SARS-CoV-2 – Schutzstandards für Bildungseinrichtungen

FAQs zum Schutzstandard Kindertagesbetreuung

Stand: 02. Juli 2021

Bitte beachten Sie ergänzend zu den folgenden Empfehlungen der gesetzlichen Unfallversicherung die länderspezifischen Regelungen und / oder ggf. die kommunalen Vorgaben.

Umsetzung der Corona-ArbSchV in der Kindertagesbetreuung

Ergänzende Maßnahmen während der Gültigkeitsdauer der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung (Corona-ArbSchV), befristet bis zum 10.09.2021

  • Für wen gilt die Corona-ArbSchV in der Kindertagesbetreuung?

    Die Corona-ArbSchV richtet sich in erster Linie an Arbeitgebende, also auch an Träger von Kindertageseinrichtungen oder Anstellungsträger von Kindertagespflegepersonen. Die Verordnung dient dem Ziel, das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren und Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen.

    Abweichende Vorschriften der Länder zum Infektionsschutz im Zusammenhang mit der Betreuung von Kindern, weitergehende Vorschriften der Länder und die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel bleiben unberührt. (§ 1 Abs. 2 Corona-ArbSchV)

  • Was ist konkret zu tun, um die Corona-ArbSchV in der Kindertagesbetreuung umzusetzen?

    Um die Corona-ArbSchV umzusetzen, sind folgende ergänzende Maßnahmen erforderlich:

    • Überprüfung und Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung durch den Arbeitgebenden unter Berücksichtigung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel; (u. a. Bereitstellung mindestens medizinischer Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS);
    • Ableitung eines Hygienekonzepts auf Basis der Gefährdungsbeurteilung;
    • Kontaktreduktion, z. B. durch Betreuung von Kindern in festen Gruppen, Vermeidung von Personalwechsel;
    • Pflichtangebot von Tests durch den Arbeitgeber;
    • Berücksichtigung der branchenspezifischen Konkretisierung "SARS-CoV-2-Schutzstandard Kindertagesbetreuung" der DGUV.
  • Wann sollen Atemmasken bei der Kindertagesbetreuung getragen werden?

    Wenn die Gefährdungsbeurteilung ergibt, dass die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann oder technische Maßnahmen bzw. geeignete organisatorische Maßnahmen nicht umsetzbar sind, müssen den Beschäftigten mindestens medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS) vom Arbeitgebenden zur Verfügung gestellt werden. Beispielhafte Situationen zum Tragen von MNS in der Kindertagesbetreuung sind im Schutzstandard Kindertagesbetreuung, Abschnitt "Mund-Nase-Schutz und Atemschutzmasken" (Tabelle) hinterlegt. Ob FFP2-Masken für Beschäftigte in der Kindertagesbetreuung notwendig sind, ist im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung – wie immer auch unter Berücksichtigung der psychischen Belastung – zu ermitteln.

  • Was ist beim Tragen von Atemmasken zu beachten?

    Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sind Regelungen zum Tragen von und zum richtigen Umgang mit Atemmasken (inkl. Erholungs-/Tragepausen) festzulegen. Diese Regelungen sind den Beschäftigten während einer Unterweisung nahezubringen. Sie gelten auch, wenn Beschäftigte FFP2-Masken privat mitbringen.

    Bei der Nutzung einer FFP2-Maske oder einer vergleichbaren Atemschutzmaske hat der Arbeitgebende den Beschäftigten eine arbeitsmedizinische Vorsorge anzubieten, wenn diese regelmäßig länger als 30 min pro Arbeitstag getragen wird.

  • Wer muss die Atemmasken bereitstellen?

    Entsprechend der Corona-ArbSchV soll der Arbeitgebende (z. B. Träger von Kindertageseinrichtungen, Anstellungsträger von Kindertagespflegepersonen) geeignete medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS) bereitstellen. Die Kosten für diese individuellen Schutzmaßnahmen hat der Arbeitgebende zu tragen, es sei denn, dass die entsprechenden Masken den Beschäftigten von anderer Stelle kostenlos zur Verfügung gestellt werden, z. B. von Seiten des Bundes oder der Länder oder von Sozialversicherungsträgern.

  • Welche Hilfen zur Unterweisung für den richtigen Umgang mit Atemschutzmasken (z. B. FFP2 Masken) gibt es?

    Die DGUV stellt folgende Informationen zur Verfügung:

  • Wie lange sollen Atemmasken getragen werden und wann müssen sie gewechselt werden?

