Coronavirus Disease 2019 (COVID-19)

Von China ausgehend breitet sich derzeit das neue Coronavirus SARS-CoV-2 aus. Die damit einhergehende Erkrankung wird Coronavirus Disease 2019 (COVID-19) genannt. Aktuell steigt die Anzahl der Infizierten weltweit drastisch an, wobei in China die aktiven Infektionen seit dem 18. Februar kontinuierlich sinken. Steigende Fallzahlen werden derzeit insbesondere aus den USA, Italien, Spanien und Deutschland gemeldet.

Erreger

Coronaviren (CoV) können beim Menschen Krankheiten verursachen, die von leichteren Erkältungskrankheiten bis hin zu schwereren Krankheiten wie Middle East Respiratory Syndrome (MERS) und Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) reichen.

Die Krankheitsverläufe variieren stark, sie reichen von symptomlosen Verläufen bis hin zu schweren Lungenentzündungen mit Lungenversagen und Tod. Die Inkubationszeit beträgt nach derzeitigem Stand bis zu 14 Tagen. Die meisten Infektionen (ca. 80 %) verlaufen mild und asymptomatisch. Im Verlauf der Erkrankung sind dann die häufigsten Symptome Fieber und trockener Husten. Hinzu kommen manchmal allgemeine Symptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Halsschmerzen, Kopfschmerzen, selten auch Durchfall und Schnupfen.

Bei etwa 20 % der Fälle, insbesondere bei älteren Personen, Personen mit Vorerkrankungen (u.a. Herzerkrankungen, Asthma, Bronchitis, chronische Lebererkrankung, Diabetes, Krebserkrankungen) oder Personen, deren Immunsystem geschwächt ist, nimmt die Erkrankung einen schwereren Verlauf. Das bedeutet eine Lungenentzündung mit hohem Fieber, Atemnot bis hin zu Lungenversagen, in seltenen Fällen auch eine Sepsis.

Lage in Deutschland

Nach Auffassung des Robert Koch-Instituts handelt es sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Die Gefährdung für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland wird derzeit (Stand 24.03.2020) vom Robert-Koch-Institut insgesamt als hoch eingeschätzt. Diese Gefährdung variiert aber von Region zu Region.

Die Belastung des Gesundheitswesens hängt maßgeblich von der regionalen Verbreitung der Infektion, den vorhandenen Kapazitäten und den eingeleiteten Gegenmaßnahmen (Isolierung, Quarantäne, soziale Distanzierung) ab und kann örtlich sehr hoch sein. Die meisten COVID-19-Fälle sind zwischen 35 und 59 Jahre alt. Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Der Altersmedian liegt bei 47 Jahren, aber es sind Personen aller Altersstufen betroffen, auch Kinder unter 5 Jahren sowie Jugendliche. 78% der verstorbenen Personen weisen ein Alter von 70 Jahren oder älter auf.

Die aktuellen COVID-19 Fallzahlen in Deutschland finden Sie unter www.rki.de

Angeordnete Maßnahmen

Schulen und Kindertageeinrichtungen sind in Deutschland zunächst bis zum 19.04.2020 geschlossen. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben sich Bund und Länder am 16.03.2020 auf folgende „Leitlinien zum Kampf gegen die Corona-Epidemie“ geeinigt:

Am 22.03.2020 haben Bund und Länder aufgrund der drastisch steigenden Zahlen an SARS-CoV-2 Infizierten und den bis dahin nur bedingt eingehaltenen Kontaktbeschränkungen weitere Maßnahmen ergriffen um eine weitere Ausbreitung der Infektion zu verringern.

Die beschlossenen Leitlinien zur Beschränkung sozialer Kontakte gelten zunächst für zwei Wochen.

Darüber hinaus behalten weitere Maßnahmen ihre Gültigkeit: Für den Publikumsverkehr geschlossen sind::

  • Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen
  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen und ähnliche Einrichtungen
  • Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks und Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen), Spezialmärkte, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen und ähnliche Einrichtungen
  • Prostitutionsstätten, Bordelle und ähnliche Einrichtungen
  • der Sportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen
  • alle weiteren, nicht an anderer Stelle dieser Leitlinien genannten Verkaufsstellen des Einzelhandels, insbesondere Outlet-Center
  • Spielplätze.

Weiterhin verboten bleiben:

  • Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen sowie die Wahrnehmung von Angeboten in Volkshochschulen, Musikschulen und sonstigen öffentlichen und privaten Bildungseinrichtungen im außerschulischen Bereich sowie Reisebusreisen
  • Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und die Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften.

