• Bild einer stilisierten Weltkugel und Lupe

Abgeschlossene Forschungsprojekte

Einsatz und Nutzen von Arbeitsschutzfilmen

Bei Arbeitsschutzunterweisungen kommt es auf eine inhaltlich, didaktisch und optisch anspruchsvolle Gestaltung an, um Beschäftigte zu erreichen. Wie ist hier der Bedarf der Akteure im Betrieb, Arbeitsschutzfilme einzusetzen und wie bewerten sie den Nutzen? Das war Gegenstand einer Online-Umfrage unter Fachkräften für Arbeitssicherheit, die vom IAG begleitet und unterstützt wurde. Aus den Ergebnissen dieser Erhebung kann man schlussfolgern, dass Arbeitsschutzfilme gern eingesetzt werden und schon jetzt ein hoher Bedarf an Arbeitsschutzfilmen besteht. Gleichzeitig lässt sich auch erkennen, dass ein Wunsch nach verbesserten Angeboten an Arbeitsschutzfilmen und Videoclips sowie ihren Zugangsmöglichkeiten besteht. Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier und die Mediathek für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderunghier.

Multitasking

Immer häufiger scheinen Beschäftigte zwei oder mehr Aufgaben gleichzeitig auszuführen. Dieses sogenannte „Multitasking“ kann sich negativ auf die Arbeitssicherheit und Gesundheit auswirken. Um die Effekte des Multitasking zu überprüfen, hat das IAG eine Untersuchung mit zwei alltagsnahen Szenarien durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass die Leistung deutlich schlechter wurde, während die subjektiv erlebte Anspannung stieg. Multitasking kann auch zu körperlichen Veränderungen führen wie z.B. einem Anstieg der Herzrate. Es zeigten sich jedoch weder Geschlechts- noch Altersunterschiede beim Multitasking.

Bloße "Zufriedenheitsabfrage" nicht genug?

Wie gut sind Ihre Seminare? Viele Anbieter testen die Qualität ihrer Arbeit gar nicht oder nur ungenügend. Am Ende eines Bildungsangebots "nur" die Zufriedenheit der Teilnehmenden zu erfassen, reicht leider nicht aus. Qualifizierung hat ihren Preis, und Auftraggebender wollen zu Recht wissen, was einzelne Qualifizierungsmaßnahmen bringen. Haben die Teilnehmende etwas gelernt? Sind sie motiviert, das Gelernte anzuwenden? Und noch viel wichtiger sind die Fragen: Wird das Gelernte auch tatsächlich angewandt? Und führt es auch zu Veränderungen im Umgang mit dem Arbeitsschutz im eigenen Betrieb. Mit dem IAG-Transfer-Fragebogen ist es jetzt möglich, eine gründliche Evaluation auf Grundlage wissenschaftlicher Kriterien durchführen zu lassen.

"Mein nächster Beruf" - Personalentwicklung für Berufe mit begrenzter Tätigkeitsdauer:

In bestimmten Berufen scheiden überproportional viele Beschäftigte vorzeitig aus. Diese Berufe haben trotz Präventionsbemühungen eine begrenzte Tätigkeitsdauer. Das Projekt ergänzt klassische Präventionsansätze und konzentriert sich auf einen alternativen Weg: den Wechsel der Beschäftigten in andere Tätigkeiten oder Berufe. Wir erarbeiten Maßnahmen, damit dieser Wechsel zum richtigen Zeitpunkt in den richtigen Beruf erfolgt und gut vorbereitet wird. Damit können die Betroffenen länger gesund und berufstätig sein.

Die Ergebnisse im Modellberuf der stationären Krankenpflege, für den Straßen- und Tiefbau und für den Reinigungsberuf sind im iga-Report 17 Teil1 bis 3 veröffentlicht. Die Studie zu den Metallberufen finden Sie unter: https://www.dguv.de/iag/forschung/aktuelle-forschungsprojekte

Handynutzung im Auto

Wie verhalten sich Autofahrende, wenn sie telefonieren, im Vergleich zu einem Gespräch mit dem Beifahrer/der Beifahrerin? Welche Unterschiede im Fahrverhalten finden sich, wenn der Fahrer/die Fahrerin eine Freisprecheinrichtung nutzt oder aber das Handy mit der Hand hält? Ist insgesamt die Beeinträchtigung des Fahrers/der Fahrerin durch das Gespräch oder durch die Bedienung des Telefons größer? Diesen und anderen Fragen wurde  im Rahmen einer Literaturstudie systematisch nachgegangen.  Ziel dieses Projektes war es, einen Überblick über die bislang untersuchten Einflussfaktoren der Handy-Nutzung beim Autofahren zu gewinnen, diese kritisch zu bewerten und für die Versicherten Handlungsempfehlungen zu formulieren.

