BK-Info für Ärztinnen/Ärzte

Diagnosen

Bei Ihrer Patientin bzw. Ihrem Patienten liegt die nachfolgend genannte Diagnose vor?

  • N28.9 Krankheit der Niere und des Ureters, nicht näher bezeichnet

Berufliche Tätigkeiten / Einwirkungen

War Ihre Patientin bzw. Ihr Patient eine dieser nachfolgend beschriebenen Einwirkungen bei der Arbeit ausgesetzt?

Berufliche Einwirkungen / Tätigkeiten BK-Nr.
Chrom oder seine Verbindungen
Beispiele:
Als Gefahrenquellen für Chrom(VI) sind bekannt:
  • der Aufschluss von Chromerzen und die Herstellung von 6wertigen Chromverbindungen
  • die Glanz- und Hartverchromung in der Galvanotechnik (Chrom(VI)-Oxid ist Ausgangsmaterial)
  • Anstricharbeiten mit chromhaltigen Korrosionsschutzmitteln in Spritzverfahren
  • Brennschneiden, Schweißen und Schleifen von Blechen mit chromhaltigen Anstrichstoffen
  • die Herstellung und Verwendung von Chrom(VI)-Pigmenten, insbesondere Zink- und Bleichromat, in der Lack-, Farben- und Kunststoffindustrie
  • die Verwendung von Chrom(VI)-Oxid und Alkalichromaten, z. B. in der Lithographie, der fotografischen Industrie, der Textil- und Teppichindustrie, der Glas- und keramischen Industrie, bei der Herstellung von Feuerwerkskörpern und Zündhölzern sowie von Pflanzenleimen
  • die Holzimprägnierung
  • die Herstellung und Verwendung von Schneidölen
  • das Gerben von Leder
  • das Beizen und Reinigen von Metallen sowie in der Glasfabrikation (Chromschwefelsäure)
  • die Herstellung und Verwendung von gefärbten Natronlaugen zum Bleichen von Ölen, Fetten und Wachsen
  • Verwendung als Oxidationsmittel.
  • Zement und Bauxit können kleine Mengen von Chrom(VI) enthalten.
  • Chrom(VI)-Verbindungen sind z. B.:
    • Zink-Kalium-Chromat (sog. Zinkchromat, Zinkgelb)
    • Calciumchromat
    • Chrom(III)-Chromat (Chrom(III)-Salz der Chromsäure)
    • Strontiumchromat
    • Natriumdichromat, Natriumchromat
    • Chrom(VI)-Oxid, Chromtrioxid
    • Kaliumdichromat, Kaliumchromat
    • Bleichromat
Cadmium oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Herstellung von Cadmiumlegierungen, z.B. beim galvanischen Metallisieren als Zusatz von Legierungen
  • In der Akkumulatorenfabrikation, z.B. bei der Herstellung von Nickel-Cadmium Akkumulatoren (Stahlakkumulatoren)
  • Herstellung von Cadmiumüberzügen mittels Elektrolyse
  • Herstellung von Cadmiumfarbstoffen, z. B. Cadmiumgelb und Cadmiumrot
  • Beim Schweißen, Schmelzen und Schneiden von mit Cadmium überzogenen, legierten sowie verunreinigten Metallen
  • Hartlöten mit cadmiumhaltigen Loten
Thallium oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Gewinnung von Thallium
  • Herstellung, Verarbeitung und Verwendung von Thallium-Verbindungen und thalliumhaltigen Präparaten
  • Verwendung in der Glas-, Farben- und pyrotechnischen Industrie
  • Verwendung von Thallium-III-sulfat bei der Schädlingsbekämpfung
Arsen oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Verhüttung und Rösten arsenhaltiger Mineralien
  • Herstellung von Arsenik, arsenhaltigen Farben und Anstrichmitteln (Schiffsbodenanstrich)
  • Verwendung arsenhaltiger Ausgangsstoffe in der Pharmazie, in der chemischen, keramischen und Glasindustrie
  • Verwendung in Gerbereien, Kürschnereien (Beizmittel) und zoologische Handlungen
  • Herstellung und Verwendung arsenhaltiger Schädlingsbekämpfungsmittel
  • Arsenwasserstoff (Arsin, AsH3) tritt
    • beim Beizen von Metallen mit arsenhaltiger Schwefel- oder Salzsäure und
    • bei Naßbearbeitung von Erzen, Schlacken oder Metallspeisen auf.
