Neuentwicklung der Software OMEGA-Gefahrstoffe zur Erhebung und Verarbeitung von Expositionsdaten zu Gefahrstoffen im MGU

Projekt-Nr. IFA 1132

Status:

abgeschlossen 05/2025

Zielsetzung:

Neuentwicklung des Organisationssystems zur Ermittlung und Nutzung von Messdaten über die Exposition von Gefährdungen am Arbeitsplatz (OMEGA). Das IT-Verfahren OMEGA Gefahrstoffe ist mittlerweile seit fast 40 Jahren im Einsatz und wurde kontinuierlich im IFA weiterentwickelt.

Aufgrund inhaltlicher Weiterentwicklung in der Struktur der Datenerfassung und den Schlüsselverzeichnissen sowie des technologischen Fortschritts und der damit einhergehenden wachsenden Anforderungen der Nutzenden wird ein Neudesign der Architektur und technologischen Basis notwendig, um die neuen Anforderungen optimal umsetzen zu können. Hierzu sind unter anderem weitreichende konzeptionelle Lösungen im Bereich der Softwarearchitektur notwendig. Die fachliche Anpassung und Erweiterung der Datenerfassung beziehen sich auf die Art und Struktur der Daten. Außerdem werden der Umfang und die Inhalte der zu ermittelnden Expositionsdaten geändert. Im Bestandsverfahren sind zahlreiche Regeln implementiert, die im neuen System konfigurierbar verwaltet werden sollen, um mittel- und langfristig interne Ressourcen sparen zu können. Weiterhin werden Änderbarkeit und Erweiterbarkeit, Wartbarkeit, Installierbarkeit und Betreibbarkeit der Anwendung optimiert, um eine zukunftssichere IT-Lösung zu schaffen und die hierfür derzeit anfallenden Kosten zu senken. Hierzu zählt auch, dass bestehende Prozesse für den IT-Entwicklungsbereich des MGU an die neuen (IT-)Standards angepasst werden und der bestehende Auslieferungsprozess für Software und Schlüsselverzeichnisse vereinfacht wird.

Projektnutzen:

Die Neukonzeption verfolgt das Ziel, dass Expositionsdaten mit höherer Qualität durch die Verwendung von neuen Schlüsselverzeichnissen (Branche, Betriebsteil, Arbeitsbereich, Tätigkeit, Arbeitsmittel/Produktionsanlage, ausgeübter Beruf) dem Verfahren "Messdaten zur Exposition gegenüber Gefahrstoffen am Arbeitsplatz – MEGA" zur Verfügung gestellt werden, um die Berufskrankheitenermittlung und die Planung und Durchführung von Präventionsstrategien zu unterstützen und für epidemiologische Studien zur Verfügung zu stellen.

Zudem soll die datentechnische Bearbeitung von Vorgängen sowohl in den Messtechnischen Diensten als auch im IFA effizienter durchgeführt werden. Die im OMEGA-System gespeicherten Expositionsdaten und Messberichte müssen konsistent sein, lesbarer werden und schneller den Aufsichtspersonen und Betrieben zur Verfügung stehen.

Die OMEGA-Software Gefahrstoffe wird Funktionalitäten für die Online- und Offline-Arbeit bereitstellen und das Arbeiten auf unterschiedlichen Geräten (z. B. Notebook, Tablet), die Bearbeitung und Bereitstellung der Messberichte ohne zusätzliche Software sowie die Bereitstellung arbeitsrelevanter Dokumente ermöglichen.

Wesentlich ist die Mandantenfähigkeit, die die Software gewährleisten muss. Diese schließt eine sichere zentrale Speicherung und Sicherung aller eingegebenen und zu dokumentierenden Expositionsdaten und Berichte auf einem DGUV Server ein sowie einen UVT-getrennten Zugriff (UVT: Unfallversicherungsträger) auf die Inhalte unter Berücksichtigung der Pseudonymisierung.

Aktivitäten/Methoden:

Die Struktur und der Umfang der Datenerfassung wurden optimiert und die Workflowsteuerung der Datenerfassung wurde flexibilisiert. Die Ergonomie und Unterstützung der Datenerfassung und Datenbearbeitung durch die Nutzer, insbesondere die autorisierten Mitarbeitenden, wurden verbessert. Messverfahren, zugrundeliegende regulatorische Regeln und zu erfassende Daten unterliegen Änderungen. Das System ermöglicht es, neue und geänderte Verfahren weitestgehend konfigurativ zu unterstützen. Die bestehenden Auslieferungsmechanismen für Software-Updates wurden vereinfacht und automatisiert. Eine zukunftssichere IT-Lösung wurde geschaffen.

