während Aerosole auch über eine längere Zeit in der Luft verbleiben und sich somit in geschlossenen Räumen nach allen Seiten verteilen können. Daher ist insbesondere im Umkreis von ein bis zwei Metern um eine infizierte Person die Wahrscheinlichkeit einer Exposition gegenüber Tröpfchen und Aerosolen erhöht und die Wahrung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zu anderen Personen wichtig.

Bei einem längeren Aufenthalt in schlecht oder nicht belüfteten Innenräumen erhöht sich aufgrund der Verteilung und Anreicherung von belasteten Aerosolen in der Innenraumluft die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auch über größere Distanzen als zwei Meter. Durch eine ausreichende Lüftung der Räume mit frischer Außenluft verringert sich die Aerosolkonzentration in der Innenraumluft (Verdünnungseffekt).

Als ein Anhaltspunkt für das richtige Lüften von Innenräumen kann auch während einer Epidemie die CO2-Konzentration dienen. Es sollte allerdings deutlich intensiver und häufiger als in "normalen Zeiten" gelüftet und der empfohlene Wert von 1.000 ppm nach ASR A3.6 "Lüftung" möglichst unterschritten werden. Als Empfehlung gilt eine CO2-Konzentration in Innenräumen in Höhe von 800 ppm für den Lüftungszeitpunkt.

Empfehlungen zum Infektionsschutzgerechtem Lüften:

  • Eine ausreichende Frischluftzufuhr von außen durch regelmäßiges Stoßlüften sicherstellen, ggf. Dauerlüften mit Kippstellung der Fenster.
  • Insbesondere Unterrichts-, Besprechungs- und Seminarräume, aber auch andere Räume, die von mehreren Personen genutzt werden, vor und nach Benutzung ausgiebig lüften.
  • Zeitliche Lüftungsabstände an die Anzahl der Personen anpassen.
  • Ein rechtzeitiges Erinnern an das Lüften kann über die CO2-Konzentration durch Berechnung mit der "CO2-Timer"-App oder Messen mit "CO2-Ampeln" oder ähnlichen Geräten erfolgen. (Hinweis: Zu normalen Zeiten sind bis zu 1000 ppm CO2 akzeptabel, zu Zeiten der Epidemie sollte dieser Wert möglichst unterschritten werden

Ansprechpartnerin

Dr. Simone Peters

Gefahrstoffe: Umgang - Schutzmaßnahmen

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Michael Protsch

Unfallkasse Hessen

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