    • Auch bei Einwirken von Feuchtigkeit auf Ferrosilicium, das mit Arsen und Phosphiden verunreinigt ist, kann Arsenwasserstoff neben Phosphorwasserstoff entstehen
  • Arsentrichlorid (AsCl3) ist eine farblose, ölige, an der Luft rauchende Flüssigkeit, die zum Beizen und Brünieren von Metallen verwendet wird
Phosphor oder seine anorganischen Verbindungen
Beispiele:
  • Phosphor
    • Gewinnung von elementarem Phosphor
    • Verwendung in der chemischen und pharmazeutischen Industrie
    • Herstellung und Anwendung von Phosphorbronze
    • Herstellung von Feuerwerkskörpern (Pyrotechnik) und Waffen (Brandbomben)
    • Herstellung und Verwendung von Schädlingsbekämpfungsmitteln
    • z. B. auf der Basis von Metallphosphiden (speziell Zinkphosphid)
  • Phosphorwasserstoff
    • Freisetzung bei der Herstellung von elementarem Phosphor und Phosphiden (anorganische Phosphorverbindungen) möglich
    • Freisetzung bei der Zersetzung von phosphorcalziumverunreinigtem Karbid möglich
    • Freisetzung bei Einwirkung von Feuchtigkeit auf phosphorhaltiges Ferrosilizium möglich
  • Sonstige Phosphorverbindungen
    • Verwendung von Phosphorchlorverbindungen als Chlorierungs- und Phosphorylierungsmittel in der synthetischen Chemie
    • Verwendung von Phosphorschwefelverbindungen bei der Herstellung von Reibflächen für Streichholzschachteln
    • Herstellung und Verwendung von künstlichen Düngemitteln auf Basis anorganischer Phosphate (Superphosphat, Nitrophoska)
Beryllium oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Verarbeitung trockener, staubender Berylliumverbindungen, hauptsächlich das Mahlen und Abpacken
  • Gewinnung des Berylliums aus seinen Erzen und Zwischenprodukten
  • Herstellung hochfeuerfester Geräte und Materialien
  • Herstellung keramischer Farben
  • Herstellung von Aluminium-Schweißpulver
  • Herstellung von Spezialporzellan, Glühkörpern und Leuchtstoffen
  • Herstellung und Verwendung als Berylliumgläser
  • Verwendung in der Kernreaktor- und Raketentechnik
Halogenkohlenwasserstoffe
Beispiele:
Das Herstellen, Abfüllen, Verpacken, Transportieren und Anwenden der nachfolgend genannten chemischen Verbindungen insbesondere als:
  1. 1 Lösemittel, z. B.
    Dichlormethan (Methylenchlorid, CH2Cl2)
    1,1,1-Trichlorethan (CCl3-CH3)
    Trichlorethen (CCl2 = CHCl, Trichloräthylen, Tri)
    Tetrachlorethen (CCl2 = CCl2, Tetrachloräthylen, Perchloräthylen, Per)
    1,1,2-Trichlorethan
    1,1,2,2-Tetrachlorethan
    Trichlormethan (Chloroform, CHCl3)
    Tetrachlormethan (CCl4, Tetrachlorkohlenstoff, Tetra)
    • in der Metallindustrie zum Entfetten
    • in der Textil- und Bekleidungsindustrie zum Reinigen und als Hilfsmittel bei der Textilveredelung (z. B. Imprägnierung)
    • in der Farbenindustrie und beim Aufbringen sowie Abbeizen von Anstrichstoffen
    • in der Kunststoff- und Gummiindustrie, insbesondere als Ausgangsprodukt für Polymere und als Lösemittel für Klebstoffe
    • in der Erdölindustrie zum Trennen von Stoffgruppen aufgrund ihres selektiven Lösevermögens (z. B. für Asphalte, Öle und aromatische Kohlenwasserstoffe)
    • als Extraktionsmittel für Fette, Wachse und Harze
    • in Chemischreinigungsbetrieben zum Reinigen und als Detachiermittel
    • in der Schuhindustrie als Lösemittel für Klebstoffe
    • in der Druckindustrie und im grafischen Gewerbe
    • beim Terrazzo-Schleifen und Fluatieren durch Trichlorethen und Tetrachlorethen
  1. 2 Schädlingsbekämpfungsmittel (Pestizide)
    Zur Bekämpfung von Insekten (auch Ameisen), Spinnmilben, Würmern und Nagetieren sowie als Saatbeizmittel werden Stoffe verwendet wie z. B.
