BK-Info für Ärztinnen/Ärzte

Diagnosen

Bei Ihrer Patientin bzw. Ihrem Patienten liegt die nachfolgend genannte Diagnose vor?

  • L63.9 Alopecia areata, nicht näher bezeichnet

Berufliche Tätigkeiten / Einwirkungen

War Ihre Patientin bzw. Ihr Patient eine dieser nachfolgend beschriebenen Einwirkungen bei der Arbeit ausgesetzt?

Berufliche Einwirkungen / Tätigkeiten BK-Nr.
Thallium oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Gewinnung von Thallium
  • Herstellung, Verarbeitung und Verwendung von Thallium-Verbindungen und thalliumhaltigen Präparaten
  • Verwendung in der Glas-, Farben- und pyrotechnischen Industrie
  • Verwendung von Thallium-III-sulfat bei der Schädlingsbekämpfung
Halogenkohlenwasserstoffe
Beispiele:
Das Herstellen, Abfüllen, Verpacken, Transportieren und Anwenden der nachfolgend genannten chemischen Verbindungen insbesondere als:
  1. 1 Lösemittel, z. B.
    Dichlormethan (Methylenchlorid, CH2Cl2)
    1,1,1-Trichlorethan (CCl3-CH3)
    Trichlorethen (CCl2 = CHCl, Trichloräthylen, Tri)
    Tetrachlorethen (CCl2 = CCl2, Tetrachloräthylen, Perchloräthylen, Per)
    1,1,2-Trichlorethan
    1,1,2,2-Tetrachlorethan
    Trichlormethan (Chloroform, CHCl3)
    Tetrachlormethan (CCl4, Tetrachlorkohlenstoff, Tetra)
    • in der Metallindustrie zum Entfetten
    • in der Textil- und Bekleidungsindustrie zum Reinigen und als Hilfsmittel bei der Textilveredelung (z. B. Imprägnierung)
    • in der Farbenindustrie und beim Aufbringen sowie Abbeizen von Anstrichstoffen
    • in der Kunststoff- und Gummiindustrie, insbesondere als Ausgangsprodukt für Polymere und als Lösemittel für Klebstoffe
    • in der Erdölindustrie zum Trennen von Stoffgruppen aufgrund ihres selektiven Lösevermögens (z. B. für Asphalte, Öle und aromatische Kohlenwasserstoffe)
    • als Extraktionsmittel für Fette, Wachse und Harze
    • in Chemischreinigungsbetrieben zum Reinigen und als Detachiermittel
    • in der Schuhindustrie als Lösemittel für Klebstoffe
    • in der Druckindustrie und im grafischen Gewerbe
    • beim Terrazzo-Schleifen und Fluatieren durch Trichlorethen und Tetrachlorethen
  1. 2 Schädlingsbekämpfungsmittel (Pestizide)
    Zur Bekämpfung von Insekten (auch Ameisen), Spinnmilben, Würmern und Nagetieren sowie als Saatbeizmittel werden Stoffe verwendet wie z. B.
    • Brommethan (CH3Br, Methylbromid)
    • Hexachlorcyclohexan (C6H6Cl6, „HCH"), und zwar sein Gamma-Isomer „Lindan"
    • Chlorbenzole: Chlorbenzol, 1,4-Dichlorbenzol (Mottenbekämpfungsmittel), Hexachlorbenzol (nur für Weizensaat zugelassen)
    • Polycyclische Chlorkohlenwasserstoffe, z. B. Aldrin (nur für Weinbau zugelassen)
    • chlorierte Camphene (Toxaphen, nur als Rodenticid im Forstbereich, auf abgeernteten Feldern und für Blumenzwiebeln zugelassen)
    • 1,3-Dichlorpropen (ClCH = CH-CH2Cl)
    • Polychlorierte Phenole, z. B. Pentachlorphenol „PCP" (s. BK Nr. 1310)
Die früher häufig verwendeten Insektizide Dichlor-Diphenyl-Trichlorethan (DDT), Dieldrin sowie einige halogenierte Propan- und Propenverbindungen sind in Deutschland nicht mehr zugelassen
  1. 3 Kältemittel, Treibgase für Aerosole, Trennmittel
    Verwendung von z. B.
    R 11, Trichlor-fluormethan (CCl3F) - R 12
