FAQ Schulen

Stand: 29. Juni 2022

Auf dieser Seite haben wir Ihnen Fragen und Antworten zusammengestellt, die in der Praxis regelmäßig vorkommen und übergreifend gelöst werden können.

Auch nach dem Auslaufen der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung sind Schulen nach § 36 Abs. 1 Infektionsschutzgesetz (IfSG) verpflichtet, in einem Hygieneplan innerbetriebliche Verfahrensweisen zur Einhaltung der Infektionshygiene festzulegen. Außerdem sind Arbeitgeber nach § 3 Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verpflichtet, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitsschutzes zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit beeinflussen. Dazu zählen auch Maßnahmen zur Sicherstellung der Hygiene und Vermeidung von Infektionsgefahren in der Schule.

Nicht nur zum Schutz vor Infektionen, sondern für einen umfassenden Gesundheitsschutz sind allgemeine Maßnahmen der Hygiene sinnvoll. Die erforderlichen Maßnahmen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln und umzusetzen.

Lüftung und Raumtemperatur

Mit fachgerechtem Lüften leisten die Schulen einen entscheidenden und wirksamen Beitrag zur Sicherstellung einer gesunden Innenraumlufthygiene und damit auch zur Reduzierung des Infektionsrisikos durch virushaltige Aerosole. Das Umweltbundesamt (UBA) hat dazu Empfehlungen zum richtigen Lüften in Schulen erarbeitet.

  • Wie kann das ausreichende Lüften der Räume in der Schule sichergestellt werden?

    Die Innenraumlufthygiene hat während der SARS-CoV-2-Epidemie an Bedeutung gewonnen. Die Konzentration möglicher vorhandener Viren in der Atemluft soll vermieden bzw. weitestgehend verringert werden, damit das Risiko einer Ansteckung mit SARS-CoV-2 minimiert wird.

    Zur Gewährleistung von gesundheitlich zuträglicher Atemluft und der Reduzierung von CO2 ist in Klassenräumen generell ein kontinuierlicher und effektiver Luftaustausch wichtig. Für einen Luftaustausch in den Räumen sorgen die freie Lüftung über Fenster oder der Einsatz raumlufttechnischer Anlagen (RLT).

    • Freies Lüften (Fensterlüftung) ist die einfachste Methode. Die generelle Empfehlung – sofern keine Lüftungsintervalle bestimmt wurden – lautet: morgens Stoßzulüften und dann möglichst alle 20 Minuten für 5 Minuten im Herbst und für 3 Minuten im Winter, mind. aber nach jeder Stunde, intensiv und fachgerecht zu lüften.
    • Beim Einsatz von raumlufttechnischen Anlagen (RLT) ist die Einstellung für den Außenluftanteil so weit wie möglich zu erhöhen. Im Idealfall erreicht man mit der RLT-Anlage einen höheren und kontinuierlicheren Luftaustausch als mit Fensterlüftung. RLT-Anlagen sollten möglichst dauerhaft betrieben werden, d. h. während der Nutzung des Gebäudes bzw. des Raumes auf Nennleistung und ansonsten auf abgesenkter Leistung. Bei CO2-gesteuerten RLT-Anlagen kann ein Dauerbetrieb auf Nennleistung z. B. dadurch erreicht werden, dass an der Anlage ein Zielwert von 400 ppm eingestellt wird.

    Mobile Luftreiniger arbeiten im Umluftbetrieb. Daher sorgen sie nicht für den notwendigen Luftaustausch in Räumen, da sie keine Frischluft zuführen. Deshalb sind sie für die Lüftung von Klassenräumen nicht geeignet. Sie können lediglich als ergänzende Maßnahme eingesetzt werden, um die Virenlast in Räumen zu reduzieren, wenn nur eingeschränkte Lüftungsmöglichkeiten bestehen. Ein regelmäßiges Lüften muss in jedem Fall sichergestellt werden. Weitere Informationen hierzu unter der Frage "Ist der Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Schulräumen sinnvoll?".

    Alle aktuellen Informationen zum Thema Lüften in der SARS-CoV-2-Epidemie hat die DGUV zusammengestellt. Weitere Informationen gibt das Umweltbundesamt.

  • Wie kann die Raumluftqualität in Schulräumen gemessen werden?

    Als Maß für die Beurteilung der Luftqualität und damit für die Festlegung des Lüftungsintervalls, wird die CO2-Konzentration im Raum herangezogen.

    Entsprechend der Technischen Regel für Arbeitsstätten "Lüftung" (ASR A3.6) ist eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm akzeptabel. Kann die CO2-Konzentration im Mittel bei 1.000 ⁠ppm⁠ oder kleiner gehalten werden, dann gilt der Raum als ausreichend belüftet. In Zeiten der Epidemie sollte allerdings deutlich häufiger und intensiver gelüftet werden und die CO2-Konzentration von 1.000 ppm deutlich unterschritten werden.

    Mit Hilfe der DGUV-App "CO2-Timer" oder ähnlicher Rechenprogramme kann der Verlauf der CO2-Konzentration in den Räumlichkeiten in Abhängigkeit von der Personenzahl und der Raumgröße abgeschätzt und der Zeitpunkt für eine Lüftungspause ermittelt werden. Eine Messung der CO2-Konzentration mit einer CO2 Ampel kann bei der Bestimmung der geeigneten Lüftungsintervalle unterstützen und auch bei der Veranschaulichung für die Kinder und Jugendlichen hilfreich sein.

    Weitere Informationen:

  • Ist der Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Schulräumen sinnvoll?

    Im KMK-Expertengespräch Lüften in Schulräumen (PM vom 24. September 2020) stimmten die beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler darin überein, dass der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte grundsätzlich nicht nötig sei, wenn Räume über Fenster ausreichend gelüftet werden können (vgl. Technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 „Lüftung“). In Räumen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (z.B. keine raumlufttechnische Anlage oder Fenster nur kippbar) kann der Luftaustausch z. B. durch die Installation von Zu- und Abluftanlagen erhöht werden. Auch kann dort alternativ der Einsatz von mobilen Luftreinigern als ergänzende Maßnahme zur Lüftung in Einzelfällen sinnvoll sein. Können Räume jedoch nicht gelüftet werden, sind diese Räume aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht geeignet und können auch nicht durch Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten ertüchtigt werden.

  • Was ist beim Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte zu beachten?

    Mobile Luftreinigungsgeräte können weder CO2 (Kohlendioxid) oder andere Stoffe in der Luft noch Feuchte- und Wärmelasten abführen. Deswegen sind mobile Luftreinigungsgeräte keinesfalls ein Ersatz, sondern allenfalls als Ergänzung zum aktiven Lüften geeignet. Beim ergänzenden Einsatz von diesen Geräten in Klassenräumen sind u. a. folgende Punkte zu beachten:

    • Es muss eine ausreichende Außenluftzufuhr sichergestellt werden, um gesundheitlich zuträgliche Atemluft zu gewährleisten und die Konzentration an CO2 sowie anderer Stoffe zu reduzieren!
    • Luftreinigungsgeräte bieten keinen Schutz vor einer möglichen Tröpfcheninfektion im Nahbereich von Personen (bei Unterschreitung des Mindestabstandes)
    • Der Sachkostenträger hat die Gefährdungsbeurteilung zu aktualisieren, insbesondere hinsichtlich der Gefährdungen, die beim Betrieb der Geräte auftreten können, z. B gefährliche Oberflächen, Standsicherheit, elektrische Sicherheit, Lärm. Die ermittelten Gefährdungen und abgeleitete Schutzmaßnahmen sind in einer Betriebsanweisung für das jeweilige Gerät am Aufstellungsort bekannt zu geben.
    • Mobile Luftreiniger werden mit unterschiedlichen Reinigungstechniken angeboten. Auf der Seite des Umwelt Bundesamtes (UBA) werden die verschiedenen Reinigungstechniken näher erläutert: "Mobile Luftreiniger: Nur als Ergänzung zum Lüften sinnvoll".
    • Sowohl die Wirksamkeit der Geräte als auch, dass keine gesundheitsgefährdenden Stoffe oder Strahlung in den Raum abgeben werden, ist durch den Hersteller zu belegen.
    • In Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit des Luftreinigers, der Geräuschemission und der Raumgröße ist zu prüfen, wie viele Geräte im Raum aufgestellt werden müssen. Zu berücksichtigen ist dabei auch der Luftstrom, der von diesen Geräten emittiert wird, da er zur Verteilung von Aerosolen in der Raumluft beitragen kann. Die Hintergrundgeräusche sollen die empfohlenen Höchstwerte der ASR A3.7 Abschnitt 6 nicht überschreiten, für Klassenräume sollen maximal 35 dB(A) erreicht werden.
    • Die Aufstellung, der Betrieb und die Instandhaltung (Reinigung, Filterwechsel usw.) müssen fachgerecht erfolgen.
    • Beim Einsatz von Luftreinigungsgeräten mit HEPA-Filtern ist der regelmäßig notwendige Wechsel der Filter zu berücksichtigen. Hinweise für die Eignung und Gefährdungsbeurteilung von Luftfilteranlagen in öffentlichen Gebäuden gibt das Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.
    • • Luftreiniger, bei denen chemische Verfahren, z. B. Desinfektion mit Ozon oder Wasserstoffperoxid, und/oder Hochspannungsverfahren zum Einsatz kommen, können unter Umständen gesundheitsgefährdende Stoffe an die Raumluft abgeben. Geräte, die als Nebenreaktion des Reinigungsverfahrens reaktive Gase freisetzen, sollten daher nur eingesetzt werden, wenn eine Gesundheitsgefährdung durch die freigesetzten Stoffe ausgeschlossen werden kann. Eine aktive Freisetzung von reaktiven Gasen in die Luft zur Desinfektion während der Anwesenheit von Personen darf nicht erfolgen.
    • Fluchtwege, -türen oder Sicherheitseinrichtungen dürfen nicht verstellt werden.
    • Beim Einsatz von Luftreinigern ist vorher die Stromversorgung hinsichtlich der zusätzlichen Belastungen zu prüfen.

    Weitere Informationen:

  • Was ist beim Einsatz von Luftreinigern mit UV-C-Strahlung in Schulräumen zu beachten?

    Ein Luftreiniger mit UV-C-Strahlung kann sinnvoll sein, hier muss jedoch sichergestellt sein, dass weder die UV-C-Strahlung selbst noch durch die Strahlung evtl. entstehende gesundheitsgefährdenden Stoffe (z. B. Ozon oder Stickoxide) nach außen dringen können. Beim Betrieb solcher Geräte sind stets die Herstellerangaben zu beachten und sie dürfen daher nur bestimmungsgemäß verwendet werden.

    In Schulen dürfen durch den Einsatz von Luftreinigern mit UV-C-Strahlung keine zusätzlichen Gefährdungen für Schülerinnen, Schüler und Beschäftigte entstehen. Grundsätzlich ist beim Einsatz dieser Geräte – wie bei jedem anderen Gerät auch – das kindliche Verhalten bei der Beurteilung der Gefährdungen mit zu berücksichtigen.

    Gerätegehäuse von Luftreinigern mit UV-C-Strahlung sollten entsprechend der schulischen Nutzung sicher und mit einem Sabotagealarm ausgestattet sein.

  • Welche Regelungen gelten für die Temperatur in Klassenräumen?

    Richtwerte für eine gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur enthält die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR) A3.5 "Raumtemperaturen" in Tabelle 1. Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen soll bei leichter, sitzender Tätigkeit +20 Grad C betragen. Eine Abweichung nach unten ist möglich, wenn zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden, siehe dazu Abschnitt 4.2 (2) dieser ASR. Vorgaben in der ASR sind keine verpflichtenden Werte, der verantwortliche Unternehmer kann aber bei Erfüllung dieser Anforderungen davon ausgehen, die verpflichtende Anforderung nach gesundheitlich zuträglicher Raumtemperatur aus der Arbeitsstättenverordnung zu erfüllen.

    Es ist technisch kaum möglich, einen Raum bei niedrigen Außentemperaturen auch während der Lüftungspausen gleichbleibend bei einer Raumtemperatur von +20 Grad C zu halten. Bei einer richtig durchgeführten Stoßlüftung sinkt die Temperatur im Raum aber nur kurzfristig um 2-3 Grad Celsius, dies wird schnell wieder durch die in Wänden, Decken und Böden gespeicherte Wärme ausgeglichen. Daher ist es möglich, durch die in Abschnitt 4.2 (2) genannten Maßnahmen eine kurzzeitige Unterschreitung der Raumtemperatur zu kompensieren. Dazu gehört u. a. das Tragen geeigneter wärmender Kleidung während der Lüftungspausen, die ja ohnehin vorhanden ist, da die Schülerinnen und Schüler sie auf dem Schulweg tragen.

    Die Empfehlungen des Umweltbundesamtes beschreiben ausreichendes und fachgerechtes Lüften in Schulen. In der kalten Jahreszeit ist es weder notwendig noch ratsam, während des Unterrichts ständig die Fenster zu öffnen, und sei es auch nur in Kippstellung. Daneben sollten Heizungsanlagen grundsätzlich auf etwas höhere Temperaturen ausgelegt werden, da bei überwiegend sitzender Tätigkeit häufig etwas höhere Lufttemperaturen gewünscht werden, als sie in Tabelle 1 der ASR A3.5 angegeben sind.

    Basierend auf den genannten Fakten muss der Sachkostenträger im Rahmen seiner Gefährdungsbeurteilung für den äußeren Schulbereich abwägen, ob ein Abweichen vom Lüftungsgebot oder eine kurzfristige Unterschreitung der Raumtemperatur beim Lüften das höhere Risiko für die Gesundheit der Schülerinnen und Schüler darstellt. Ausreichende Lüftung ist nach einhelliger Fachmeinung der beste Weg, eine gute Innenraumlufthygiene sicherzustellen und damit auch die Konzentration virenbelasteter Aerosole in Arbeits- und Unterrichtsräumen zu minimieren. Gesundheitsschäden durch eine kurzfristige Unterschreitung der Raumtemperatur während der erforderlichen Lüftungspausen sind bislang nicht bekannt.

    Daher ist aus Sicht der gesetzlichen Unfallversicherung eine kurzzeitige Unterschreitung der Raumtemperatur während der Lüftungspausen und ein damit ggf. verbundenes Gefühl der Unbehaglichkeit durch die Nutzerinnen und Nutzer des Raumes zu tolerieren.

Handhygiene

Handhygiene ist ein weiterer sinnvoller Baustein zum Infektionsschutz.

  • Warum ist regelmäßiges Händewaschen wichtig?

    In der Schule sollen sowohl die Beschäftigten als auch die Schülerinnen und Schüler ihre Hände vor der Essensaufnahme, vor dem Unterrichtsbeginn, nach einem Toilettenbesuch, nach Pausen oder bei sonstigen offensichtlichen Kontaminationen der Hände (z. B. Niesen, Schnäuzen oder Husten) nach den allgemeinen hygienischen Regeln mit Wasser und hautschonender Flüssigseife waschen. Eine regelmäßige Handhygiene aller Beteiligten ist eine wirksame Maßnahme des Infektionsschutzes.

  • Wie sieht Händewaschen nach den allgemeinen hygienischen Regeln aus?

    1. Hände nass machen.
    2. Hände 20 bis 30 Sekunden lang mit hautschonender Flüssigseife gründlich einschäumen, auch zwischen den Fingern und an den Fingerspitzen und unter den Fingernägeln.
    3. Hände mit Wasser vom Seifenschaum befreien.
    4. Hände gründlich mit einem Einmaltuch (Textil oder Papier) abtrocknen.

    Plakate und Aufkleber zum richtigen Händewaschen hält die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bereit, z.B. das Plakat "Richtiges Händewaschen für Grundschulen".

    Und: Zum Händewaschen bedarf es keiner desinfizierenden Seife. Nach dem Händewaschen soll die Haut zudem keinesfalls zusätzlich desinfiziert werden!

  • Warum sollte in Bildungseinrichtungen im Regelfall keine Händedesinfektion verwendet werden?

    Wir empfehlen für die Handhygiene in Bildungseinrichtungen im Regelfall die Nutzung von Wasser und Flüssigseife aus folgenden Gründen:

    • SARS-CoV-2 wird durch eine gründliche Reinigung mit Wasser und Flüssigseife inaktiviert.
    • Wasser und Flüssigseife ersparen der Schule die aufwendige Lagerung von Desinfektionsmitteln (Desinfektionsmittel enthalten in der Regel Alkohole und sind damit brennbare Flüssigkeiten).
    • Da Schülerinnen und Schüler normalerweise im Händewaschen geübt sind, wird damit eine höhere Wirkung erzielt.
    • Bereits die Auswahl von geeigneten hautschonenden Desinfektionsmitteln stellt darüber hinaus die Schulen vor Probleme, da hierfür i.d.R. keine Fachleute zur Verfügung stehen.
    • Um die volle Wirksamkeit zu entfalten, müssen Desinfektionsmittel korrekt angewendet werden. Dazu müssen die Schülerinnen und Schüler auch entsprechend der Herstelleranleitung unterwiesen werden. Die Einwirkzeit muss unbedingt eingehalten werden.

    Wo keine Möglichkeit besteht, sich die Hände mit Wasser und Flüssigseife zu reinigen, kann im Einzelfall das Aufstellen von Desinfektionsmittelspendern eine Option sein. Dringend abzuraten ist, dass Schülerinnen und Schüler Desinfektionsmittel in die Schule mitnehmen.

  • Ist die Anwendung von Hautpflegeprodukten sinnvoll?

    Um Hautirritationen und -schädigungen durch häufiges Händewaschen vorzubeugen und die Regeneration der Hautbarriere zu unterstützen, ist eine geeignete Hautpflege sinnvoll. Eine feuchtigkeitsspendende und rückfettende Creme, die nach der Handreinigung und bei Bedarf benutzt wird, ist für die Hautpflege geeignet.

    Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist zu prüfen, wie häufig die Hände gewaschen werden und ob bereits Hauterkrankungen durch häufiges Händewaschen aufgetreten sind. In Abhängigkeit vom Ergebnis kann die Bereitstellung von Hautpflegeprodukten durch den Unternehmer, z.B. in Spendern an den Händewaschplätzen, sinnvoll oder sogar erforderlich sein. Wichtig ist, bei dieser Fragestellung den Betriebsarzt mit einzubeziehen. Er kann bei Bedarf auch bei der Erstellung eines Hautschutzplans – der zwischen Hautschutz, Hautreinigung und Hautpflege unterscheidet – unterstützen.

  • Sind Hautpflegeprodukte in der Schule zur Verfügung zu stellen?

    Die Tätigkeit als Schülerin oder Schüler bzw. Lehrkraft bedingt zunächst keine höhere Gefährdung in Bezug auf die Haut durch häufigeres Händewaschen. Deshalb ist der Sachkostenträger an Schulen nicht verpflichtet, Hautpflegeprodukte zur Verfügung zu stellen. Es wird jedoch empfohlen, Maßnahmen zur Hautpflege in die schulischen Hygienepläne aufzunehmen und wenn möglich auch entsprechende Produkte zur Verfügung zu stellen. Die Schülerinnen und Schüler beziehungsweise ihre Erziehungsberechtigten sowie die Lehrkräfte sollten auf die Bedeutung der unterstützenden Hautpflege hingewiesen werden. Den Schülerinnen und Schülern steht es natürlich frei, ihre eigenen Hautpflegeprodukte mitzubringen und anzuwenden.

  • Wie verhält sich die Sachlage bei Vorerkrankungen?

    Liegt bei einem Schüler bzw. einer Schülerin oder einer Lehrkraft eine Vorerkrankung (wie beispielsweise eine atopische Disposition oder eine Neurodermitis (atopisches Ekzem)) vor, ist diese Disposition / Erkrankung nicht tätigkeitsbedingt, d. h. sie wurde nicht durch den Unterricht verursacht. Demzufolge können keine Maßnahmen seitens des Unternehmers eingefordert werden und es können auch keine Leistungen vom Unfallversicherungsträger bezogen werden.

    Wo erhalte ich weitere Informationen?

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