Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)

Stand: 17. Februar 2020

Von China ausgehend breitet sich derzeit ein neuartiges Coronavirus SARS-CoV-2 aus. Die Millionenmetropole Wuhan in der Provinz Hubei ist Zentrum des Ausbruchs. Die damit einhergehende Erkrankung wird Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) genannt.

Erreger

Coronaviren (CoV) können beim Menschen Krankheiten verursachen, die von leichteren Erkältungskrankheiten bis hin zu schwereren Krankheiten wie Middle East Respiratory Syndrome (MERS) und Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) reichen. Bisher zeigten 7 Coronaviren ein humanpathogenes Potenzial. Das Coronavirus SARS-CoV-2 ist ein neues Virus, das bisher beim Menschen nicht nachgewiesen wurde.

Symptomatik

Infektionen des Menschen mit Coronaviren verlaufen meist mild und asymptomatisch. Es können auch Atemwegserkrankungen mit Fieber, Husten, Atemnot und Atembeschwerden auftreten. In schwereren Fällen kann eine Infektion eine Lungenentzündung, ein schweres akutes respiratorisches Syndrom, ein Nierenversagen und sogar den Tod verursachen, meist bei Personen, deren Immunsystem geschwächt ist.

Das Virus SARS-CoV-2 hat sich in der kurzen Zeit nach seiner erstmaligen Entdeckung im Dezember 2019 als Erreger von Lungenentzündungen sehr effizient durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch ausgebreitet.

Verlauf des Ausbruchs

Am 31. Dezember 2019 wurde das WHO-Landesbüro in China über eine Häufung von Lungenentzündungen in Wuhan informiert. Die chinesischen Behörden haben am 7. Januar 2020 das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 als Ursache der Erkrankung identifiziert. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist inzwischen wissenschaftlich gesichert. Aktuell steigen die Fallzahlen an. Es sind (Stand 17. Februar 2020 Situationsbericht der WHO) bisher in China 70635 bestätigte Fälle aufgetreten, davon 1772 Todesfälle, überwiegend bei älteren Personen mit vorliegenden Grunderkrankungen. Die Letalitätsberechnung schwankt derzeit um 2%. Diese Zahl ist aufgrund der unklaren Anzahl der tatsächlich Erkrankten jedoch nur begrenzt aussagekräftig.

Außerhalb von China sind bisher insgesamt 794 Fälle bestätigt, insbesondere in Ländern mit hohem Reiseaufkommen von und nach China. In Europa (Stand 17. Februar 2020) sind bisher 47 Fälle aufgetreten, mit einem Todesfall (Tourist aus China) in Frankreich. In Deutschland wurden bei bisher 16 Betroffenen Infektionen mit dem Virus SARS-CoV-2 bestätigt, bisher alle mit mildem Verlauf. Alle stehen im Zusammenhang mit einem einzigen Infektionsgeschehen (Infektionscluster) bei einer Firma in Bayern (14 Fälle), oder es sind Fälle bei den deutschen Staatsbürgern, die Anfang Februar 2020 aus Wuhan ausgeflogen worden waren (2 Fälle).

Einschätzung der WHO

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 30.Januar 2020 festgestellt, dass es sich beim aktuellen Ausbruch durch das Virus SARS-CoV-2 in China um eine "Gesundheitliche Notlage mit internationaler Tragweite" (PHEIC) handelt. Die WHO hat dabei für die betroffenen und die angrenzenden Staaten eine Reihe von Empfehlungen zur Eindämmung und Kontrolle des Ausbruchsgeschehens ausgesprochen. Für Deutschland hat die Einstufung keine direkten Folgen, da die WHO-Empfehlungen hier bereits erfüllt sind.

