Fragen und Antworten

Corona-Regelungen
  • Die Lehrberechtigung meiner Lehrkräfte Erste Hilfe / betrieblicher Sanitätsdienst läuft ab. Welche Sonderregelungen gibt es?

    Im Folgenden finden Sie die Sonderregelung der Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe (QSEH) mit Stand vom 24.11.2020.

    Die Sonderregelung gilt gleichermaßen für Lehrkräfte Erste Hilfe und Lehrkräfte für den betrieblichen Sanitätsdienst. Sie ersetzt die bisherigen Sonderregelungen.

    Was ist der Bezugspunkt? Welche Sonderregelung
    gilt?
    Welche Unterlagen sind
    wann einzureichen?

    Ende der Lehrberechtigung
    zwischen

    01.02.2020
    bis zum
    Ende der epidemischen Lage nationaler Tragweite gem.
    § 5 IfSG

    • Die Lehrkraft darf nach Ablauf ihrer Lehrberechtigung weitere 6 Monate eingesetzt werden.
    • Innerhalb einer Karenz von 12 Monaten kann die Lehrberechtigung mit 16 Unterrichtseinheiten Fortbildung reaktiviert werden. Die Karenz wird taggenau ab Ende der Lehrberechtigung berechnet.
    • Beispiel:
      Ende der Lehrberechtigung: 15.10.2020
      • Bis 15.04.2021 darf die Lehrkraft eingesetzt werden.
      • Bis 15.10.2021 reichen 16 UE Fortbildung aus, um die Lehrberechtigung zu reaktiveren.
    • Teilnahmebescheinigungen Fortbildung
    • Mit dem nächsten Verlängerungsantrag der ermächtigten Stelle (nicht einzeln für jeden Ausbilder!)


  • Welche Regelungen gibt es bei der Überschreitung der Fortbildungsfrist für Ersthelfende?

    Zahl der Ersthelfenden

    Es sollte versucht werden – auch in der jetzigen Situation – die in der DGUV Vorschrift 1 festgelegte Mindestanzahl zu erreichen (bei 2 bis 20 anwesenden Versicherten ein Ersthelfender, bei über 20 anwesenden Versicherten in Verwaltungs- und Handelsbetrieben 5 % und in sonstigen Betrieben mindestens 10 % der anwesenden Beschäftigten, in Kindertageseinrichtungen ein Ersthelfender je Kindergruppe). Ist dies aufgrund der aktuellen Situation, z.B. bei Kurzarbeit nicht immer möglich, soll das Unternehmen auch unter Einbeziehung der Gefährdungsbeurteilung der vorgegebenen Anzahl an Ersthelfenden möglichst nahekommen. Der Unternehmer bzw. die Unternehmerin muss sicherstellen, dass jederzeit unverzüglich Erste-Hilfe geleistet werden kann.

    Bei der Auswahl von Ersthelfenden sind Risikogruppen gemäß dem Risikoprofil des Robert-Koch-Instituts (RKI) besonders zu bewerten, um die Ersthelfenden selbst nicht zu gefährden.

    Fortbildungsfrist für Ersthelfende

    Nach der DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" hat der Unternehmer bzw. die Unternehmerin dafür zu sorgen, dass die Ersthelfenden "in der Regel" in Zeitabständen von zwei Jahren fortgebildet werden. Sollte die Fortbildungsfrist auf Grund der aktuellen Situation überschritten werden, lässt die Forderung einen gewissen Handlungsspielraum offen. Derzeit können auch Ersthelfende mit "abgelaufener" Fortbildungsfrist als betriebliche Ersthelfende eingesetzt werden. Die Feststellung des erlaubten Überschreitungszeitraums stellt eine Einzelfallentscheidung dar, die im Unternehmen (Führungskraft/Betriebsarzt) getroffen werden muss. Anhaltspunkte für die Entscheidung sind die Erfahrung des Ersthelfenden und sein Einsatzgebiet. Auch bei langjährigen und erfahrenen Ersthelfenden sollte die Fortbildungsfrist von 2,5 Jahren möglichst nicht überschritten werden. Danach sollte in jedem Fall eine Teilnahme an einer Ersten-Hilfe-Ausbildung erfolgen.