    Der Arbeitgebende hat im Rahmen der (tätigkeitsbezogenen) Gefährdungsbeurteilung Tragezeiten und Erholungszeiten (d. h. Tragepausen) festzulegen. Hierbei sind Faktoren wie z. B. die Arbeitsschwere, Arbeitsbedingungen sowie persönliche Faktoren der Trägerin bzw. des Trägers zu berücksichtigen und der Betriebsarzt bzw. die Betriebsärztin sollte in die Beurteilung einbezogen werden. Bei der Nutzung von Atemmasken soll darauf geachtet werden, dass ausreichende Erholungszeiten vorgesehen werden. Erholungszeit bedeutet nicht, dass eine Arbeitspause eingelegt werden muss. Während der Erholungszeit vom Tragen der Atemmaske können weiterhin berufliche Tätigkeiten durchgeführt werden, die mit einer Einhaltung des Mindestabstandes einhergehen, z. B. Dokumentationsarbeiten, Aufenthalt im Freien oder Bastelvorbereitungen im Pausenraum.

    • Medizinische Gesichtsmasken (Mund-Nase-Schutz, MNS): Zum Tragen von MNS gibt es in der DGUV Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" keine Anhaltswerte für Tragezeiten und Erholungszeiten, da diese Atemmasken keine Atemschutzgeräte sind. Die DGUV hat jedoch als Hilfestellung zur Festlegung der Tragezeiten und Erholungszeiten von Mund-Nase-Bedeckungen und Mund-Nase-Schutz eine Empfehlung zur Tragezeitbegrenzung (PDF, 1,9 MB) sowie eine
      Erläuterung des Koordinierungskreises für Biologische Arbeitsstoffe (KOBAS) (PDF, 826 kB) veröffentlicht, an der sich auch die Kindertageseinrichtungen orientieren können, wenn sie ihre Trage- und Erholungszeiten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung – möglichst in Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt – festlegen. Für gesunde Beschäftigte mit körperlich leichter Arbeit wird als Ausgangswert für die Gefährdungsbeurteilung eine Tragezeit bis zu drei Stunden empfohlen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss geprüft werden, ob aufgrund der Arbeitsschwere (Atemminutenvolumen), durch Umgebungseinflüsse (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) oder auch aufgrund individueller Dispositionen der Beschäftigten eine geänderte Tragedauer angezeigt ist. In der betrieblichen Praxis ist es außerdem oft möglich, situationsbedingt öfter für kurze Zeit den MNS abzunehmen, ohne dabei sich und andere zu gefährden. In diesen Fällen sollte in der Regel bereits eine ausreichende Erholung möglich sein.
    • FFP2-Masken: Anhaltswerte für Trage- und Erholungszeiten von FFP2-Masken gibt die DGUV-Regel 112-190 "Benutzung von Atemschutzgeräten" an der sich auch die Kindertageseinrichtungen orientieren können, wenn sie ihre Trage- und Erholungszeiten im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung – möglichst in Zusammenarbeit mit der Betriebsärztin oder dem Betriebsarzt – festlegen. Hieraus ableitend wird für gesunde Erwachsene bei mittlerer Aktivität eine Tragezeit von 75 Minuten und eine Tragepause von jeweils 30 min empfohlen. Bei leichter Arbeit (Atemminutenvolumen von ca. 15 l/min) ist eine Verlängerung der Tragedauer auf zwei Stunden möglich. Weiterhin gilt es die Herstellerangaben zu beachten. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung muss geprüft werden, ob aufgrund der Arbeitsschwere (Atemminutenvolumen), durch Umgebungseinflüsse (Lufttemperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung) oder auch aufgrund individueller Dispositionen der Beschäftigten eine geänderte Tragedauer angezeigt ist.

    Der Wechsel einer Maske sollte nach maximal einer Arbeitsschicht erfolgen; mindestens sollte aber ein täglicher Wechsel gewährleistet sein. Ggf. ist ein früherer Wechsel erforderlich, wenn die Maske durchfeuchtet, kontaminiert oder verschmutzt ist.

    Weitere Fragen & Antworten zu Pandemie-PSA des IFA

Antigen-Schnelltests

  • Welche Arten von Antigen-Schnelltests gibt es?

    Es werden derzeit zwei Arten von Antigen-Schnelltests unterschieden, die sogenannten Point-of-Care-Antigen-Schnelltests (PoC-Schnelltests) für den professionellen Gebrauch ("Schnelltests") und die Antigen-Schnelltests zur Eigenanwendung durch Laien ("Selbsttests").

  • Sind Bildungseinrichtungen verpflichtet, ihren Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen Antigen-Schnelltests anzubieten?