    Dichlor-difluormethan (CCl2F2) - R 114
    1,2-Dichlor-tetrafluorethan (CClF2-CClF2)
    unter Handelsnamen wie „Frigene", „Freone", „Kaltron", „Arklone", „Algofrene", „Flugene"
    • für die Erzeugung von Kälte
    • als Treibmittel für Aerosole und Plastikschäume
    • zum Trennen von Formen bei der Kunststoff- und Schaumstoffherstellung
  1. 4 Feuerlöschmittel
    Verwendung von Brom-Chlor-Fluorkohlenwasserstoffe (z. B. „Halon 1211", CF2ClBr, Bromchlordifluormethan) und als Bromtrifluormethan („Halon 1301", CBrF3) zum Löschen brennender flüssiger oder gasförmiger Stoffe, auch in elektrischen Anlagen
    Der Einsatz von Tetrachlormethan ist in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 01.03.1964, der von Bromchlormethan seit dem 01.01.1975 verboten.
  1. 5 Syntheseausgangsstoffe und Zwischenprodukte in der chemischen Industrie
    • 1,2-Dichlorethan (CH2Cl-CH2Cl)
    • 1,1,2-Trichlorethan (CHCl2-CH2-Cl)
    • Vinylchlorid (Chlorethen, CH2 = CHCl)
    • Vinylidenchlorid (1,1-Dichlorethen, CH2 = CCl2)
    • Vinylidenfluorid (1,1-Difluorethen, CH2 = CF2)
    • Tetrafluorethen (CF2 = CF2)
    • Chloropren (2-Chlor-1,3-butadien, CH2 = CH-CCl = CH2)
    • Perchlorierte Naphtaline („Perna", früher als Ersatz für Kautschuk, Harze, Wachse)
    • Chlormethan (Methylchlorid, CH3Cl)
    • Trichlormethan (Chloroform, CHCl3)
    • Tetrachlormethan („Tetra", CCl4)
    • 1,2-Dichlorethan (CH2Cl-CH2Cl)
    • 1,1,2 Tetrachlorethan (CHC2-CHCl2)
  1. 6 Isoliermittel in der Elektroindustrie
    Verwendung von chlorierte Naphthaline - polychlorierte Biphenyle („PCB", „Clophen", „Arochlor" = „Askarele") als Isoliermittel, auch in Transformatoren und Kondensatoren
  1. 7 Narkose und Desinfektionsmittel, vorwiegend im medizinischen und hygienischen Bereich
    Verwendung als
    • Narkosemittel wie z. B.
      • Enfluran (2-Chlor-1,1,2-trifluoräthyl-[difluormethyl]-ether) oder
      • Halothan (2-Brom-2-Chlor-1,1,1-Trifluorethan, CF3CHClBr)
    • Desinfektionsmittel und Mittel zur Geruchsverbesserung („Toilettensteine")
      z. B. Dichlorbenzole u. a.
      • Vereisungsmittel z. B. Chlorethan (Ethylchlorid, Chlorethyl, CH3-CH2Cl)
Nitro- und Aminoverbindungen des Benzols, seiner Homologen oder deren Abkömmlinge
Beispiele:
  • Herstellung, Verarbeitung, Verwendung oder Umgang mit
    1. Nitrobenzol - C6H5, NO2 - (Mirbanöl),
      Dinitrobenzol,
      Di- und Trinitrotoluol,
      Trinitrophenol (Pikrinsäure) und
      Dinitroorthokresol;
    2. Aminobenzol - C6H5, NH2 - (Anilin),
      Toluidine und
      Paraphenylendiamin (z.B. Ursol);
    3. Paranitroanilin - NO2, C6H4, NH2 - und
      Tetranitromethylanilin (Tetryl)
in
  • der chemischen Industrie, insbesondere Farbstoff- und Sprengstoffindustrie
  • der pharmazeutischen Industrie
  • der Fertigung fotografischer Produkte
  • Imprägnierbetrieben
  • Pelzfärbereien
  • Seifen-, Parfümerie-, Riechstoff- und Schuhcremefabriken
Methylalkohol
Beispiele:
  • Verwendung als Löse- oder Verdünnungsmittel für
    • Farben
    • Lacke
    • Polituren
    • Klebstoffe
    • Natur- und Kunstharze
    • zur Befeuchtung von Nitrozellulose
    • in Steifungs- und Fleckenreinigungsmitteln