    Keine freien Kursplätze

    Wenn in Unternehmen die erforderliche Anzahl von Ersthelfenden mit "gültiger" Fortbildung auch unter Ausschöpfung einer großzügigen Fortbildungsfrist nicht vorgehalten werden kann, weil aktuell keine freien Kursplätze zur Verfügung stehen, empfehlen wir eine Rücksprache mit dem Betriebsarzt und der Fachkraft für Arbeitssicherheit, um über eine Überbrückung der Situation zu beraten. In Frage kommen können

    1. die Erweiterung des Radius auf andere ermächtigte Stellen, die ggf. weiter entfernt sind (auch: anderes Bundesland). Alle ermächtigten Stellen finden Sie hier www.bg-qseh.de
    2. die Kooperation mit anderen, benachbarten Unternehmen bezüglich des Einsatzes von Ersthelfenden (z.B. innerhalb eines Bürokomplexes)

    Ein Erste-Hilfe-Kurs sollte dennoch so schnell wie möglich nachgeholt werden.

Allgemein
  • 1. Braucht eine ermächtigte Stelle für jeden Ausbildungsort eine eigene Ermächtigung?

    Nein. Hat eine ermächtigte Stelle mehrere Betriebsstätten ist nicht für jede einzelne Untergliederung eine eigene Ermächtigung notwendig. Jedoch ist zu gewährleisten, dass an allen Standorten die der Ermächtigung zugrundeliegenden Standards verbindlich eingehalten werden.

  • 2. Kann eine ermächtigte Stelle die  Ermächtigung durch Vergabe von Lizenzen vervielfältigen?

    Nein. Eine Vergabe von Lizenzen ist nicht durch die vergebene Ermächtigung gedeckt. In diesem Fall muss jeder Partner eine eigenständige Ermächtigung erlangen.

  • 3. Darf eine ermächtigte Stelle im Zusammenhang mit Aus- und Fortbildungen in Erster Hilfe verschiedene Artikel (z. B. Rettungsdecken, Beatmungshilfen, usw.) zum Verkauf anbieten?

    Ja. In jedem Fall ist jedoch darauf zu achten, dass für alle Beteiligten klar differenzierbar bleibt, dass die bezahlten Beträge für den Kauf der zusätzlichen Artikel bestimmt sind und nicht für die von den Unfallversicherungsträgern finanzierte Ausbildungsleistung.

  • 4. Gilt die Ermächtigung gemäß DGUV Vorschrift 1 gleichzeitig als Anerkennung gemäß § 68 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV)?

    Seit 01.01.2015 gelten als amtlich anerkannte Stellen im Sinne des § 68 Absatz 1 FeV auch Stellen, die die VBG Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe nach DGUV Vorschrift 1 für die Ausbildung in Erster Hilfe ermächtigt hat. Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen einer dieser Ausbildungsstellen können durch die oberste Landesbehörde oder die von ihr bestimmte oder nach Landesrecht zuständige Stelle für ihren Zuständigkeitsbereich untersagt werden, wenn die Ausbildungsstelle wiederholt die Pflichten aus der durch den Träger der Unfallversicherung erteilten Ermächtigung verletzt hat.

    Wenn Stellen im Sinne der Fahrerlaubnisverordnung amtlich anerkannt sind, gilt diese Anerkennung jedoch nicht für die Aus- und Fortbildung betrieblicher Ersthelfender. Stellen, die nach Fahrerlaubnisverordnung anerkannt sind, dürfen weiterhin nur Führerscheinbewerben in Erster Hilfe schulen. Die Anerkennung der Führerscheinbehörden hat weiterhin Gültigkeit. Es muss kein ein Ermächtigungsverfahren nach § 26 Abs. 2 DGUV Vorschrift 1 durchlaufen werden, wenn Sie weiterhin nur nach FeV ausbilden möchten.

  • 5. Können Fortbildungen im Rahmen von Ausbildungen durchgeführt werden?

    Da die Fortbildung von Ersthelfenden im besonderen Maße auf unter anderem branchenspezifische Erfahrungen der Teilnehmer baut, kann sie nicht im Rahmen von Erste-Hilfe-Grundausbildungen bzw. anderen Ausbildungsmaßnahmen erfolgen.

  • 6. Wann ist die Aushändigung der Teilnahmebescheinigung zu verweigern?

