Tierdetektion zur Bereichsüberwachung von Tiergehegen der Sicherheitsstufe III in Zoos

Projekt-Nr. IFA 5157

Status:

laufend

Zielsetzung:

In der Vergangenheit hat es immer wieder tödliche Unfälle beim Umgang mit Tigern oder Löwen in Zoos gegeben.

Die Gehege der Sicherheitsstufe III sind baulich so gestaltet, dass ein unbeabsichtigter Kontakt zu besonders gefährlichen Tieren (z. B. Tiger, Löwen und andere Großkatzen, Großbären, Menschenaffen und Fleckenhyänen) verhindert werden kann.

Diese Sicherheit ist jedoch ausschließlich von organisatorischen Maßnahmen abhängig. Das bedeutet, dass nur bei Beachtung aller Vorgaben durch das Personal ein sicherer Zugang zu einem Gehege gegeben ist.

In einem ersten Projekt wurden Schwachpunkte identifiziert. Es wurden technische Maßnahmen erarbeitet, die das Personal unterstützen und einen Zugang zum Gehege nur unter bestimmten Voraussetzungen freigeben. So müssen zum Beispiel alle angrenzenden Tierdurchgänge verschlossen sein und können nicht geöffnet werden, solange ein Zugang zum Gehege besteht. Somit wurde die Möglichkeit von Fehlverhalten auf die Anwesenheitskontrolle der Tiere reduziert.

Im IFA Projekt IFA5131 wurden zwei Überwachungskonzepte als erfolgsversprechend identifiziert:

  • ein Transpondersystem mit neu entwickelten RFID Transpondern, welche den Tieren implantiert werden können und eine größere Lesereichweite haben.
  • ein Kamerasystem, das die Tiere über die Fellzeichnung erkennen und identifizieren kann.

Ziel dieses Projektes ist es, diese Systeme für ihren Einsatz zur Tiererkennung in Zoos zu ertüchtigen und somit eine technische Zugangsbeschränkung für Pflegepersonal für Gehege mit Tieren der Sicherheitsstufe III realisieren zu können

Aktivitäten/Methoden:

Im Rahmen des Projektes soll die Eignung der im Projekt IFA5131 entwickelten Systeme weiter untersucht werden. Anhand von Langzeit-Tierversuchen mit Ziegen und Tigern in Zoos (Kooperation mit dem Allwetterzoo Münster) sollen sowohl das RFID System als auch das kamerabasierte System erprobt werden. Die Antennenanordnung sowie die Transpondereigenschaften sollen für die Anwendung optimiert werden. Die Detektionssicherheit des Kamerasystems muss mit hoher Zuverlässigkeit funktionieren. Bislang kommt es noch zu Fehlidentifikationen. In die Auswertesoftware der beiden Systeme müssen noch die im Maschinenschutz üblichen Fehler vermeidenden bzw. Fehler aufdeckenden Maßnahmen integriert werden. Internationale Kooperationen sollen angestoßen werden. Erste Kontakte zu cegeka und dem KMDA (Royal Zoological Society of Antwerp, Belgien) wurden hergestellt.

Stand:

24.04.2020

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • VBG (Verwaltungs-Berufsgenossenschaft)
  • Allwetterzoo Münster, Westfälischer Zoologischer Garten Münster GmbH
  • Assion Electronic GmbH
  • TH Köln - Labor für Hochfrequenztechnik
Branche(n):

Verwaltungen

Gefährdungsart(en):

-Verschiedenes-, ungünstige Arbeitsumgebung, Arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren

Schlagworte:

Arbeitsunfall, Unfallverhütung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Zoo, Haltung von Wildtieren, tödliche Unfälle in Tiergehegen, Tiger, Löwen, Großkatzen, Menschenaffen, Großbären, Fleckenhyänen, RFID, Kamerasystem,

Kontakt

Weitere Informationen

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