    In der aktuellen Fassung der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung ist festgelegt, dass der Arbeitgeber allen Beschäftigten zwei Antigen-Schnelltests pro Kalenderwoche zur Verfügung zu stellen hat.

    Die Testangebotspflicht kann aufgrund des Ergebnisses der Gefährdungsbeurteilung beispielsweise bei Personen entfallen, bei denen ein Nachweis der vollständigen Impfung oder einer vorangegangenen SARS-CoV-2-Infektion vorliegt. Die SARS-CoV-2-Infektion muss dabei mindestens 28 Tage sowie maximal sechs Monate zurückliegen.

    Jedoch muss weiterhin im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung geprüft werden, ob ein Testangebot z. B. aufgrund des Infektionsgeschehens dennoch sinnvoll ist. Vorsorglich sollten sich beim Auftreten von verdächtigen Symptomen auch geimpfte oder genesene Beschäftigte testen lassen.

  • Wer darf Antigen-Schnelltests für den professionellen Gebrauch in der Kindertagesbetreuung durchführen?

    Hinsichtlich der Anwendung von Antigen-Schnelltests für den professionellen Gebrauch ist der Beschluss 6/2020 in der Fassung vom 8. Februar 2021 des Ausschusses für Biologische Arbeitsstoffe (ABAS) zu beachten. Dort sind die wesentlichen Arbeitsschutzmaßnahmen beschrieben, um die probenehmende Person vor einer Infektion zu schützen. Es handelt sich bei der Probenahme und Durchführung der Tests um vergleichbare Tätigkeiten wie in der TRBA 250 "Biologische Arbeitsstoffe im Gesundheitswesen und in der Wohlfahrtspflege" zum Gesundheitsdienst beschrieben.

    Die Probenahme für den direkten SARS-CoV-2-Nachweis erfolgt in aller Regel aus den Atemwegen. Sie ist von nachweislich fachkundigen Personen (z. B. durch eine abgeschlossene Ausbildung im medizinischen Bereich) durchzuführen. Abweichend kann sie unter Aufsicht einer fachkundigen Person erfolgen, die probenehmende Person ist dann vor Aufnahme der Tätigkeit, auf Grundlage der durch die tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung erstellten Betriebsanweisung, mündlich zu unterweisen.

  • Welche Schutzmaßnahmen sind bei der Durchführung von Antigen-Schnelltests umzusetzen?

    Antigen-Schnelltests mit Probeentnahme durch fachkundiges/unterwiesenes Personal

    Bei der Durchführung des Testabstrichs muss die probenehmende Person mindestens FFP2-Masken oder vergleichbare Atemschutzmasken, geeignete Schutzhandschuhe sowie Schutzkittel und Schutzbrille oder Visier tragen. Die Testdurchführung muss in geeigneten Räumlichkeiten unter Einhaltung der geltenden Hygieneregelungen stattfinden.

    Antigen-Schnelltest zur Eigenanwendung durch Laien (Selbsttests)

    Für eine sichere Durchführung der Selbsttests sind die Herstellerangaben in der Gebrauchsanweisung zu beachten.

    Die korrekte Durchführung der Selbsttests entsprechend der Gebrauchsanweisung ist essentiell für ein korrektes Testergebnis. Der Test darf weder in zu kalten noch zu heißen Räumen durchgeführt werden. Der Probenabstrich muss korrekt durchgeführt werden und die Ablesezeit muss exakt eingehalten werden. Das sichere Ablesen schwacher Testreaktionen kann für medizinische Laien schwierig sein. Die Testdurchführung muss in geeigneten Räumlichkeiten unter Einhaltung der geltenden Hygieneregelungen stattfinden.

  • Können Beschäftigte verpflichtet werden, sich testen zu lassen oder sich selbst zu testen?

    Der Arbeitgeber/Unternehmer kann seine Beschäftigten grundsätzlich nicht zu einem Test auf SARS-CoV-2 zwingen. Die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung regelt, dass der Arbeitgeber die Tests zur Verfügung stellen muss. Eine Verpflichtung zum Testen ist hier nicht festgeschrieben. Die Regelungen des jeweiligen Bundeslandes sind zu beachten. Hier kann eine Testpflicht festgeschrieben sein.

  • Wer trägt die Kosten für Schnelltests oder Selbsttests im Bildungsbereich?

    Die Kosten für die Tests der Beschäftigten trägt nach den Festlegungen in der Corona-ArbSchV (§ 4 Abs.1) der Arbeitgeber. Die Kosten für die Tests der Kinder werden in der Regel vom zuständigen Ministerium übernommen.

  • Wo sind weitere Informationen zum Thema Antigen-Schnelltests abrufbar?