     

    Die Ausbilderin bzw. der Ausbilder darf die Teilnahmebescheinigung nur ausgeben, wenn er bzw. sie die Überzeugung gewonnen hat, dass der Teilnehmende nach regelmäßigem Besuch die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt (vgl. Abschnitt 2.4.5 DGUV Grundsatz 304-001).

    An dieser Stelle kann keine detaillierte Vorgabe von tolerierbaren Fehl-Minuten an die Hand geben werden, da es immer einer Einzelfallentscheidung bedarf. Es sollte sich jedoch nur um wenige Netto-Fehlminuten handeln. Letztendlich kommt es darauf an, welche Inhalte verpasst wurden, über welche Vorbildung der Teilnehmende verfügt und wie er sich insgesamt in den Kurs einbringt.

    Sollten Teilnehmende, denen die Teilnahmebescheinigung verweigert wird, einen Nachweis für ihr Fernbleiben vom Arbeitsplatz benötigen, stellen Sie ihnen eine formlose Anwesenheitsbestätigung aus.

  • 7. Können Erste-Hilfe-Kurse auch online absolviert werden?

    Nein. Erste-Hilfe-Kurse nach DGUV Vorschrift 1 müssen nach wie vor als Präsenzveranstaltung absolviert werden. Ziel jedes Erste-Hilfe-Kurses ist die ganzheitliche Handlungskompetenz der Ersthelfenden in Notfallsituationen. Die reine Wissensvermittlung steht daher im Hintergrund. Augenmerk wird stattdessen auf das praktische Üben gelegt. Einen Verband anzulegen oder Betroffene psychisch zu betreuen kann man nur mit anderen Menschen üben. Daher sind online-Kurse für die Erste Hilfe ausgeschlossen.

Ärztliche Fachaufsicht
Lehrkräfte Erste Hilfe
  • 9. Welche anderen Qualifikationen erfüllen die medizinisch-fachliche Voraussetzung der Lehrkraft für Erste Hilfe?

    Der Ausbilder bzw. die Ausbilderin für Erste Hilfe muss einen Erste-Hilfe-Kurs und eine mindestens 48 Unterrichtseinheiten umfassende sanitäts- oder rettungsdienstliche Ausbildung nachweisen (Abschnitt 2.2.2, DGUV Grundsatz 304-001). Darüber hinaus können insbesondere folgende Berufe des Gesundheitswesens von der Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe anerkannt werden:

     

    Liegt die sanitäts- bzw. rettungsdienstliche Grundqualifikation oder die Grundqualifikation in einem Beruf des Gesundheitswesens bei Beginn der pädagogischen Grundqualifikation länger als drei Jahre zurück, ist ab 01. Januar 2020 ein entsprechender Fortbildungsnachweis im Umfang von mindestens 16 Unterrichtseinheiten erforderlich. Personen mit einer Qualifikation in einem Beruf des Gesundheitswesens gelten als fortgebildet, wenn sie an vergleichbaren Fortbildungsveranstaltungen regelmäßig teilnehmen oder bei ihrer beruflichen oder ehrenamtlichen Tätigkeit regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen. Ausnahme: Für approbierte Ärzte bzw. Zahnärzte ist kein Fortbildungsnachweis erforderlich.

    Neben der medizinisch-fachlichen ist immer der Nachweis der besonderen pädagogischen Qualifikation erforderlich.

  • 10. Wo können Lehrkräfte für Erste Hilfe aus- bzw. fortgebildet werden?

    Die pädagogische Qualifikation von Lehrkräften wird ausschließlich anerkannt, wenn sie bei Stellen erworben wurde, deren Eignung zur Aus- und Fortbildung von Lehrkräften durch die Qualitätssicherungsstelle Erste Hilfe festgestellt wurde. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass die jeweilige Stelle in der Liste der ermächtigten Stellen (Bereich: Lehrkräfte Erste Hilfe) aufgelistet ist.

  • 11. Reicht die Qualifikation "Praxisanleiter" in pädagogischer Hinsicht aus, um als Lehrkraft für Erste Hilfe eingesetzt werden zu können?

