SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

Besondere personenbezogene Maßnahmen

  • Mund-Nase-Schutz und Atemschutzmasken
    Mund-Nase-Bedeckung

    Der Einsatz von Mund-Nase-Schutz (MNS) oder Atemschutzmasken (mindestens FFP2 oder vergleichbar) kann bei sachgerechtem/ordnungsgemäßen Umgang einen Beitrag zur Verringerung des Infektionsrisikos leisten.

    Der Einsatz von MNS und Atemschutzmasken für Kinder ist, mit dem Hinweis auf die Gefahren durch unsachgemäßen Gebrauch wie Spielen und Tauschen sowie häufiges ins Gesicht fassen und der damit zu befürchtenden Risikoerhöhung, jedoch nicht zu befürworten.

    Beschäftigte, Erziehungsberechtigte und sonstige erwachsene Personen sollen, wenn der Mindestabstand von 1,5 m untereinander nicht eingehalten werden kann, mindestens eine MNS tragen. Vorrang hat aber das Einhalten der Abstandsregel. Wenn vorhersehbar der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann und es die emotionale Situation zulässt, wird im Umgang mit Kindern empfohlen, eine MNS zu tragen.

    Das Tragen von Atemschutzmasken ist entsprechend durchzuführender Gefährdungsbeurteilung in der Regel nur dann erforderlich, wenn Beschäftigte ein besonders hohes Risiko haben, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren und direkten Kontakt zu infizierten Personen oder infektiösem Material haben, beispielsweise im Gesundheitswesen oder bei der Labordiagnostik. Personen, die Atemschutzmasken tragen, sind zu schulen und es muss eine arbeitsmedizinische Vorsorge sichergestellt werden.

    MNS oder Atemschutzmasken sind vom Arbeitgeber in ausreichender Menge bereitzustellen. Die Beschäftigten müssen diese tragen.

    Hinweis: Mund-Nase-Bedeckung, Klargesichtsmasken sowie Gesichtsschutzschilder sind kein Ersatz für MNS oder Atemschutzmasken.

    Nachfolgend eine Übersicht für Beispiele des situationsbedingten Einsatzes von MNS oder Atemschutzmasken:


    Situation mit Kontakt zwischen Personen Mund-Nase-Schutz (MNS) oder Atemschutzmaske
    Beschäftigte und Erziehungsberechtigte und sonstige erwachsene Personen untereinander Tragen von MNS oder Atemschutzmaske, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Vorrangig ist der Mindestabstand einzuhalten
    Beschäftigte im Kontakt untereinander Tragen von MNS oder Atemschutzmaske, wenn der Mindestabstand von 1,5 m nicht eingehalten werden kann. Vorrangig ist der Mindestabstand einzuhalten
    Kinder im Kontakt untereinander Keine MNS oder Atemschutzmaske, da Gefahr des unsachgemäßen Umgangs und damit einhergehender Risikoerhöhung
    Kinder nehmen Kontakt mit Beschäftigten auf Tragen von MNS oder Atemschutzmaske durch Beschäftigte empfohlen, wenn das Unterschreiten des Mindestabstandes vorhersehbar und planbar ist
    Beschäftigte im Kontakt zu Kindern Tragen von MNS oder Atemschutzmaske durch Beschäftigte empfohlen, wenn das Unterschreiten des Mindestabstandes vorhersehbar und planbar ist
    Pflegerische Tätigkeiten der Beschäftigten im Kontakt mit den Kindern (z.B. Wickeln, Erste-Hilfe-Maßnahmen) Tragen der MNS oder Atemschutzmaske durch Beschäftigte empfohlen

    Vor dem Anlegen des MNS oder der Atemschutzmaske sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Beim Anlegen ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht berührt wird. Die MNS oder Atemschutzmaske ist auszutauschen, wenn diese durch Atemluft durchfeuchtet ist. Beim Abnehmen sollten möglichst nur die Bänder berührt werden, um einen Händekontakt mit der möglicherweise kontaminierten Außenseite zu vermeiden.

  • Unterweisung, aktive Kommunikation mit Eltern und sonstigen Personen sowie Kindern
    Kommunikation

    Um die Handlungssicherheit zu erhöhen, sind alle Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen und Großtagespflege über die einrichtungsspezifischen Präventions- und Arbeitsschutzmaßnahmen zur SARS-CoV 2-Epidemie vor Beginn der Tätigkeit und danach in regelmäßigen Abständen sowie bei Änderungen hierzu zu unterweisen.

    Der Träger der Einrichtung oder die verantwortliche Person stellt sicher, dass die besonderen Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln soweit relevant darüber hinaus allen Erziehungsberechtigten und sonstigen Personen, die die Einrichtung betreten, durch verständliche Hinweise – auch durch Hinweisschilder, Aushänge usw. –, vermittelt werden. Ein wiederkehrender Austausch mit den Erziehungsberechtigten wird empfohlen.