  • Verwendung als Grundstoff in der chemischen Industrie, z. B.
    • zur Erzeugung von Formaldehyd
    • zur Herstellung von Anilinfarben sowie
    • in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie.
  • Verwendung als Vergällungsmittel für Brennspiritus.
Fluor oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Verwendung von Flusssäure
    • als Ausgangsstoff für Fluorverbindungen
    • zum Glasätzen, -mattieren und -polieren
    • bei der Gebäudereinigung
    • zum Beizen und Glänzen von Edelstählen
    • zur Entkieselung (Entfernung von Kieselsäureablagerungen)
    • in der Galvanotechnik
  • Verwendung von Fluoriden z. B.
    • bei der Anwendung als Fluss- und Trübungsmittel in der Emaille- und Glasindustrie
    • bei vielen galvanischen Prozessen
    • beim Schmelzen von Metallen
    • beim Schweißen und Löten von Leichtmetalllegierungen
    • in der Farben- und Erdölindustrie
    • bei der elektrolytischen Herstellung von Aluminium
  • Verwendung von Fluorverbindungen
    • bei der Schädlingsbekämpfung und Holzkonservierung
    • beim Wasserdichtmachen von Kunststeinfußböden und Zement (Fluatieren)
  • Verwendung als Treibmittel (Freone)
    • für Druckgaspackungen
    • zur Kunststoffverschäumung
    • als Löschmittel (Halone)
    • Kältemittel
    • als Extraktions-, Löse-, Reinigungs- und Verdünnungsmittel
  • Verwendung von aromatischen Fluorkohlenwasserstoffen in der Arzneimittelindustrie.
  • Verarbeitung hochwertiger Kunststoffe auf der Basis polymerer Fluorverbindungen (Teflon).
halogenierte Alkyl-, Aryl- oder Alkylaryloxide
Beispiele:
Verwendung
  • als Zwischenprodukte in der chemischen Industrie, z. B. für Expoxidharze (Epichlorhydrin)
  • als Chloralkylierungsmittel (Monochlordimethyläther, Dichlordiäthyläther)
  • für Pflanzenschutzmittel (Chlorphenole, Chlorkresole)
  • als Holzkonservierungsmittel (z. B. Pentachlorphenol)
  • zur Herstellung von Desinfizientien (Chlorphenole)
  • Entstehung als unerwünschte Nebenprodukte z. B.
    • bei der Herstellung von Trichlorphenol (Tetrachlordibenzo-p-dioxin)
    • bei der Herstellung von Monochlordimethyläther (Dichlordimethyläther)
para-tertiär-Butylphenol
Beispiele:
  • Herstellung von para-tertiär-Butylphenol insbesondere beim Probeentnehmen, Schleudern, Umrühren und Abfüllen der Substanz
  • Verwendung als Einsatzstoff für z. B.
    • Lackrohstoffe
    • Emulgatoren
    • Netzmittel
    • Antioxidantien für die Kautschukverarbeitung
    • Mineralölkonfektionierung
    • in der Schuh- und Automobilindustrie (durch Klebstoffe wie z. B. Neoprenkleber/Polychloroprenkleber)
    • para-tertiär-Butylphenol-Formaldehyd-Kunstharze
Dimethylformamid
Beispiele:
  • Herstellung von Dimethylformamid
  • Verwendung z. B. bei der
    • Herstellung von Polyacrylnitrilfasern
    • Herstellung von Pflanzenschutzmitteln
    • Herstellung von Speziallacken
    • Kunststoffbeschichtung (Polyurethane)
    • Herstellung von Kunstleder.
  • Verwendung z. B. als Lösemittel, Absorptionsmittel für Gase und als Synthese-Ausgangstoff
  • Herstellung von pharmazeutischen und kosmetischen Produkten
  • Verwendung als selektives Trennmedium zur Extraktion von aromatischen Kohlenwasserstoffen bei der Aufarbeitung von Mineralölen