    Grundsätzlich nein. Die Qualifikation des Praxisanleiters bzw. eine vergleichbare pädagogische Qualifikation im Umfang von mindestens 200 Unterrichtseinheiten kann zum Teil auf die pädagogische Grundqualifikation angerechnet werden. Um eine adäquate pädagogische Umsetzung der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung zu gewährleisten, ist eine Schulung nachzuweisen, deren Inhalte mindestens denen des Themenbereichs II "Fachdidaktische Umsetzung Erste Hilfe" im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten aus Anhang 1 des DGUV Grundsatzes 304-001 entspricht.

    Übergangsweise können bis 31.12.2019 die mindestens 32 Unterrichtseinheiten auch in Form einer mindestens 16 Unterrichtseinheiten umfassenden Fortbildung und mindestens 16 Unterrichtseinheiten umfassenden fachdidaktische Schulung in Erster Hilfe nachgewiesen werden.

  • 12. Reicht die Qualifikation als Lehrer in pädagogischer Hinsicht aus, um als Lehrkraft für Erste Hilfe eingesetzt werden zu können?

    Grundsätzlich nein. Das abgeschlossene pädagogische Studium (z.B. Staatsexamen, Bachelor, Master, Magister, Diplom) kann zum Teil auf die pädagogische Grundqualifikation angerechnet werden. Um eine adäquate pädagogische Umsetzung der Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung zu gewährleisten, ist eine mindestens 16 Unterrichtseinheiten umfassende fachdidaktische Qualifikation nachzuweisen.

    Ausgebildete Fachlehrer ohne abgeschlossenes pädagogisches Studium benötigen zur Anerkennung als Lehrkraft Erste Hilfe eine Schulung, deren Inhalte mindestens denen des Themenbereichs II "Fachdidaktische Umsetzung Erste Hilfe" im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten aus Anhang 1 des DGUV Grundsatzes 304-001 entspricht.

    Informationen zum Fortbildungsrhythmus finden Sie unter Frage Nr. 11.

  • 13. Welche Rahmenbedingungen sind bei der Hospitation einer neuen Lehrkraft zu beachten?

    Grundsätzlich erfolgt die Hospitation bei der Stelle, bei der die Lehrkraft eingesetzt werden soll; unabhängig davon, ob es sich bei dieser Stelle um eine "Geeignete Stelle zur Aus- und Fortbildung von Lehrkräften in Erster Hilfe – Multiplikatorenstelle" handelt. Ist dies nicht möglich, z. B. auf Grund der Neugründung einer Stelle als Einzelunternehmen, kann die Hospitation bei der Stelle erfolgen, bei der die pädagogische Grundqualifikation absolviert wurde.

    Im Minimum sind drei Hospitationen zu absolvieren. In diesen sollen alle Themen der Erste-Hilfe-Ausbildung selbständig und unter Betreuung erfahrener Lehrkräfte (Mentoren) gehalten werden.

  • 14. Wie gestaltet sich der Fortbildungsrhythmus bei Lehrkräften Erste Hilfe?

    Bild: FB EH

    Die Lehrkräfte müssen alle drei Jahre - innerhalb der Lehrberechtigung - im Umfang von mind. 16 Unterrichtseinheiten (8 Unterrichtseinheiten medizinisch-fachlich, 8 Unterrichtseinheiten pädagogisch) auf die Inhalte der Ersten-Hilfe-Ausbildung, fortgebildet werden.

    Die Fortbildung muss innerhalb von 3 Jahren erfolgen.

    Beispiel:

    • 18. bis 23. Januar 2013: pädagogische Qualifikation (55 Unterrichtseinheiten)
    • bis 23. Januar 2016: Lehrberechtigung
    • 05. Mai 2015 (8 Unterrichtseinheiten) und 13. Januar 2016 (8 Unterrichtseinheiten): Fortbildung
    • bis 13. Januar 2019: Lehrberechtigung

    Ist die Frist für die Fortbildung überschritten und es wurde keine Fortbildung absolviert, erlischt die Lehrberechtigung, in diesem Fall am 14. Januar 2019.

    Um die Lehrberechtigung wiederzuerlangen, ist eine Schulung im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten notwendig. Dies können die Inhalte des Themenbereichs II "Fachdidaktische Umsetzung Erste Hilfe" aus Anhang 1 des DGUV Grundsatzes 304-001 sein oder unterschiedliche aktuelle Fortbildungen im Umfang von mindestens 32 Unterrichtseinheiten.