Das ergonomische Klassenzimmer

Das Beachten von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit kann nicht früh genug anfangen und in den Köpfen der Betroffenen und Verantwortlichen verankert werden. Deshalb beschäftigt sich die DGUV in einem umfangreichen Projekt mit dem Thema „Gute und gesunde Schule“. Ein wichtiges Element hierbei ist die ergonomische Gestaltung des Klassenraums. Er wurde im Projekt näher unter die Lupe genommen und die Lern- oder Arbeitsumgebung optimiert.

In einer Grundschule in Dresden (Sachsen) und einer Hauptschule in Hennef (NRW) wurde jeweils ein Klassenzimmer baulich verändert und hinsichtlich vier Aspekten optimiert: (1) Beleuchtung und Farbe, (2) Klima und Lüftung, (3) Lärm, (4) Möblierung und Fußboden. Die durch die Änderung dieser vier Aspekte erreichten Effekte wurden im Hinblick auf Gesundheits- und Lernförderlichkeit evaluiert.

Die Ergebnisse des Projektes wurden in einem DGUV Report veröffentlicht.

Kopfhörer im Straßenverkehr

Immer häufiger sieht man Fußgänger und Fußgängerinnen und Radfahrende, die Musik über Kopfhörer hören, während sie am Straßenverkehr teilnehmen. Wie sich dies auf das Reaktionsverhalten auswirkt, ist bisher kaum untersucht. In einem Experiment wurde überprüft, wie sich die Reaktionszeiten auf acht unterschiedliche Verkehrsgeräusche ändern, wenn über In-Ear- oder über On-Ear-Kopfhörer leise oder laute Musik gehört wird. Es zeigt sich, dass sich die Reaktionszeiten mit Musik deutlich verlängern im Vergleich zur Kontrollbedingung ohne Musik. Auch bereits bei leiser Musik kann sich die Reaktionszeit um die Hälfte erhöhen. Man kann davon ausgehen, dass verzögerte Reaktionen im Straßenverkehr das Unfallrisiko erhöhen. Aus diesem Grund sollte auf das Tragen von Kopfhörern im Straßenverkehr verzichtet werden. Hier finden Sie weitere Informationen zu diesem Projekt.

Arbeitsbezogene erweiterte Erreichbarkeit: Wie belastet sind wir?

Das Thema „Ständige Erreichbarkeit“ wird in der letzten Zeit sehr oft in den Medien aufgegriffen. Allerdings gab es bisher kaum Untersuchungen zu diesem Thema. Das IAG hat in Kooperation mit der Unfallkasse Hessen 430 Beschäftigte befragt, warum und wie oft sie erreichbar sind und wie belastet sie sich dadurch fühlen. Es zeigt sich, dass der Großteil der Beschäftigten auch während der Freizeit erreichbar ist und dass sich rund jeder Siebte hierdurch stark oder sehr stark belastet fühlt. Viele Befragten gehen davon aus, dass der Vorgesetzte Erreichbarkeit erwartet, ohne dies genau zu wissen. Hier würden klare Absprachen zwischen Vorgesetzten und Beschäftigten helfen, wer wann im Team erreichbar sein muss und wann nicht. Die Ergebnisse wurden in einemIAG-Report veröffentlicht.

Evaluation eines Programms zur Prävention von sexuellem Missbrauch bei Kindern

In vielen Schulen in Deutschland werden Präventionsprogramme für Kinder angeboten, durch die das Risiko für sexuellen Missbrauch verringert werden soll. In einer Literaturstudie des IAG konnte gezeigt werden, dass aber bisher kaum wissenschaftlich fundierte Evaluationen dieser Präventionsangebote vorliegen. Das IAG evaluiert deshalb das Programm „Mädchen und Jungen stärken“ des Deutschen Kinderschutzbundes, Ortsverband Münster. Zu diesem Programm lagen zumindest Ergebnisse einer Pilotstudie vor, die erste Hinweise auf die Wirksamkeit lieferten. Das Programm wird nun noch einmal mit einem wissenschaftlichen Evaluationsdesign bei insgesamt sieben Schulklassen untersucht. Erste Ergebnisse zeigen, dass das Programm nicht nur für die Schülerinnen und Schüler, sondern auch für deren Eltern positive Effekte hat. Die Ergebnisse wurden in einem IAG-Report veröffentlicht:

Kontakt

Prof. Dr. Frauke Jahn
Tel.: +49 30 13001-2200
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