    • Brommethan (CH3Br, Methylbromid)
    • Hexachlorcyclohexan (C6H6Cl6, „HCH"), und zwar sein Gamma-Isomer „Lindan"
    • Chlorbenzole: Chlorbenzol, 1,4-Dichlorbenzol (Mottenbekämpfungsmittel), Hexachlorbenzol (nur für Weizensaat zugelassen)
    • Polycyclische Chlorkohlenwasserstoffe, z. B. Aldrin (nur für Weinbau zugelassen)
    • chlorierte Camphene (Toxaphen, nur als Rodenticid im Forstbereich, auf abgeernteten Feldern und für Blumenzwiebeln zugelassen)
    • 1,3-Dichlorpropen (ClCH = CH-CH2Cl)
    • Polychlorierte Phenole, z. B. Pentachlorphenol „PCP" (s. BK Nr. 1310)
Die früher häufig verwendeten Insektizide Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan (DDT), Dieldrin sowie einige halogenierte Propan- und Propenverbindungen sind in Deutschland nicht mehr zugelassen
  1. 3 Kältemittel, Treibgase für Aerosole, Trennmittel
    Verwendung von z. B.
    R 11, Trichlor-fluormethan (CCl3F) - R 12
    Dichlor-difluormethan (CCl2F2) - R 114
    1,2-Dichlor-tetrafluorethan (CClF2-CClF2)
    unter Handelsnamen wie „Frigene", „Freone", „Kaltron", „Arklone", „Algofrene", „Flugene"
    • für die Erzeugung von Kälte
    • als Treibmittel für Aerosole und Plastikschäume
    • zum Trennen von Formen bei der Kunststoff- und Schaumstoffherstellung
  1. 4 Feuerlöschmittel
    Verwendung von Brom-Chlor-Fluorkohlenwasserstoffe (z. B. „Halon 1211", CF2ClBr, Bromchlordifluormethan) und als Bromtrifluormethan („Halon 1301", CBrF3) zum Löschen brennender flüssiger oder gasförmiger Stoffe, auch in elektrischen Anlagen
    Der Einsatz von Tetrachlormethan ist in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 01.03.1964, der von Bromchlormethan seit dem 01.01.1975 verboten.
  1. 5 Syntheseausgangsstoffe und Zwischenprodukte in der chemischen Industrie
    • 1,2-Dichlorethan (CH2Cl-CH2Cl)
    • 1,1,2-Trichlorethan (CHCl2-CH2-Cl)
    • Vinylchlorid (Chlorethen, CH2 = CHCl)
    • Vinylidenchlorid (1,1-Dichlorethen, CH2 = CCl2)
    • Vinylidenfluorid (1,1-Difluorethen, CH2 = CF2)
    • Tetrafluorethen (CF2 = CF2)
    • Chloropren (2-Chlor-1,3-butadien, CH2 = CH-CCl = CH2)
    • Perchlorierte Naphtaline („Perna", früher als Ersatz für Kautschuk, Harze, Wachse)
    • Chlormethan (Methylchlorid, CH3Cl)
    • Trichlormethan (Chloroform, CHCl3)
    • Tetrachlormethan („Tetra", CCl4)
    • 1,2-Dichlorethan (CH2Cl-CH2Cl)
    • 1,1,2 Tetrachlorethan (CHC2-CHCl2)
  1. 6 Isoliermittel in der Elektroindustrie
    Verwendung von chlorierte Naphthaline - polychlorierte Biphenyle („PCB", „Clophen", „Arochlor" = „Askarele") als Isoliermittel, auch in Transformatoren und Kondensatoren
  1. 7 Narkose und Desinfektionsmittel, vorwiegend im medizinischen und hygienischen Bereich
    Verwendung als
    • Narkosemittel wie z. B.
