SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Besondere technische Maßnahmen

  • Arbeitsplatzgestaltung
    Abstand halten

    Wichtigste Maßnahme ist die strikte Einhaltung der Abstandsregel (mindestens 1,5 m) zwischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Erziehungsberechtigten und sonstigen Erwachsenen.

    Zur Unterstützung des Abstandgebotes sollten in Bereichen mit Publikumsverkehr, d. h. vornehmlich im Eingangsbereich und Leitungsbüro bei Bedarf ergänzend Hinweisschilder und Bodenmarkierungen aufgebracht werden. Auch transparente Abtrennungen z.B. an der Rezeption/Empfangstheke (soweit vorhanden) oder in Besprechungsbereichen können zu einer Verminderung der Übertragungsgefahr von Infektionen beitragen.

    Die Anzahl der sich gleichzeitig im Leitungsbüro aufhaltenden Personen sollte soweit notwendig beschränkt werden.


  • Gemeinschaftsräume, Sanitärräume und Pausenräume
    Flächen desinfizieren

    Zur Vermeidung von Infektionen trägt die regelmäßige Reinigung von (Hand-) Kontaktflächen, insbesondere Türklinken und Handläufen, mit einem handelsüblichen Haushaltsreiniger bei.

    Dies gilt vor allem in Gemeinschaftsräumen, Sanitärräumen und Pausenräumen. Zu den Gemeinschaftsräumen zählen Gruppen-, Gruppennebenräume, Schlafräume, (Spiel-) Flure, Verpflegungsbereiche und Mehrzweckräume usw. In U-3 Bereichen zählen zu den Kontaktflächen auch Fußböden.

    Die Reinigungsintervalle sind bedarfsgerecht anzupassen. Sanitärräume sind arbeitstäglich mindestens einmal zu reinigen.

    Die Anwendung von Desinfektionsmitteln bleibt auf die im Hygieneplan vorgesehenen Tätigkeiten beschränkt. Es sind keine routinemäßigen Flächendesinfektionsmaßnahmen (Böden, Möbel, Sanitärbereiche) erforderlich. Auch bei Flächen, die häufig berührt werden, reicht eine Reinigung mit einem handelsüblichen Haushaltsreiniger aus.

    Eine sofortige gezielte Desinfektion von Flächen und Gegenständen ist nur bei sichtbarer Verunreinigung durch Körpersekrete (z.B. Erbrochenes, Stuhl, Urin, Blut) notwendig. Desinfektionsmittel müssen mindestens dem Wirkungsbereich „begrenzt viruzid“, also einer ausreichenden Wirksamkeit gegen behüllte Viren (wie SARS-CoV-2), entsprechen.

    Für die Reinigung und Hygiene der Hände sind an leicht erreichbaren Waschgelegenheiten mit fließendem Wasser ausreichend hautschonende Flüssigseife und Einrichtungen zum hygienischen Trocknen der Hände (Einmalhandtücher aus Papier oder Textil) vorzuhalten; bei kindbezogenen Handtüchern wird auf ausreichenden Abstand und regelmäßigen Wechsel geachtet. Wünschenswert wären daneben die Bereitstellung von Hautschutz- und Pflegemitteln (rückfettend) für Beschäftigte und Kinder.

    In Pausen- und/oder anderen für Besprechungen genutzten Räumen ist ein ausreichender Abstand zwischen den Beschäftigten sicherzustellen, z.B. durch ein entsprechendes Aufstellen der Möbel.


  • Lüftung
    Räume lüften

    In allen Räumen muss ausreichend gesundheitlich zuträgliche Atemluft vorhanden sein, in der Regel in Außenluftqualität. Durch verstärktes Lüften, d. h. Erneuerung der Raumluft durch direkte oder indirekte Zuführung von Außenluft, durch eine Ausdehnung der Lüftungszeiten oder eine Erhöhung des Luftvolumenstroms, kann die Konzentration von möglicherweise in der Raumluft vorhandenen virenbelasteten Aerosolen reduziert werden.

    Die Aerosolbelastung durch SARS-CoV-2 kann nicht direkt gemessen werden. Zur Beurteilung der Raumluftqualität kann die CO2-Konzentration als Indikator herangezogen werden. Hierfür reichen einfache Messgeräte (zum Beispiel CO2-Ampeln) aus. Der allgemein als akzeptabel eingestufte Wert von 1.000 ppm sollte in der Zeit der Epidemie möglichst unterschritten werden. Mit der CO2-App (Rechner und Timer) des Instituts für Arbeitsschutz (IFA) lässt sich überschlägig die CO2-Konzentration in Räumen berechnen und die optimale Zeit und Frequenz zur Lüftung eines Raumes bestimmen.

    Die einfachste Art der Lüftung ist die freie Lüftung, zumeist in Form der Fensterlüftung. Eine Fensterlüftung muss spätestens bei Tätigkeitsaufnahme in den Räumen und dann in regelmäßigen Abständen erfolgen. Die ASR A3.6 empfiehlt einen zeitlichen Abstand zum Lüften beispielsweise von Büroräumen (vergleichbar mit Leitungsbüro) nach 60 Minuten und von Besprechungsräumen (vergleichbar mit Gruppenräumen) nach 20 Minuten. Diese Lüftungshäufigkeit ist in der Zeit der Epidemie möglichst zu erhöhen. Am wirkungsvollsten ist dabei die sogenannte Stoßlüftung über die gesamte Öffnungsfläche der Fenster. Wenn möglich, soll diese als Querlüftung ausgeführt werden. Bei der Festlegung der Lüftungsdauer sind die Temperaturdifferenz zwischen innen und außen sowie der vorherrschende Winddruck zu berücksichtigen. Im Sommer sollen 10 Minuten und im Winter 3 Minuten Lüftungsdauer nicht unterschritten werden. Eine kontinuierliche Lüftung über gekippte Fenster kann als Ergänzung zur Stoßlüftung sinnvoll sein, um ein zu starkes Ansteigen einer möglichen Konzentration virenbelasteter Aerosole in der Raumluft zu vermeiden. Nähere Hinweise sind der ASR A3.6 zu entnehmen.

    In Abhängigkeit von der konkreten Situation vor Ort sollte zur Sicherstellung eines ausreichenden Luftwechsels ein Lüftungsplan für alle regelmäßig genutzten Räume der Einrichtung aufgestellt werden.

    Geöffnete Fenster können eine Absturzgefahr darstellen, z.B. wenn Kinder auf Fensterbänke klettern. Dieser Gefahr muss mit einer angemessenen Aufsicht (z.B. ständige Beobachtung) begegnet werden.

    Wenn eine Einrichtung über eine raumlufttechnische Anlage (RLT-Anlagen) verfügt, muss diese sachgerecht eingerichtet, betrieben und instandgehalten werden (Reinigung, Filterwechsel usw.). RLT-Anlagen müssen Räumen einen ausreichend hohen Außenluftanteil zuführen, sodass die Anforderungen an die CO2-Konzentration der Raumluft eingehalten werden (d. h. 1000 ppm sollten möglichst unterschritten werden). Anderenfalls müssen sie über geeignete Filter oder andere Einrichtungen zur Verringerung einer möglichen Virenkonzentration aus der Umluft verfügen.

    RLT-Anlagen sollen während der Betriebs- oder Arbeitszeiten nicht abgeschaltet werden.

    Hinweis:

    Geeignete Filter zur Abscheidung von Viren und virenbelasteten Aerosolen sind Schwebstofffilter der Klasse H13 oder H14 (HEPA-Filter) nach DIN EN 1822-1:2019 [10]. Zudem können auch Feinstaubfilter der Gruppe ISO ePM1 > 70 % (vormals F8) oder ISO ePM1 > 80 % (vormals F9) die Konzentration virenbelasteter Aerosole reduzieren.

    Der Umluftbetrieb von RLT-Anlagen, die nicht über geeignete Einrichtungen zur Verringerung einer möglichen Konzentration von virenbelasteten Aerosolen im Raum verfügen, ist zu vermeiden. Damit soll verhindert werden, dass virenbelastete Aerosole dem Raum wieder zugeführt werden.

    Auch beim Einsatz von Sekundärluftgeräten, die lediglich die Raumluft umwälzen (z. B. Standventilatoren oder mobile Klimageräte) muss ein ausreichender Luftaustausch mit Außenluft sichergestellt sein. Der Einsatz von Ventilatoren, Klimageräten usw. ist an spezifische Voraussetzungen geknüpft (siehe Arbeitsschutzregel 4.2.3 Absatz 9).

    Auch Luftreiniger oder ähnliche Geräte dürfen nur ergänzend zur Fensterlüftung bzw. zur Nutzung von RLT-Anlagen eingesetzt werden, um das Infektionsrisiko durch Viren oder virenbelastete Aerosole in der Raumluft zu reduzieren. Dabei sind unter Berücksichtigung der Leistungsdaten und spezifischen Randbedingungen eine sachgerechte Aufstellung sowie ein sachgerechter Betrieb und eine sachgerechte Instandhaltung (Reinigung, Filterwechsel usw.) zu gewährleisten. Solche Geräte müssen mit geeigneten Filtern ausgerüstet sein und dürfen keine gesundheitsgefährdenden Stoffe oder Reaktionsprodukte freisetzen. Weitere Anforderungen für den Einsatz von Luftreinigern leiten sich aus der ASR A3.6 "Lüftung" (zum Beispiel Vermeidung von Zugluft), der ASR A3.7 "Lärm" (zum Beispiel Vermeidung von Hintergrundgeräuschen) und der ASR A3.5 "Raumtemperatur" (zum Beispiel Vermeidung der sommerlichen Überwärmung von Räumen) ab.


  • Homeoffice
    Homeoffice

     

    Büroarbeiten (z. B. Ausarbeitung von Betreuungsangeboten und Projekten, Dokumentationen von Entwicklungsprozessen der Kinder etc.) sollten, wenn möglich, nicht in der Einrichtung, sondern im Homeoffice (§ 28b Abs. 7 IfSG) ausgeführt werden.

    Für das Arbeiten im Homeoffice gelten das Arbeitsschutzgesetz und das Arbeitszeitgesetz. Beschäftigte sind entsprechend zu unterweisen, insbesondere im Hinblick auf Arbeitszeiten, notwendige Dokumentation, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und Nutzung von Arbeitsmitteln, Sitzhaltung und Bewegungspausen.

    Auf den Webseiten der DGUV und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) sind Empfehlungen für Arbeitgebende und Beschäftigte zum sicheren und gesunden Arbeiten im Homeoffice zu finden.

    Weitergehende Hinweise


  • Dienstreisen und Meetings
    Besprechungen vermeiden

    Die Zahl der Beschäftigten, die durch Dienstreisen oder Besprechungen (z. B. Teamsitzungen, Elternabende) einem zusätzlichen Infektionsrisiko ausgesetzt sind, ist auf das notwendige Maß zu begrenzen. In Abhängigkeit von der epidemischen Lage vor Ort sollen diese nach Möglichkeit durch Verwendung elektronischer Kommunikationsmittel ersetzt oder reduziert werden.

    Auch bei Besprechungen ist die Einhaltung der Abstandsregel sicher zu stellen.