Schutzeinrichtung zur Verhinderung von Quetschunfällen an Therapieliegen

Projekt-Nr. IFA 5147

Status:

laufend

Zielsetzung:

Aufgrund von zwei tödlichen Unfällen von Reinigungskräften sowie zahlreichen Verletzungen (insbesondere Quetschverletzungen im Beinbereich von Pflege-/Therapiepersonal) in Zusammenhang mit der Bedienung oder Reinigung von Therapieliegen gibt es dringenden Handlungsbedarf, die sicherheitstechnische Ausstattung von elektrisch und hydraulisch betriebenen Therapieliegen neu zu betrachten und zu bewerten.

Die Unfälle ereigneten sich in der Regel aufgrund von unbewusst eingeleiteten Senk- oder Hubbewegungen der Therapieliegen, während sich Personen oder Gliedmaßen von Personen im mechanischen Unterbau der Therapieliegen befanden.

Im Rahmen des Projektes sollen sowohl die schon für Therapieliegen bekannten Sicherheitskonzepte als auch Sicherheitskonzepte, welche bisher nur im Maschinenschutz eingesetzt wurden, auf deren Eignung an Therapieliegen untersucht werden.

Es werden zwei Themenschwerpunkte betrachtet:

1. Möglichkeiten zur technischen Nachrüstung von Liegen, die bereits in Verkehr gebracht wurden

2. Möglichkeiten zur technischen Lösungen bei Neuprodukten

Für das Projekt ergeben sich somit zwei Ziele:

1. Aufzeigen von möglichen Sicherheitskonzepten, welche sich für eine praktikable Nachrüstlösung an Therapieliegen eignen.

Hierbei liegt der Schwerpunkt auf einer einfachen Anbringung an die Therapieliege und ggf. eine einfache Einbindung in die Antriebstechnik (Akzeptanz des Anwenders). Da eine Therapieliege bereits ab wenigen hundert Euro zu kaufen ist, darf der Kostenaspekt einer Nachrüstung nicht vernachlässigt werden. Weiterhin muss die Akzeptanz der Anwender (Therapeuten, Ärzte) berücksichtigt werden. Es ist davon auszugehen, dass für die unterschiedlichen Bauarten von Therapieliegen verschiedene Lösungen erforderlich sind.

2. Einspeisung der technischen Lösungen in die entstehende Norm für Therapieliegen (DIN EN 60601-2-xx). Der Entwurf zur Norm wird zurzeit im DKE/AK 812.9.1 (Energetisch betriebene Krankenhausbetten) erarbeitet und soll als Grundlage für ein internationales Normungsvorhaben bei IEC dienen.

Aktivitäten/Methoden:

Das Projekt gliedert sich in folgende Phasen:

1. Marktrecherche, welche Typen von Therapieliegen am Markt vorhanden sind und welche Schutzkonzepte bereits existieren

2. Analyse der Arbeitsabläufe bei der Verwendung von Therapieliegen durch Felduntersuchungen (bei Therapeuten in der näheren Umbegung)

3. Erarbeitung von Schutzkonzepten für alle Typen von Therapieliegen. Die Schutzkonzepte sollen dabei auch an Therapieliegen im IFA getestet werden (evtl. mit Feldversuchen)

4. Klärung technischer Gegebenheiten sowie Umgebungsbedingungen bezüglich der Eignung von Schutzkonzepten

5. Festlegen, welche (neuen) Schutzkonzepte für Bestands- oder neue Therapieliegen umsetzbar sind

6. Workshop mit Herstellern und Betreibern von Therapieliegen mit Diskussion der Ergebnisse im IFA

7. Publikation der Ergebnisse

8. Einspeisung der Schutzkonzepte in die Normung

Stand:

07.06.2019

Projekt

Gefördert durch:
  • Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Projektdurchführung:
  • Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IFA)
  • Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege
  • FH Münster - Ergonomie und Medizintechnik
Branche(n):

Dienstleistungen

Gefährdungsart(en):

Mechanische Gefährdungen

Schlagworte:

Unfallverhütung, Arbeitsunfall, Mechanische Gefährdung

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Therapieliegen, tödliche Unfälle, Quetschunfälle

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