BK-Info für Ärztinnen/Ärzte

Diagnosen

Bei Ihrer Patientin bzw. Ihrem Patienten liegt die nachfolgend genannte Diagnose vor?

  • L24.9 Toxische Kontaktdermatitis

Berufliche Tätigkeiten / Einwirkungen

War Ihre Patientin bzw. Ihr Patient eine dieser nachfolgend beschriebenen Einwirkungen bei der Arbeit ausgesetzt?

Berufliche Einwirkungen / Tätigkeiten BK-Nr.
Quecksilber oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Verhüttung von sulfidischen Zink- oder Silbererzen (Quecksilber als Nebenprodukt)
  • Flugstaub und Bleikammerschlamm aus der Schwefelsäureproduktion
  • Verwendung von Quecksilber bei der Herstellung von Thermometern und Barometern, Gleichrichtern, Unterbrechern, Quecksilber-Dampflampen
  • Verwendung von Quecksilber in Thermostaten
  • Verwendung von Quecksilber in der Hochvakuumtechnik
  • Herstellung von Knallquecksilber
  • Verwendung von Knallquecksilber als Initialsprengstoff zur Herstellung von Zündhütchen und Sprengkapseln
  • Verwendung von Quecksilberdialylen als Fungicide, Saatbeiz- oder Holzkonservierungsmittel (z. B. das leicht flüchtige Methyl- oder Äthylquecksilber sowie Phenylquecksilbersalze und Quecksilberoleate)
  • Herstellung von Quecksilberfarben
  • Herstellung von Amalgamen in der Metallurgie, in zahnärztlichen Praxen und Laboratorien
  • Verwendung als Katalysator, z. B. bei Acetaldehyd- und Essigsäureproduktion aus Acetylen
  • Verwendung zur Abtrennung von Natrium bei der elektrolytischen Chlor-Alkaligewinnung, Chloralkalielektrolyse
  • Herstellung von Quecksilberverbindungen
  • Rückgewinnung von Quecksilber
  • Verwendung als Imprägnierungsmittel für das Konservieren von Holz (Quecksilber-2-chlorid, sog. Cyanisierung, zum Verstärken photographischer Platten u. a., ferner Quecksilbercyanid [Hg(CN)2]
  • Verwendung als Beize in Hasenhaarschneidereien und in der Haarhutindustrie
  • Verwendung als Oxydationsmittel und Katalysator zur Entschwefelung organischer Stoffe
  • beim Vergolden in der Porzellanmalerei und als Bestandteil zur Herstellung medizinischer Hg-Präparate
  • Verwendung als Arzneimittel (Quecksilber-l-chlorid)
Vanadium oder seine Verbindungen
Beispiele:
  • Bei Gewinnung, Transport und Verarbeitung des Vanadiums
  • Bei Reinigungsarbeiten in mit Erdöl geheizten Boilern, Öfen und Turbinen
  • Verhüttung von Eisen- und Kupfererzen
  • Veredelung in der Stahlindustrie
  • Verwendung für katalytische Zwecke in der chemischen Industrie z. B. bei der Herstellung von Schwefelsäure, Phthalsäureanhydrid und Perboraten
  • Bei der Aufbereitung von Schlacken (Gewinnung von Vanadiumpentoxid (V2O5))
  • Verwendung von Vanadiumpentoxid bei der Herstellung von Ferrovanadin und als Katalysator
  • Bei bestimmten Arbeitsvorgängen entsteht eine unterschiedlich starke Staubentwicklung des teilweise sehr feinen pulverförmigen V2O5
Feuchtarbeit, die einen erheblichen Teil der Arbeitszeit einnimmt (Arbeiten im feuchten Milieu, Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe, häufiges oder intensives Reinigen der Hände)
Hautkontakt mit chemischen Substanzen mit irritativer bzw. allergener Potenz
Einwirkung von physikalischen Faktoren, wie z. B. von Mineralfasern,
Schnitthaaren bei Friseuren und evtl. thermischen Reizen (Hitze und Kälte) sowie Mikrotraumen durch Metall- oder Glasteilchen
Beispiele:
  1. Feuchtarbeit, die einen erheblichen Teil der Arbeitszeit einnimmt und bei der die Haut nicht durch persönliche Schutzausrüstung geschützt werden kann, besonders bei zusätzlicher mechanischer und chemischer Einwirkung. Hierzu siehe Definition in der TRGS 401
  2. Hautkontakt mit chemischen Substanzen mit irritativer bzw. allergener Potenz, z.B. mit
    • Metallionen (z. B. von Chrom, Nickel, Kobalt)
    • alkalischen Flüssigkeiten (z. B. wassergemischten Kühlschmiermitteln, Reinigungslösungen)
    • Detergentien (waschaktiven Substanzen)
    • Desinfektionsmitteln (z. B. Formaldehyd, Glutaraldehyd, Benzalkoniumchlorid)
    • Bioziden (z. B. Chlormethylisothiazolon, Formaldehydabspalter)
    • Lösemitteln (z. B. aliphatischen und aromatischen Kohlenwasserstoffen, hochsiedenden Mineralölfraktionen, Nitroverdünnungen, Terpentinölen und Terpentinersatzpräparaten)
    • einigen Kunststoffmono- und -oligomeren und ihren Härtern (z. B. Epoxid- und Acrylatharzsystemen, Aminhärtern)
    • Friseurchemikalien (z. B. Glycerylmonothioglykolat, p-Phenylendiamin),
    • Lötsubstanzen (Kolophonium)
    • Gummihilfsstoffen (z. B. Thiurame, Carbamate)
    • parasubstituierten aromatischen Aminen (p-Phenylendiamin, Gummichemikalien, Farbstoffen, Farbentwicklern)

      Auch natürliche Stoffe können eine Gefahrenquelle sein, wie z. B. Naturlatex,
      Mehle, Pflanzenbestandteile, Hölzer, Tierhaare, Tierschuppen (sowie andere
      tierische Proteine).
  3. Einwirkung von physikalischen Faktoren, wie z. B. von Mineralfasern,
    Schnitthaaren bei Friseuren und evtl. thermischen Reizen (Hitze und Kälte) sowie Mikrotraumen durch Metall- oder Glasteilchen.