      • Enfluran (2-Chlor-1,1,2-trifluoräthyl-[difluormethyl]-ether) oder
      • Halothan (2-Brom-2-Chlor-1,1,1-Trifluorethan, CF3CHClBr)
    • Desinfektionsmittel und Mittel zur Geruchsverbesserung („Toilettensteine")
      z. B. Dichlorbenzole u. a.
      • Vereisungsmittel z. B. Chlorethan (Ethylchlorid, Chlorethyl, CH3-CH2Cl)
Methylalkohol
Beispiele:
  • Verwendung als Löse- oder Verdünnungsmittel für
    • Farben
    • Lacke
    • Polituren
    • Klebstoffe
    • Natur- und Kunstharze
    • zur Befeuchtung von Nitrozellulose
    • in Steifungs- und Fleckenreinigungsmitteln
  • Verwendung als Grundstoff in der chemischen Industrie, z. B.
    • zur Erzeugung von Formaldehyd
    • zur Herstellung von Anilinfarben sowie
    • in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie.
  • Verwendung als Vergällungsmittel für Brennspiritus.
Fluor oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Verwendung von Flusssäure
    • als Ausgangsstoff für Fluorverbindungen
    • zum Glasätzen, -mattieren und -polieren
    • bei der Gebäudereinigung
    • zum Beizen und Glänzen von Edelstählen
    • zur Entkieselung (Entfernung von Kieselsäureablagerungen)
    • in der Galvanotechnik
  • Verwendung von Fluoriden z. B.
    • bei der Anwendung als Fluss- und Trübungsmittel in der Emaille- und Glasindustrie
    • bei vielen galvanischen Prozessen
    • beim Schmelzen von Metallen
    • beim Schweißen und Löten von Leichtmetalllegierungen
    • in der Farben- und Erdölindustrie
    • bei der elektrolytischen Herstellung von Aluminium
  • Verwendung von Fluorverbindungen
    • bei der Schädlingsbekämpfung und Holzkonservierung
    • beim Wasserdichtmachen von Kunststeinfußböden und Zement (Fluatieren)
  • Verwendung als Treibmittel (Freone)
    • für Druckgaspackungen
    • zur Kunststoffverschäumung
    • als Löschmittel (Halone)
    • Kältemittel
    • als Extraktions-, Löse-, Reinigungs- und Verdünnungsmittel
  • Verwendung von aromatischen Fluorkohlenwasserstoffen in der Arzneimittelindustrie.
  • Verarbeitung hochwertiger Kunststoffe auf der Basis polymerer Fluorverbindungen (Teflon).
halogenierte Alkyl-, Aryl- oder Alkylaryloxide
Beispiele:
Verwendung
  • als Zwischenprodukte in der chemischen Industrie, z. B. für Expoxidharze (Epichlorhydrin)
  • als Chloralkylierungsmittel (Monochlordimethyläther, Dichlordiäthyläther)
  • für Pflanzenschutzmittel (Chlorphenole, Chlorkresole)
  • als Holzkonservierungsmittel (z. B. Pentachlorphenol)
  • zur Herstellung von Desinfizientien (Chlorphenole)
  • Entstehung als unerwünschte Nebenprodukte z. B.
    • bei der Herstellung von Trichlorphenol (Tetrachlordibenzo-p-dioxin)
    • bei der Herstellung von Monochlordimethyläther (Dichlordimethyläther)