Die Architektur der Software entspricht der einer modernen Webanwendung und besteht aus folgenden Komponenten:

  • Frontend basierend auf Angular Framework
  • Backend basierend auf Spring Framework
  • Oracle Database
  • OAuth 2.0 Authentication Provider

Die Kommunikation zwischen Frontend und Backend erfolgt über ein JSON-basiertes REST Interface. Für die Kommunikation mit bestehenden Komponenten sollte JSON oder XML gewählt werden. Es wurde der Ansatz einer Vier-Schichten-Architektur verfolgt. Jede dieser Schichten hat bestimmte Aufgaben. Zum Aufbau einer sauberen Struktur dürfen Komponenten einer höheren Schicht nur Komponenten derselben oder der direkt darunterliegenden tieferen Schicht verwenden.

Folgende Schichten werden definiert:

  1. Client: Benutzerschnittstelle des Systems, das heißt Dialoge des Frontends. Dazu gehörten auch etwaige Umsysteme, wie Annahmeassistenten oder andere Fat Clients, oder Smartphone Clients.
  2. Service: Veröffentlicht die Funktionalität des Systems nach außen hin für Clients, Batches oder Nachbarsysteme. Dabei handelt es sich um eine Fassade, in der üblicherweise auch ein zentrales Transaktions- und Fehlerhandling angesiedelt ist.
  3. Business Logik: Die eigentliche Geschäftslogik, mit der die Anwendungsfälle der Spezifikation umgesetzt werden.
  4. Datenzugriff: Kapselt den lesenden und schreibenden Zugriff auf Daten aus der Datenbank, also die Persistenz. Technische Querschnitts-Server-Komponenten lassen sich keiner dieser Schichten zuordnen und stehen prinzipiell in den drei Schichten Service, Logik und Datenzugriff zur Verfügung.
  5. Die Software wurde nach marktüblichen Methoden und Standards sowohl projektintern durch qualifiziertes Personal als auch durch Experten der Anwendungsdomäne mehreren intensiven Tests entsprechend der jeweiligen Entwicklungszyklen unterzogen.

Aufwand:
Von den Hauptabteilungen IFA und ITD der DGUV wurden dem Projekt für die Projektlaufzeit jeweils Ressourcen zugesprochen. Für die gesamte Projektlaufzeit von drei Jahren ergaben sich folgende Aufwände:

IFA: 20.300 h

ITD: 8.000 h

Für Gespräche im Rahmen der Erhebung von Anforderungen, Klärung fachlicher Inhalte sowie kontextabhängige Beteiligung an Anwendungstests wurde für die IFA Abteilungen A2 und A3 mit einem Gesamtvolumen von ca. 500 Arbeitsstunden über die Projektlaufzeit gerechnet.

Ergebnisse:

Mit OMEGAone liegt ein mandantenfähiges, zentrales IT-Verfahren für die Ermittlung, Dokumentation und Nutzung von Expositions Messdaten im Bereich Gefahrstoffe vor. Das System bildet den Workflow im Messsystem Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger digital ab und unterstützt die beteiligten Rollen in Messtechnischen Diensten und im IFA bei der strukturierten Vorgangsbearbeitung, von der Messvorbereitung über die Expositionsdatenerfassung bis zur Berichtserstellung und Auswertung. Das Produkt stellt Expositionsdaten in optimierter Datenstruktur und über erweiterte Schlüsselverzeichnisse bereit, sodass die Datenqualität für die Nutzung im Verfahren MEGA steigt und damit Berufskrankheiten Ermittlung, Präventionsplanung sowie epidemiologische Auswertungen unterstützt werden. Gleichzeitig werden Messberichte und Expositionsdaten konsistent geführt, die Lesbarkeit verbessert und die Bereitstellung für Aufsichtspersonen und Betriebe beschleunigt. OMEGAone unterstützt sowohl Online- als auch Offline-Arbeit und ist für unterschiedliche Endgeräte ausgelegt. Messberichte können ohne zusätzliche Software bearbeitet und bereitgestellt werden, arbeitsrelevante Dokumente werden im Vorgangskontext verfügbar gemacht. Kernmerkmal ist die Mandantenfähigkeit mit sicherer zentraler Speicherung und Sicherung auf DGUV Infrastruktur sowie logisch getrenntem Zugriff je Unfallversicherungsträger.

Stand:

14.09.2026

Projekt

Projektdurchführung:
  • UV-übergreifend
Branche(n):

-branchenübergreifend-

Gefährdungsart(en):

Gefahrstoffe

Schlagworte:

Messverfahren, Arbeitsschutzsystem, Exposition

Weitere Schlagworte zum Projekt:

Messverfahren Arbeitsschutzsystem Exposition

Kontakt

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