SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Besondere organisatorische Maßnahmen

  • Organisation des Schulbetriebs
    Abstand halten

    Unterricht

    Oberstes Gebot für den Aufenthalt im Schulgebäude und die Durchführung von Unterricht und Prüfungen ist die Gewährleistung des Mindestabstandes von 1,5 m. Mögliche Maßnahmen sind:

    • Reduzierung der Gruppengröße / Teilung der Klassen
    • Festlegung der maximalen Anzahl an Schülerinnen und Schülern in Abhängigkeit von der Raumgröße
    • Beibehaltung der Gruppeneinteilung / möglichst keine Durchmischung
    • Gruppenwechsel für Lehrkräfte so gering wie möglich halten
    • Anpassung der methodisch / didaktischen Konzepte
    • Verzicht auf Partner- und Gruppenarbeit, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann
    • Ausrichten der Tische in eine Richtung, angepasst an die Verkehrswege

    Hinsichtlich der Durchführung von Fach- und Sportunterricht sind die länderspezifischen Regelungen zu berücksichtigen.

    Verkehrswege

    Die Nutzung von Verkehrswegen im Schulgebäude (u. a. Flure, Treppen, Türen, Aufzüge, Ein- und Ausgänge) sowie im Außengelände soll so angepasst werden, dass der Mindestabstand von 1,5 m gewährleistet ist. Dabei soll auch geprüft werden, welche Lüftungsmaßnahmen in Fluren und Treppenhäusern möglich beziehungsweise erforderlich sind. Flure und Treppen sollen für den "Rechtsverkehr" eine ausreichende Breite aufweisen. Falls keine ausreichende Breite der Flure und Treppen vorhanden ist, soll eine Einbahnwegregelung vorgesehen werden. Verfügt die Schule über mehrere Treppenhäuser, kann ein Treppenhaus als Aufgang, das andere Treppenhaus als Abgang genutzt werden. Ein- und Ausgänge sollen klar definiert sein. Bodenmarkierungen, Hinweisschilder und Absperrband können organisatorisch helfen, den Mindestabstand einzuhalten. Die Nutzung der Aufzüge soll Menschen mit Unterstützungsbedarf und Behinderungen vorbehalten bleiben, alle anderen Personen sollen die Treppe benutzen. Auch in Aufzügen soll der Mindestabstand von 1,5 m eingehalten werden. Die Bedienelemente sollen möglichst nicht mit den Händen, sondern z. B. mit den Ellbogen berührt werden. Bei allen Überlegungen muss berücksichtigt werden, dass Flucht- und Rettungswege freigehalten werden. Überzähliges Mobiliar darf nicht auf den Verkehrswegen (z. B. Flure oder Ein- und Ausgangsbereiche) stehen. Um die Abstandsregelungen zu kontrollieren, sollten vor Unterrichtsbeginn und nach Unterrichtsende genügend Aufsichten auf dem Schulgelände, im Eingangsbereich und in den Fluren eingesetzt werden.

    Personaleinsatz

    Bei der Planung des Personaleinsatzes soll geprüft werden, ob und inwieweit für besonders schutzbedürftige Personen zusätzliche individuelle Maßnahmen zum Schutz vor einer Ansteckung notwendig sind. Die Prüfung wird auf Grundlage der länderspezifischen Regelungen vorgenommen. Dies schließt den Einsatz von Schwangeren (§ 10 Mutterschutzgesetz) und besonders schutzbedürftigen Personen nach Einschätzungen des Robert- Koch-Institutes ein. Die Betriebsärztin / der Betriebsarzt sollte beratend hinzugezogen werden.


    Erste Hilfe

    Die Grundversorgung in Bezug auf Ersthelferinnen bzw. Ersthelfer muss sichergestellt sein. Es muss jederzeit unverzüglich Erste Hilfe geleistet werden können.


    Reinigung

    Der Schulsachkostenträger stellt eine regelmäßige Reinigung von Räumen und Kontaktflächen sicher. Die Intervalle zur Reinigung aller genutzten schulischen Räume und hochfrequentierten Kontaktflächen (z.B. Handläufe, Türklinken, Haltegriffe, Tischplatten in Fachräumen, die von mehreren Klassen genutzt werden, Telefone, die von mehreren Personen genutzt werden) sollen entsprechend der schulischen Hygienepläne an die besonderen Gegebenheiten angepasst werden. Es wird empfohlen, Sanitärräume mindestens einmal (arbeits-)täglich zu reinigen.

    Handhygiene

    Während des Schulbetriebs soll auf eine regelmäßige Handhygiene aller Beteiligten geachtet werden. Die Handhygiene soll an einem Waschbecken ermöglicht werden, das sich in räumlicher Nähe zum Arbeits- und Lernplatz befindet.
    Die Hände sollen gewaschen werden:

    • nach dem Niesen, Schnäuzen oder Husten
    • vor Unterrichtsbeginn
    • vor dem Essen
    • nach der Pause
    • nach dem Toilettenbesuch
    • nach dem Kontakt mit schmutzigen, ggfs. kontaminierten Materialien (z. B. Treppengeländer, Haltegriffe)

    Eine Händedesinfektion ist grundsätzlich nicht notwendig. Sie kann jedoch erforderlich sein, wenn z. B. ein gründliches Händewaschen nicht möglich ist oder nach Kontakt mit Stuhl, Urin, Erbrochenem, Blut oder anderen Körperausscheidungen sowie nach Verunreinigung mit infektiösem Material. In diesem Fall ist das Händedesinfektionsmittel in die trockenen Hände zu geben, vollständig auf den Händen zu verteilen und entsprechend der Angaben trocknen zu lassen.