Organisation

  • 1. Wie gestaltet sich die Bring- und Abholsituation in der Kindertagesbetreuung?

    Um die Kontakte innerhalb der Einrichtung zu reduzieren und die Beschäftigten sowie die Kinder vor einer erhöhten Ansteckungsgefahr zu schützen, sollten die Kinder beim Bringen und Abholen an den Eingangs- bzw. Zugangstüren übergeben bzw. in Empfang genommen werden. Um Personenansammlungen zu vermeiden, empfiehlt es sich zudem, dass die Kinder nur von einer Person gebracht und abgeholt werden.

    Generell besteht die Vorgabe, dass Personen mit Symptomen einer Atemwegserkrankung mit Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion die Einrichtung nicht betreten dürfen. Dies gilt insbesondere für diejenigen, die vom jeweiligen Gesundheitsamt behördliche Maßnahmen (wie Absonderung oder Quarantäne) angeordnet bekommen haben.

    Soweit es der Entwicklungsstand des Kindes und die emotionale Situation zulässt, sollte bei der Übergabe der Kinder der Mindestabstand von den Erziehungsberechtigten zu den Beschäftigten eingehalten werden. Die Erziehungsberechtigten sollen sich beim Bringen und Holen der Kinder nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Auf eine gute Belüftung der Räume muss geachtet werden. Eine Markierung der einzuhaltenden Sicherheitsabstände (zum Beispiel im Garderobenbereich) ist sinnvoll, um die Einhaltung der Abstände zu gewährleisten.

    Weiterhin soll der empfohlene Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Erziehungsberechtigten und den Beschäftigten sowie den bereits anwesenden Kindern eingehalten werden (dies gilt nicht für die eigenen Kinder). Kann der Mindestabstand ausnahmsweise nicht eingehalten werden, sollen Erziehungsberechtigte sowie Beschäftigte mindestens einen Mund-Nasen-Schutz tragen tragen. Wir empfehlen deshalb, dass bringende und abholende Personen in der Einrichtung generell mindestens einen Mund-Nase-Schutz tragen.

    Sollte es Gesprächsbedarf zwischen Erziehungsberechtigten und Fachkräften geben, können unter Beachtung der empfohlenen Abstandsregelungen, kurze Gespräche in der Einrichtung geführt werden. Besteht der Wunsch nach einem ausführlicheren Gespräch, so empfehlen wir, Telefontermine oder Gespräche im Außenbereich der Einrichtung zu vereinbaren.

  • 2. Ist eine "Einbahnstraßen-Regelung" in der Einrichtung erforderlich?

    Eine "Einbahnstraßen-Regelung“ mit geführten Bring- und Abholrichtungen kann sinnvoll sein, wenn die Kinder nicht vor der Einrichtung in Empfang genommen werden können. Auf diese Weise lässt sich die Übergabe von Kindern gezielt steuern und gegenläufiger Personenverkehr mit geringen Sicherheitsabständen vermeiden.

    Schaffen Sie, wenn möglich, beispielsweise mehrere Zutrittsbereiche, um das Personenaufkommen räumlich zu entzerren. Auch könnte eine zeitliche Staffelung in den einzelnen Bereichen sinnvoll sein, um das Aufeinandertreffen von Personen zu reduzieren.

    Generell muss darauf geachtet werden, dass erwachsene Personen den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern zu Beschäftigten sowie zu bereits anwesenden Kindern einhalten. Sollte dies nicht möglich sein, ist das Tragen eines Mund-Nase-Schutzes zwingend. Wir empfehlen deshalb, dass Erziehungsberechtige in den Innenräumen der Einrichtung grundsätzlich einen Mund-Nase-Schutz zu tragen.

    Die Erziehungsberechtigten sollten sich generell nicht länger als notwendig in der Einrichtung aufhalten. Die Kinder sollten, nur von einzelnen Personen gebracht und abgeholt werden.

  • 3. Gibt es besondere Empfehlungen zur Gestaltung und Organisation der Kindergruppen?

    Es wird empfohlen, Kinder in festen Gruppen zu betreuen, um gruppenübergreifende Kontakte und damit potentielle Infektionsketten zu vermeiden. Daher sollte, wenn dies organisatorisch möglich ist, auch kein gruppenübergreifender Personalwechsel stattfinden.

Pädagogische Angebote

  • 4. Darf das pädagogische Personal mit den Kindern in der Kita singen?

    Da sich beim Singen Aerosole über eine größere Entfernung verteilen können und daher das Infektionsrisiko erhöhen, sollte derzeit nur im Freien angeleitet gesungen werden.

