Video-Kurzintervention zum Thema Gewaltprävention für Beschäftigte in Notaufnahmen

Projekt-Nr. UVT BGW1737

Status:

laufend

Zielsetzung:

Das Ziel der Studie ist die Entwicklung und Untersuchung einer niedrigschwelligen Kurzintervention zur Gewaltprävention in Notaufnahmen. Die Kurzintervention soll grundlegende Inhalte zum Thema vermitteln und sich daher besonders zur Einarbeitung neuer Mitarbeitender, aber auch zum Auffrischen des Wissens aller Beschäftigten eignen. Geplant ist eine ca. 45-minütige Schulung mit bis zu 10 Teilnehmenden (ärztliches und pflegerisches Personal einer Notaufnahme), die die folgenden Inhalte abbildet: Verhaltensprävention (Ursachen und Risikofaktoren von/für Gewalt; Frühwarnzeichen; Deeskalationstechniken) und Verhältnisprävention (lokale Situation und Abläufe, z. B. sichere Rückzugsorte, Notfallplan, Telefonnummern, Meldung, Nachsorge). Die Intervention zielt primär auf eine Erhöhung der Selbstwirksamkeit im Umgang mit Gewalt ab.

Ein weiteres Ziel der Kurzintervention ist die Vermittlung der Perspektive, dass gewalttätiges Verhalten häufig durch externe und situative Faktoren (wie z. B. Lärm) begünstigt wird und durch deeskalierende Kommunikation und Verhalten Mitarbeitende aktiv zur Verhinderung von Gewalt beitragen werden können. Außerdem werden mögliche Effekte der Intervention auf die Anzahl der Gewaltereignisse und die subjektive Gefährdungsbeurteilung der lokalen Situation als erhoben.

Aktivitäten/Methoden:

Es handelt sich um eine randomisiert-kontrollierte Studie, die multizentrisch an drei Standorten, jeweils im Bereich Notaufnahme, durchgeführt wird. Die Teilnehmenden (ärztliches und pflegerisches Personal einer Notaufnahme) werden randomisiert der Interventionsgruppe (IG) oder der Wartekontrollgruppe (KG) zugeordnet. Die Datenerhebung erfolgt in beiden Gruppen zu drei Zeitpunkten.

  • t0: Baseline-Erhebung vor der Teilnahme an der Kurzintervention,
  • t1: unmittelbar nach der Teilnahme der IG an der Kurzintervention und
  • t2: drei Monate nach der Teilnahme der IG an der Kurzintervention.

Nach der Befragung zu t2 nimmt die Wartekontrollgruppe ebenfalls an der Kurzintervention teil. Die folgenden Erhebungsinstrumente werden eingesetzt: Confidence in Coping with Patient Aggression Instrument, CCPAI (Nau et al., 2009, 2011), Management of Aggression and Violence Attitude Scale, MAVAS, (Duxbury et al., 2008; Hahn et al., 2006), Survey of Violence Experienced by Staff, SOVES-G-R, (Hahn et al., 2011), Gefährdungsbeurteilung (Eigenentwicklung).

Stand:

21.10.2026

Projekt

Gefördert durch:
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
  • https://www.senckenbergische-stiftung.de/
Projektdurchführung:
  • BG Klinikum Unfallkrankenhaus Berlin
  • BG Unfallklinik Frankfurt am Main
  • Bürgerhospital & Clementine Kinderhospital Frankfurt am Main
Branche(n):

Gesundheitswesen

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Physische Beanspruchung/Belastung, Physische Gewalt, Prävention

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Notaufnahme, Gewalt