Allergenquantifizierung

Projekt-Nr. IPA 111

Status:

laufend

Zielsetzung:

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Anpassung Arbeitsplatz-relevanter Allergen-Quantifizierungsmethoden. Für die Prävention und die Begutachtung sollen Standardmessprotokolle erarbeitet und eingesetzt werden, die von der Probensammlung am Arbeitsplatz bis hin zum Messwert und der Beurteilung reichen. Allergien haben zunehmende Bedeutung in Industrieländern und betreffen in Deutschland nach konservativer Schätzung mindestens 20 % der Bevölkerung (Weißbuch, Allergie in Deutschland; 2010). Auch an Arbeitsplätzen sowie in Schulen und Kindertagesstätten können erhöhte Konzentrationen an Allergen-belasteten Stäuben auftreten. Für den Arbeits- und Gesundheitsschutz, aber auch für die Begutachtungspraxis, stellt sich die Frage, ob und in welcher Konzentration Allergene am Arbeitsplatz vorhanden sind. Insbesondere dann, wenn das sensibilisierende Allergen auch außerhalb des Arbeitsplatzes ubiquitär vorkommt, reicht der Nachweis einer Sensibilisierung bei Beschäftigten für die Beurteilung nicht aus. Regelmäßig wird dann eine Quantifizierung des sensibilisierenden Allergens am Arbeitsplatz gefordert. Mittlerweile gibt es für einige Allergene Immunoassays, die prinzipiell eine Allergenquantifizierung ermöglichen. Allerdings müssen diese für die am Arbeitsplatz eingesetzten Staubsammelmethoden - und hier spielt insbesondere die personenbetragene Luftstaubsammlung eine große Rolle - bezüglich Sensitivität und Probenaufbereitungsmethoden angepasst und validiert werden. Darüber hinaus gibt es für eine Reihe von Arbeitsplatzallergenen bislang keine Nachweismethoden, so dass die Entwicklung von neuen Quantifizierungsassay für spezielle Fragstellungen immer wieder erforderlich ist.

Aktivitäten/Methoden:

Für Arbeitsplatz-relevante Allergene wird eine Standardvorschrift für das Messprotokoll von der Probensammlung bis einschließlich der Allergenquantifizierung erarbeitet, die dann bei entsprechendem Bedarf der Unfallversicherungsträger zum Einsatz kommt. Die Empfindlichkeit und Zuverlässigkeit der Allergenquantifizierung hängt von der gesamten Verfahrenskette, bestehend aus Probennahme, Probenelution, Sensitivität und Spezifität der Immunoassays ab, die für jedes Allergen zu optimieren ist, bevor Allergene am Arbeitsplatz routinemäßig quantifiziert werden können. Sukzessive wird anhand von Referenzproben eine Datenbasis geschaffen, um Arbeitsplatzmesswerte zukünftig besser beurteilen zu können.

Stand:

19.03.2019

Projekt

Gefördert durch:
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Projektdurchführung:
  • Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Arbeitsbedingte Erkrankungen, Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Allergisierende Stoffe, Atemwegserkrankungen (außer Krebserkrankungen)

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Allergenquantifizierung, Probensammlung, Allergien, Arbeitsplatz, Erkrankungen der Atemwege

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