    Mögliche Themen der Unterweisung sind:

    • Aktueller Wissensstand zu SARS-CoV-2, Ansteckungsrisiko, Risiko einer Neuerkrankung bei Rückkehr genesener Personen, die an SARS-CoV-2 erkrankt waren
    • Abstandsregelung
    • Kontaktbeschränkungen
    • Fernhalten der Hände aus dem Gesicht
    • Händewaschen: Alle Beschäftigten, Kinder und sonstigen Personen, die die Einrichtung für einen längeren Aufenthalt betreten, sollen sich nach dem Betreten und im weiteren Tagesverlauf anlassbezogen mit Flüssigseife für ca. 20-30 Sekunden gründlich die Hände waschen.
    • Husten- und Niesetikette; Husten und Niesen in ein Taschentuch oder in die Armbeuge, nicht in die Hand. Sofortige Entsorgung benutzter Taschentücher möglichst in geschlossenen Behältnissen.
    • Gestaltung der Gruppen, Bringen und Abholen der Kinder, Nutzung des Außengeländes
    • Umgang mit Arbeitsmaterialien und Gebrauchsgegenständen
    • Zutritt fremder Personen
    • Handhabung von MNS / Atemschutzmaske
    • Symptome und Umgang mit Verdachtsfällen
    • Unterstützungsangebote bei persönlichen Problemen oder Krisen

    Hilfreiche Informationen für Unterweisungen finden Sie bei der BZgA und BGW:

    Ersthelferinnen und Ersthelfer sind über das Verhalten im Notfall zu unterweisen. In der aktuellen Situation sind insbesondere die Maßnahmen des Eigenschutzes zu beachten.

    Der Fachbereich Erste Hilfe weist darauf hin, dass es im Falle der Reanimation im Ermessen der handelnden Person liegt, auf die Beatmung notfalls zu verzichten, bis gegebenenfalls eine geeignete Beatmungshilfe zur Verfügung steht:

    Sehr wichtig ist außerdem, den Kindern alters- und entwicklungsangemessen Verhaltensregeln (bspw. Händewaschen, Hust- und Niesetikette) zu vermitteln.

    Unterstützende Medien und Plakate – auch in Fremdsprachen – stellen z. B. die BZgA, die Bundesregierung und das Institut für Hygiene und öffentliche Gesundheit am Universitätsklinikum Bonn zur Verfügung:


  • Arbeitsmedizinische Vorsorge und Schutz besonders gefährdeter Personen
    Arbeitsmedizinische Vorsorge

    Die notwendige arbeitsmedizinische Vorsorge ist den Beschäftigten auch in der Zeit der Epidemie zu ermöglichen beziehungsweise anzubieten. Darüber hinaus können sich Beschäftigte individuell im Rahmen der Wunschvorsorge von der Betriebsärztin / dem Betriebsarzt beraten lassen, auch zu besonderen Gefährdungen aufgrund einer Vorerkrankung oder einer individuellen Disposition. Psychosoziale Belastungen z. B. durch die veränderte Arbeitsorganisation können eine arbeitsbedingte Gesundheitsgefahr darstellen und ebenfalls ein Anlass für Wunschvorsorge sein.

    Der Betriebsarzt / die Betriebsärztin kennt den Arbeitsplatz und schlägt dem Träger bzw. den Arbeitgebenden geeignete Schutzmaßnahmen vor, wenn die normalen Arbeitsschutzmaßnahmen nicht ausreichen.

    Gegebenenfalls kann der Betriebsarzt / die Betriebsärztin der betroffenen Person auch einen Tätigkeitswechsel empfehlen. Der Arbeitgebende erfährt davon nur, wenn der / die Betroffene ausdrücklich einwilligt.

    Die Beratung im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge kann auch telefonisch erfolgen; einige Betriebsärzte/Betriebsärztinnen bieten eine Hotline für die Beschäftigten an.

    Die Betriebsärztin / der Betriebsarzt berät und unterstützt den Arbeitgebenden bei der Umsetzung seiner Verpflichtungen im Kontext der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit und weist auf Zugangswege zu Tests auf SARS-CoV-2 hin.

    Zurückkehrende sollen vorab Informationen darüber bekommen, welche Schutzmaßnahmen aufgrund der SARS-CoV-2-Epidemie in der Kindertagesbetreuung getroffen wurden. Dies schließt gegebenenfalls eine entsprechende Kommunikation mit den Erziehungsberechtigten ein. Um Unsicherheiten zu begegnen, sind Informationen zum aktuellen Wissensstand, insbesondere zum Ansteckungsrisiko oder dem Risiko einer Neuerkrankung, von Bedeutung.

    Eltern von Kindern, die das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs haben, also insbesondere Kinder mit chronischen Vorerkrankungen oder Behinderungen, wird empfohlen, Kontakt zum zuständigen Kinderarzt aufnehmen um sich im Hinblick auf die Kindertagesbetreuung beraten zu lassen.


  • Weg zur Kita

    Grundsätzlich steht Beschäftigten und den Sorgeberechtigten die Wahl des präferierten Verkehrsmittels auf dem Weg zur Kita frei.

    Hinweise für einen sicheren und gesunden Weg zur Kita in Zeiten der Corona-Epidemie finden sich in den „Coronavius (SARS-CoV-2) – Empfehlungen für den Kita- und Schulweg“ des Sachgebiets "Verkehrssicherheit in Bildungseinrichtungen der DGUV".