    Hautpflege

    Um Hautirritationen und -schädigungen durch das häufigere Händewaschen vorzubeugen, ist eine geeignete Hautpflege sinnvoll. Eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Creme, die nach dem Waschen und bei Bedarf benutzt wird, sollte in Spendern bereitgestellt oder von den Schülerinnen und Schülern mitgebracht werden. Die Schülerinnen und Schüler beziehungsweise ihre Erziehungsberechtigten sollten auf die Bedeutung der unterstützenden Hautpflege hingewiesen werden.

    Weitere Hygienemaßnahmen

    Auf Berührungen untereinander wie z. B. Handschlag, Umarmung, Begrüßungsküsschen sollte verzichtet werden. Ebenso sollte das Gesicht nicht mit den Händen berührt werden, um eine Aufnahme von Krankheitserregern über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund zu vermeiden.


  • Lehr- und Lernmittel

    Die Lehr- und Lernmittel (z. B. Stifte, Bücher, Unterrichtsmaterialien) sollen nach Möglichkeit personenbezogen verwendet und nicht weitergegeben bzw. untereinander ausgetauscht werden. Wo das nicht möglich ist, soll eine regelmäßige Reinigung, insbesondere vor der Übergabe an andere Personen, vorgesehen werden.

    Handkontaktflächen (z. B. Türklinken, Griffe, Schalter, Bedienelemente von Tafeln, Treppen- und Handläufe, Tische, Telefone, Kopierer) sollen besonders gründlich und in stark frequentierten Bereichen mindestens täglich, ggf. auch mehrmals täglich, mit einem tensidhaltigen Reinigungsmittel gereinigt werden. Bei allen weiteren Griffbereichen (z. B. Computermäuse, Tastaturen) soll eine Nutzung durch mehrere Personen durch eine entsprechende Organisation des Unterrichts vermieden werden. Die Verwendung von Schutzhandschuhen bei der Nutzung von Lehr- und Lernmitteln ist nicht notwendig.


  • Unterrichtszeit und Pausengestaltung
    Unterricht

    Um sich selbst und andere vor einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 zu schützen, zählt das Abstandhalten von mindestens 1,5 m zur wichtigsten und effektivsten Maßnahme. Diese kann durch die Einführung bestimmter organisatorischer Maßnahmen unterstützt werden:

    • Durch eine zeitliche und räumliche Entzerrung kann die Belegungsdichte einzelner Gebäudeteile, Lehr- und Lernbereiche sowie gemeinsam genutzter Einrichtungen verringert werden.
    • Um die Ansammlung größerer Gruppen von Schülerinnen und Schülern zu vermeiden, empfiehlt sich ein zeitversetzter Schul- beziehungsweise Unterrichtsbeginn, Pausenbeginn und Essenszeitbeginn.
    • Die maximale Anzahl der Schülerinnen und Schüler soll pro Gebäudeteil (z. B. Außengelände oder Sanitärräume) festgelegt werden.
    • Ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung (MNB) auch im Unterricht erforderlich, so soll darauf geachtet werden, dass ausreichende Zeiten ermöglicht werden, in der die MNB abgelegt werden kann (Kurzpausen). Es wird empfohlen, wenn die vorgenannten Kurzpausen nicht durchgeführt werden können, nach zwei Stunden Tragezeit eine anschließende Erholungsdauer von 15 – 30 Minuten zu ermöglichen.
    • Bei der Stundenplangestaltung sollten Freistunden möglichst vermieden werden, um die Abstandsregeln einhalten zu können.
    • In den Pausen sollten die vorgesehenen Räumlichkeiten und/oder das Außengelände zeitversetzt genutzt werden, die Organisation sollte an die Gegebenheiten vor Ort angepasst werden.
    • Empfehlenswert ist eine Einteilung in Gruppen, denen voneinander getrennte Bereiche bzw. gekennzeichnete Flächen zugewiesen werden, um die Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten und ggf. ohne MNB auszukommen.
    • Die Einhaltung der Abstandsregeln sollte zusätzlich über die Pausenaufsicht gewährleistet werden.

  • Schulfremde Personen

    Der Aufenthalt und Besuch von Externen in der Schule (z. B. Erziehungsberechtigte, Ehrenamtliche) soll auf ein Minimum beschränkt werden. In jedem Fall sollen Kontaktdaten und Aufenthaltszeiten der Besucher dokumentiert werden. Dies gilt vor allem, wenn es sich nicht um Kurzzeitkontakte (z. B. Paketbote) handelt. Vor Eintritt in die Schule sollen die Besucher über die Regelungen an der jeweiligen Schule informiert werden. Mund- Nase-Bedeckungen sollen verwendet werden, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

  • Organisation des Schulwegs

    Mit der Öffnung der Schulen sind auch die Wiederaufnahme der Schülerbeförderung und eine zunehmende Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) verbunden. In beiden Fällen ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung entsprechend den Regelungen in den Bundesländern verpflichtend.

    Aufgrund der an vielen Schulen aktuell gestaffelten Zeiten von Unterrichtsbeginn und Unterrichtsende ist eine Abstimmung der für die Schülerbeförderung Zuständigen (Schulträger, Beförderungsunternehmen, Verkehrsbehörden) notwendig. Regelungen zum Infektionsschutz während der Beförderung sollen an alle Beteiligten, insbesondere an Schülerinnen und Schüler sowie Erziehungsberechtigte, im Vorfeld kommuniziert werden.

    Wartebereiche für die Schülerbeförderung in direkter Nähe der Schule, die vermehrt frequentiert werden, sollen so gestaltet werden, dass der Mindestabstand von 1, 5 m eingehalten werden kann, z. B. mit Hilfe von Bodenmarkierungen. Gegebenenfalls sollte dieser Bereich durch die Schule gesondert beaufsichtigt werden. Alternativ wird das Tragen von MNB empfohlen. Grundsätzlich steht den Schülerinnen und Schülern die Wahl des Verkehrsmittels frei. Es wird empfohlen, falls die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln nicht dringenderforderlich ist, den Schulweg zu Fuß oder – abhängig vom Alter der Kinder - mit dem Fahrrad zurückzulegen. An der Schule sollten Fahrradabstellplätze mit ausreichendem Abstand gekennzeichnet werden. Sowohl Erziehungsberechtigte als auch Lehrkräfte sollen mit den Schülerinnen und Schülern den Schulweg besprechen und die notwendigen Schutzmaßnahmen erläutern.

    Bei der Ankunft in der Schule sollte als Erstes eine Händereinigung erfolgen. Dies kann z. B. durch eine eindeutige Wegemarkierung, Hinweisschilder und eine zusätzliche Aufsicht unterstützt werden.

    Die Hinweise der zuständigen Ministerien sowie Verkehrsund Ordnungsbehörden auf Länder- und kommunaler Ebene sind zu berücksichtigen.


  • Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle

    Es sollen schulspezifische Regelungen zur raschen Aufklärung von Verdachtsfällen auf eine SARS-CoV-2-Infektion getroffen werden. Dies beinhaltet u. a. Absprachen zwischen Schulleitung, Schulsachkosten- und Schulhoheitsträger sowie weiteren zuständen Behörden (z. B. Gesundheitsämtern). Die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern sollen über die schulischen Regelungen informiert werden.

    Bei Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion sind Schülerinnen, Schüler, Lehrkräfte sowie Beschäftigte aufzufordern, die Schule umgehend zu verlassen beziehungsweise zuhause zu bleiben. Weitere Regelungen treffen die Ministerien der einzelnen Bundesländer. Die Aufsichtspflicht der Schule für die Schülerinnen und Schüler muss dabei berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass in Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und dem Alter der Schülerinnen und Schüler eine Betreuung vor Ort und die Abholung durch eine erziehungsberechtigte Person gewährleistet sein muss. Es sollte ein Warteraum oder Wartebereich vorgesehen werden, der möglichst von den üblichen Verkehrswegen "entkoppelt" ist. Die betroffenen Personen und die Schulleitung sollten sich umgehend zunächst telefonisch zur Abklärung an einen behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt wenden. Die Schulleitung sollte in Abstimmung mit den zuständigen Behörden Regelungen treffen, um bei bestätigten Infektionen diejenigen Personen zu ermitteln und zu informieren, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht. Auch wenn ein Familien- bzw. Haushaltsmitglied der Beschäftigten oder Schülerinnen und Schüler erkrankt ist oder Krankheitssymptome aufweist, darf die Schule bis zur ärztlichen Abklärung nicht von den jeweiligen Beschäftigten oder Schülerinnen und Schülern betreten werden.

  • Psychische Belastungen durch Corona minimieren

    Die aktuellen Veränderungen und Anpassungen im Schulbetrieb führen bei vielen Mitgliedern der Schulgemeinde zu Verunsicherungen und Ängsten. Wichtig ist ein offener Umgang mit Fragen und aktuellen Themen wie z. B. die eigene Erkrankung oder Infektionen im persönlichen Umfeld, der Tod von Angehörigen oder soziale Isolierung.

    Zudem können familiäre Konflikte und Krisen, insbesondere dort, wo die Ausweichmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler entfallen, zu einer Verstärkung der Belastungen führen. Hier sollten Schülerinnen und Schüler auf das Angebot der Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräfte, Schulseelsorge, kommunaler, überregionaler Beratungsstellen und Anlaufstationen hingewiesen werden. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist die psychische Belastung zu berücksichtigen und geeignete Maßnahmen sind abzuleiten. Auch hierfür können die schulinternen Beratungsnetzwerke und länderspezifischen Ansprechstellen hinzugezogen werden.