Von den Ländern sollen folgende Regelungen erlassen werden (sofern nicht schon geschehen):

  • Besuchsregelungen für Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, Pflegeheime und besondere Wohnformen im Sinne des SGB IX sowie ähnliche Einrichtungen, um den Besuch zu beschränken (z.B. Besuch einmal am Tag, für eine Stunde, allerdings nicht von Kindern unter 16 Jahre, nicht von Besuchern mit Atemwegsinfektionen, etc.)
  • in den vorgenannten Einrichtungen sowie in Universitäten, Schulen und Kindergärten, soweit deren Betrieb nicht gänzlich eingestellt wird, ein generelles Betretungsverbot für Personen, die sich in den letzten 14 Tagen in Risikogebieten im Ausland oder besonders betroffenen Regionen im Inland nach RKI-Klassifizierung aufgehalten haben.
  • Regelungen, dass Übernachtungsangebote im Inland nur zu notwendigen und ausdrücklich nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden können

Ausdrücklich nicht geschlossen wird der Einzelhandel für Lebensmittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Tierbedarfsmärkte und der Großhandel. Für diese Bereiche wurden die Sonntagsverkaufsverbote bis auf weiteres grundsätzlich ausgesetzt werden.

Eine Öffnung dieser genannten Einrichtungen erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, zur Steuerung des Zutritts und zur Vermeidung von Warteschlangen.

Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesens bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.

Der Freistaat Bayern hat über diese Maßnahmen hinaus eine zweiwöchige Ausgangsbeschränkung verhängt, diese gilt ab Freitag, den 20.03.2020 ab 24 Uhr. Auch andere Bundeländer wollen über weiter Maßnahmen oder Ausgangssperren entscheiden.

Reisebestimmungen

Seit dem Abend des 17.03.2020 gilt in Deutschland ein Einreisestopp für Nicht-EU-Bürger. In wenigen Ausnahmen dürfen Drittstaatangehörige mit längerfristigem Aufenthaltsrecht oder im Fall eines dringenden Einreisegrundes (beispielsweise eine Beerdigung oder ein Gerichtstermin) einreisen. Die Durchreise durch Deutschland ist weiterhin für Staatsangehörige von EU-Staaten und ihre Angehörigen sowie für Bürger aus Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz erlaubt

Das Auswärtige Amt hat am 17.3.2020 eine weltweite Reisewarnung ausgesprochen.

Schutz der Allgemeinbevölkerung und Verhalten im Verdachtsfall

Es gelten die gleichen Hygieneregeln wie allgemein zum Schutz vor luftübertragbaren Infektionskrankheiten wie z.B. Influenza:

  • Händeschütteln vermeiden
  • Regelmäßiges und gründliches Hände waschen
  • Hände aus dem Gesicht fernhalten
  • Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, nicht in die Hand
  • Im Krankheitsfall Abstand halten
  • Geschlossene Räume regelmäßig lüften

Durch diese einfachen Maßnahmen verringert sich die Ansteckungsgefahr von Infektionskrankheiten bzw. die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung erheblich. Siehe dazu auch: https://publikationen.dguv.de/detail/index/sArticle/3787

Versicherungsschutz

COVID-19 ist von der WHO als Pandemie eingestuft worden. Die Infektionskrankheit stellt somit eine Allgemeingefahr dar. Damit erfüllt sie im Regelfall nicht die Voraussetzungen eines Arbeitsunfalls, denn die Betroffenheit ergibt sich zufällig und unabhängig von der versicherten Tätigkeit.

Als Versicherungsfall der gesetzlichen Unfallversicherung kommt aber eine Berufskrankheit (Nr. 3101 der Berufskrankheitenliste) in Betracht. Dies setzt voraus, dass der oder die Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war. Ob diese Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen, prüft der zuständige Unfallversicherungsträger.

Berufsbedingte Kontakte und Schutzmaßnahmen

Berufsbedingte Kontakte mit SARS-CoV-2 können durch Kontakt mit infizierten Patienten in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder beim Transport von infizierten Patienten z. B. im Flugzeug und im Krankenwagen stattfinden. Weiterhin kann ein berufsbedingter Kontakt in Laboratorien erfolgen, in denen Verdachtsproben auf Erreger untersucht werden.

Für Beschäftigte, die durch ihre berufliche Tätigkeit mit SARS-CoV-2 in Kontakt kommen können, gelten die BioStoffV und die einschlägigen Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe (TRBA). Nach derzeitigem Stand der Erkenntnisse reichen die dort beschriebenen Maßnahmen aus.

Die TRBA 250 und TRBA 100 regeln Maßnahmen zum Schutz Beschäftigter vor Infektionen im Gesundheitswesen und der Wohlfahrtspflege sowie in Laboratorien.

Weiterführende Links:

Informationen einzelner Berufsgenossenschaften für die Beschäftigten ihrer Branchen

Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand