SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Ergänzungen während der Gültigkeitsdauer der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV) vom 27.01.2021 bis 15.03.2021

(Stand: 03. Februar 2021)

Mit der Corona-ArbSchV (PDF, 328 kB) sind seitens des Bundeministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) weitere Maßnahmen erlassen worden, die eine Ausbreitung von SARS-CoV-2 und seinen Mutationen noch wirksamer eindämmen sollen. Die folgenden Ausführungen dienen der Erläuterung zur Anwendung der Corona-ArbSchV in Schulen und sind als Ergänzung zum SARS-CoV-2-Schutzstandard Schulen während ihrer Gültigkeitsdauer zu sehen. Zitate der Verordnung sind kursiv dargestellt. Die so gekennzeichneten Anforderungen sind für Arbeitgebende verpflichtend.

Abweichende Vorschriften der Länder zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern sind weiterhin zu beachten (§1 Abs. 2 Corona-ArbSchV).

Derzeit ist eine noch weitergehende Kontaktreduzierung zwischen allen Personen auf ein absolutes Minimum in der Arbeitswelt erforderlich (§ 2 Corona-ArbSchV), dies schließt die Schulen und alle Personen der Schulgemeinschaft mit ein. Grundsätzlich gilt auch weiterhin: Technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang vor persönlichen Schutzmaßnahmen. Die Gefährdungsbeurteilung in Schulen ist zu aktualisieren oder zu ergänzen. Dabei sind folgende Anforderungen aus der Corona-ArbSchV zu berücksichtigen:

Maßnahmen zur Kontaktreduktion (§2 Corona-ArbSchV)

"Die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen ist auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren." (§ 2 Abs. 2 Corona-ArbSchV)
Dies kann z. B. den Aufenthalt im Lehrerzimmer, ein von mehreren Beschäftigten besetztes Sekretariat oder das Klassenzimmer betreffen.

"[...] Zusammenkünfte mehrerer Personen sind auf das betriebsnotwendige Minimum zu reduzieren und nach Möglichkeit durch die Verwendung von Informationstechnologie zu ersetzen." (§ 2 Abs. 3 Corona-ArbSchV)

"Ist die gleichzeitige Nutzung von Räumen durch mehrere Personen erforderlich, so darf eine Mindestfläche von 10 m² für jede im Raum befindliche Person nicht unterschritten werden, soweit die ausführenden Tätigkeiten dies zulassen. [...]" (§ 2 Abs. 5 Corona-ArbSchV)

Die Übertragung des SARS-CoV-2-Virus erfolgt nach aktuellen Erkenntnissen vor allem über die Atemwege durch Tröpfchen oder Aerosole. Besondere Gefahren bestehen in geschlossenen Räumen, in denen sich mehrere Personen aufhalten. Die Infektionsgefahr steigt mit Anzahl und Dauer der Kontakte im Raum, daher ist der gleichzeitige und nicht nur kurzzeitige Aufenthalt mehrerer Personen möglichst zu vermeiden. Es wird empfohlen, den Unterricht möglichst als Distanzunterricht durchzuführen und darüber hinaus für unbedingt notwendige schulische Präsenzveranstaltungen ausreichend große Räume 1/14 vorzusehen (z. B. Aula, Sporthalle) oder die Klassen sind entsprechend zu teilen bzw. zeitversetzt zu unterrichten. Besprechungen der Lehrkräfte untereinander sollen möglichst online durchgeführt werden.

Bei Abweichungen von den vorgegebenen Größen zu Mindestfläche und Mindestabstand ist ein gleichwertiger Schutz aller Anwesenden durch andere geeignete Maßnahmen (z. B. Lüftung) zu gewährleisten. Das Aufstellen von transparenten Abtrennungen in der Schule kann in besonderen Fällen sinnvoll sein (z. B. Schulsekretariat, Essensausgabe). In Klassenräumen wird die Aufstellung von Abtrennungen im Regelbetrieb nicht empfohlen. Zur sicheren Abtrennung der Atembereiche nach allen Seiten müsste jeder Schülerarbeitsplatz mit einer dreiseitigen Abtrennung versehen werden. Hierdurch können zusätzliche Unfallgefahren entstehen. Außerdem ist die Frage, ob bei aufgestellten Abtrennungen ein ausreichender Luftaustausch im Klassenraum erfolgen kann, nicht ausreichend geklärt.

Mund-Nasen-Schutz (§3 Corona-ArbSchV)

"Der Arbeitgeber hat medizinische Gesichtsmasken oder FFP2-Masken oder […] vergleichbare Atemschutzmasken zur Verfügung zu stellen, wenn

  1. die Anforderungen an die Raumbelegung nach § 2 nicht eingehalten werden können, oder
  2. der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann, oder
  3. bei ausgeführten Tätigkeiten mit Gefährdung durch erhöhten Aerosolausstoß zu rechnen ist.

Die Beschäftigten haben die [...] vom Arbeitgeber zur Verfügung zu stellenden Masken zu tragen." (§ 3 Abs. 1 Corona-ArbSchV)

Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus in der Schule zu minimieren und Sicherheit und Gesundheit aller Beteiligten zu schützen, wird empfohlen, dass auch Schülerinnen und Schülern bei der Nichteinhaltung der oben genannten Anforderungen mindestens medizinische Gesichtsmasken (=Mund-Nasen-Schutz) bzw. FFP2-Masken oder vergleichbare Masken (s. Anhang CoronaArbSchV) (PDF, 328 kB) zur Verfügung gestellt werden.

Sollte es auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung erforderlich sein, Masken zu tragen, ist zu gewährleisten, dass

  • Nutzende in Bezug auf das An- und Ablegen der Masken fachkundig unterwiesen werden;
  • Masken bei Durchfeuchtung oder Kontamination gewechselt werden;
  • bei FFP2-Masken eine arbeitsmedizinische Vorsorge angeboten wird;
  • Tragezeiten und Tragepausen festgelegt werden;
  • insbesondere für Schülerinnen und Schüler Masken in angemessener Größe und Passform zur Verfügung gestellt werden, auf Größe und Passform ist insbesondere bei FFP2-Masken zu achten.

Die möglicherweise erhöhte Belastung durch das Tragen von Atemschutzmasken (z. B. FFP2-Masken) im Vergleich zu medizinischen Gesichtsmasken ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.