Rettungs-/Sanitätsdiensterfahrung
Lehrgangsraum
  • 17. Braucht eine ermächtigte Stelle für jeden Lehrgangsraum eine eigene Genehmigung?

    Beim Ermächtigungsverfahren nach DGUV Vorschrift 1 "Grundsätze der Prävention" wird ein grundsätzlich zur Verfügung stehender Lehrgangsraum als Referenzlehrsaal abgenommen.
    Dieser muss mindestens 50 m² verfügbare Grundfläche aufweisen und die Voraussetzungen der Arbeitsstättenverordnung inklusive der sanitären Einrichtungen (ASR A4.1 Sanitärräume) entsprechen.

    Für weitere Unterrichtsräume ist keine Genehmigung der QSEH erforderlich. Es liegt jedoch in der Verantwortung der ermächtigten Stelle, bei der Durchführung von Lehrgängen in anderen Räumlichkeiten die Mindeststandards einzuhalten.

     

  • 18. Welche Voraussetzungen muss ein Lehrgangsraum erfüllen?

    Räume, die für die Aus- und Fortbildung von betrieblichen Ersthelfenden genutzt werden, müssen neben einer Mindestgröße die Voraussetzungen aus der Arbeitsstättenverordnung erfüllen. Eine Checkliste können Sie hier (PDF, 20 kB) herunterladen.

  • 19. Kann der Lehrgangsraum bei weniger als 20 Teilnehmern auch kleiner als 50 m² sein?

    Ja, er muss aber in Größe (mindestens 2 m² pro Teilnehmer und mindestens 10 m² für die Lehrkraft), Form, Hygiene und Ausstattung geeignet sein. Eine verfügbare Grundfläche von 20 m² darf nicht unterschritten werden.

Desinfektion und allgemeine Hygiene
  • 20. Welche Voraussetzungen müssen Übungsgeräte zur Wiederbelebung einschließlich der Gesichtsmasken erfüllen?

    Nach Abs. 2.3 des DGUV-Grundsatzes 304-001 sind bei der verbindlichen Teilnehmerübung "Herz-Lungen-Wiederbelebung" zwei Übungsphantome je Lehrgang vorzuhalten. Diese müssen sowohl über den Mund als auch über die Nase zu beatmen sein. Für die Beatmung ist jedem Teilnehmer ein eigenes, desinfiziertes Gesichtsteil zur Verfügung zu stellen. Über die Desinfektion muss dafür Sorge getragen werden, dass alle relevanten Flächen der auswechselbaren Gesichtsmasken (insbesondere Mund-, Nasen- und Rachenraum) wirksam erreicht werden. Die bakterizide, fungizide und viruzide Wirkweise muss sichergestellt sein. Die Verwendung von Beatmungstüchern, z.B. Einweg-Notfallbeatmungshilfen nach DIN 13154, ist nicht als Alternative vorgesehen.

    Der Einsatz von Einmal-Gesichtsmasken ist nur zulässig wenn neben der uneingeschränkten Funktionalität auch die hygienischen Aspekte vollumfänglich berücksichtigt und erfüllt werden sowie eine realitätsnahe Beatmung möglich ist. Diese Produkte bestehen in der Regel aus einem Trägermaterial und einem filtrierenden Material, das Mund und Nase des Übungsphantoms abdeckt. Es darf keine Durchtränkung des Filtermediums über den gewöhnlichen Einsatzzeitraum erfolgen und die mechanische Festigkeit muss über die Dauer der Verwendung unter realitätsnahen Bedingungen gewährleistet sein. Von den Materialien dürfen für den Anwender keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen ausgehen, insbesondere muss die Hautverträglichkeit nachgewiesen sein.

    Der vom Hersteller des Übungsphantoms vorgeschriebene Luftwegewechsel ist auch bei der Verwendung von Einmal-Gesichtsmasken einzuhalten und nach dem Kurs die Brusthaut desinfizierend abzuwischen. Aufgrund der Feuchtigkeitsbildung zwischen Übungsphantom und Einmal-Gesichtsmaske ist das Originalgesichtsteil spätestens nach dem Kurs zu desinfizieren.

    Das Vorhalten der notwendigen Demonstrations- und Übungsmaterialien ist ein Bestandteil der Ermächtigung als Stelle zur Aus- und Fortbildung in der Ersten Hilfe. Dies bezieht sich auch auf die Übungsgeräte zur Wiederbelebung sowie das Hygienemanagement. Der Einsatz von Übungsgeräten/Gesichtsmasken, die den Forderungen des DGUV Grundsatzes 304-001 nicht entsprechen wäre daher nicht vertragskonform, z.B. ein Vorhalten von Übungsmaterial, das keine zufriedenstellende Belüftung der Atemwege erzielt.

    Eine Produktliste zum Thema "Übungsgeräte/Gesichtsmasken" kann aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Hersteller und Übungsmodelle sowie der Wahrung der Neutralität der QSEH nicht abschließend erstellt werden. Im Bedarfsfall stehen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der QSEH für zu dieser Thematik zur Verfügung.

     

  • 21. Wie muss die Hygiene in Bezug auf die Übungsmaterialien gehandhabt werden?

    Die Übungsmaterialien müssen sich in einem einwandfreien hygienischen Zustand befinden. Eine nochmalige Nutzung bereits verwendeter Verbandmaterialien ist nicht zulässig. Spezielle Übungssets sowie Übungsmaterialien mit abgelaufenen Verfalldatum können verwendet werden.

    Ein Gestaltungsbeispiel für einen Hygieneplan (XLSX, 12 kB) können Sie hier herunterladen.

Teilnehmerunterlagen
Lehrgangsdokumentation
Definition Standardlehrgang / Abrechnung
Erste-Hilfe-Kurs für Personen mit einem Beruf des Gesundheitswesens
  • 28. Werden die Kosten für die Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildung für Personen mit einer Ausbildung in einem Beruf des Gesundheitswesens von den Unfallversicherungsträgern übernommen?

    Die Unfallversicherungsträger übernehmen nicht die Kosten für die Erste-Hilfe-Ausbildung für Personen, die sich in einer Ausbildung in einem Beruf des Gesundheitswesens (z.B. Altenpfleger/innen, Arzthelfer/Arzthelferinnen) befinden bzw. die Ausbildung abgeschlossen haben.

    Die Kosten für eine Erste-Hilfe-Fortbildung werden nicht für diesen Personenkreis übernommen, wenn sie an vergleichbaren beruflichen Fortbildungsveranstaltungen / Weiterqualifizierungsmaßnahmen regelmäßig teilnehmen oder bei ihrer beruflichen Tätigkeit regelmäßig Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen. Ist dies nicht der Fall muss auch dieser Personenkreis alle zwei Jahre an einer Erste-Hilfe-Fortbildung teilnehmen, um als Ersthelfender im Betrieb zur Verfügung zu stehen.

  • 29. Unter welchen Bedingungen gelten Personen mit einer Qualifikation in einem Beruf des Gesundheitswesens als fortgebildet in Erster Hilfe gemäß § 26 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 1 Grundsätze der Prävention?

    Wer jederzeit an einem Patienten Erste Hilfe leisten kann und muss, der ist natürlich auch in der Lage, ohne weitere Schulungs- und Trainingsmaßnahmen als betrieblicher Ersthelfender zu wirken.

    Schulungen oder auch Vortrags- und Übungsveranstaltungen zur Fortbildung in Erster Hilfe zielen in Einrichtungen des Gesundheitswesens typischerweise auf die Versorgung von Patienten, die in eine unfall- oder krankheitsbedingte medizinische Notlage geraten sind. Derartige Schulungsmaßnahmen, zu denen auch Erste-Hilfe-Kurse gemäß den MDK-Anforderungen gehören können, sind in der Regel "vergleichbare Fortbildungsveranstaltungen" im Sinne von § 26 Abs. 3 der DGUV Vorschrift 1, da sie im Kontext mit der professionellen Kernkompetenz und dem Berufsalltag des fortzubildenden Personals beurteilt werden müssen. Die Vergleichbarkeit mit den Anforderungen der Unfallverhütungsvorschrift kann hier eben nicht einfach durch Formalkriterien wie Häufigkeit und Dauer der Schulungen überprüft werden. Der Unternehmer sollte sich in Zweifelsfällen vom Betriebsarzt beraten lassen, dem wichtige Aufgaben bei der Organisation und Umsetzung der Ersten Hilfe zukommen.

    Ausführliche Erläuterungen finden Sie hier (PDF, 255 kB).

Lehrkräfte betrieblicher Sanitätsdienst