Reisehinweise für China

Die chinesischen Behörden haben seit 23. Januar 2020 Reisebeschränkungen für Wuhan und andere Städte der Provinz Hubei erlassen. Eine Ausreise mit Zug, Flug, Bus oder Fähre ist derzeit nicht möglich. Auch andere Provinzen Chinas haben Einschränkungen der Reise- und Bewegungsfreiheit unterschiedlichen Ausmaßes verhängt. Davon kann zunehmend auch der Fernreiseverkehr betroffen sein. Allgemein ist derzeit mit erheblichen Einschränkungen der Mobilität innerhalb Chinas zu rechnen.

Bei Ein- und Ausreise sind Fieberkontrollen möglich; bei Symptomen ist mit Quarantänemaßnahmen zu rechnen.

Das Auswärtige Amt warnt derzeit vor Reisen in die Provinz Hubei, von nicht notwendigen Reisen in das übrige Staatsgebiet der Volksrepublik China mit Ausnahme der Sonderverwaltungszonen Hongkong und Macao wird bis auf weiteres abgeraten.

Sofern Sie sich in China aufhalten, empfiehlt das Auswärtige Amt, sich an die Anweisungen der lokalen Sicherheitskräfte und in Anbetracht der zunehmenden Einschränkungen die vorübergehende bzw. vorzeitige Ausreise zu erwägen.

Außerdem hat das Auswärtige Amt eine Krisenvorsorgeliste erstellt und empfiehlt sich dort eintragen zu lassen. Im Bedarfsfall ist dann eine schnelle und effektive konsularische Unterstützung vor Ort möglich.

Die Bundesregierung hat inzwischen alle ausreisewilligen Bundesbürger aus dem Epidemiegebiet ausgeflogen.

Ein Merkblatt des Auswärtigen Amtes finden Sie hier.

Einreisebeschränkungen für Reisende aus China

Verschiedene Staaten wie z.B. USA, Australien und Neuseeland haben für Ausländer, die aus oder über China (Festlandchina) einreisen wollen, Einreisebeschränkungen erlassen. Beachten Sie bei beabsichtigten Reisen in andere Staaten im Anschluss an Aufenthalte in China die aktuellen Einreisebestimmungen der jeweiligen Zielländer.

Lage in Deutschland

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts muss mit einem Import von einzelnen Fällen nach Deutschland gerechnet werden. Auch einzelne Übertragungen in Deutschland werden als möglich erachtet. Die Gefahr für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland durch die neue Atemwegserkrankung aus China wird derzeit als gering eingeschätzt.

Schutz der Allgemeinbevölkerung und Verhalten im Verdachtsfall

Es gelten die gleichen Hygieneregeln wie allgemein zum Schutz vor luftübertragbaren Infektionskrankheiten wie z.B. Influenza:

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Durch diese einfachen Maßnahmen verringert sich die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erheblich.

Berufsbedingte Kontakte und Schutzmaßnahmen

Berufsbedingte Kontakte mit SARS-CoV-2 können durch Kontakt mit infizierten Patienten in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder beim Transport von infizierten Patienten z. B. im Flugzeug und im Krankenwagen stattfinden. Weiterhin kann ein berufsbedingter Kontakt in Laboratorien erfolgen, in denen Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden.

Für Beschäftigte, die durch ihre berufliche Tätigkeit mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommen können, gelten die BioStoffV und die einschlägigen Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA). Nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse reichen die dort beschriebenen Maßnahmen aus.

Die TRBA 250 und TRBA 100 regeln Maßnahmen zum Schutz Beschäftigter vor Infektionen im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege sowie in Laboratorien.

Ergänzend zur TRBA 250 enthält der ABAS-Beschluss 609 Maßnahmen "beim Auftreten einer nicht ausreichend impfpräventablen humanen Influenza", die sich analog auf den Umgang mit 2019-nCoV übertragen lassen.

Der ABAS wird in Kürze die Einstufung des Virus SARS-CoV-2 in eine Risikogruppe auf der Grundlage aktueller epidemiologischer Daten vornehmen.