    Beim Singen in geschlossenen Räumen – sofern nicht vermeidbar – sollten die folgenden risikoreduzierenden Maßnahmen beachtet werden:

    • Intensives Lüften!
    • Einhaltung von größeren Abständen, insbesondere von Beschäftigten untereinander und zur Kindergruppe (Empfehlung mindestens 3 m)
    • Große Räume nutzen (je größer das Raumvolumen, desto kleiner das Risiko)
    • Dauer des Singens begrenzen (je kürzer die Zeit des gemeinsamen Singens, desto geringer das Infektionsrisiko).
  • 5. Wie können Sport- und Bewegungsangebote durchgeführt werden?

    Kinder brauchen viel Bewegung für ein gesundes Aufwachsen. Dies sollte auch in der jetzigen Pandemie-Situation möglich sein. Nutzen Sie dafür vor allem das Außengelände Ihrer Einrichtung, angrenzende Parks oder Waldgebiete.

    Im Innenbereich sollten die Angebote möglichst in großen (Bewegungs-)Räumen stattfinden. Dabei ist stets auf eine ausreichende und regelmäßige Lüftung zu achten. Kleinsportgeräte sollten möglichst personenbezogen genutzt werden. Auf die Nutzung von Bällebädern ist zu verzichten.

    Bei vorhandenen Kooperationen mit Sportvereinen ist abzusprechen, welche Angebote möglich sind. Wenn der Übungsleiter / die Übungsleiterin ins Haus kommt, dann sollte er/sie mindestens einen Mund-Nase-Schutz tragen und sich möglichst nur im zugeordneten (Bewegungs-)Raum aufhalten.

  • 6. Dürfen Veranstaltungen und Feste in der Einrichtung stattfinden?

    Nur wenn die Regelungen der Länder oder ggf. der jeweiligen Kommune zum Schutz vor SARS-CoV-2-Infektionen dies erlauben, können Veranstaltungen und Feste mit externen Personen durchgeführt werden.

    Gruppeninterne Veranstaltungen können stattfinden. Hier sollte möglichst auf die Anwesenheit von externen Personen (Eltern, Großeltern, Geschwister, Pädagogen, Künstler, Caterer etc.) verzichtet werden, um das Infektionsrisiko zu reduzieren. In Zweifelsfällen sollte mit dem zuständigen Gesundheitsamt Rücksprache gehalten oder auf die Veranstaltung verzichtet werden.

  • 7. Dürfen mit Kindern Ausflüge unternommen werden?

    Ausflüge können unter Beachtung der in den Ländern bzw. in den jeweiligen Kommunen geltenden Regelungen zum Infektionsschutz durchgeführt werden. Naturnahe Gebiete, wie zum Beispiel Wiesen und Wälder, bieten sich an. Dort lassen sich, zum Schutz der Beschäftigten sowie der Kinder, Ansammlungen von Personen und somit mögliche weitere Kontakte gut vermeiden.

Mund-Nase-Schutz (MNS)

  • 8. Wann müssen Beschäftigte während ihrer Tätigkeit in der Einrichtung eine MNS tragen?

    Beschäftigte müssen bei Kontakt untereinander oder zu anderen Erwachsenen in den Innenräumen der Einrichtung immer einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen, wenn der vorgeschriebene Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann.

    Das Tragen eines MNS sollte bei Kontakt der Beschäftigten mit Kindern situationsbedingt erfolgen - insbesondere, wenn das Abstandsgebot von mindestens 1,5 Metern zu einem Kind vorhersehbar und planbar nicht eingehalten werden kann, d. h. zum Beispiel beim Wickeln.

Erste Hilfe

Versicherungsschutz und Haftung

Einordnung des SARS-CoV-2-Schutzstandards Kindertagesbetreuung

  • 13. Auf welchen fachlichen Grundlagen wurden der SARS-CoV-2 Schutzstandard Kindertagesbetreuung erarbeitet und wie wird er aktuell gehalten?

    Die einzelnen Maßnahmen im Schutzstandard Kindertagesbetreuung sind auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, u. a. des Robert-Koch Instituts (RKI), der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Nationalen Akademie der Wissenschaften oder der Arbeitsschutzinstitute sowie der Fachgremien und der wissenschaftlichen Institute der DGUV, erarbeitet worden. Diese Maßnahmen haben empfehlenden Charakter. Da sich die Erkenntnisse zu SARS-CoV-2 bedingt durch die Epidemie in Deutschland ständig weiterentwickeln, werden die Empfehlungen der gesetzlichen Unfallversicherung laufend an die aktuellen Erkenntnisse angepasst. Bei der Festlegung und Umsetzung des Maßnahmenkonzeptes ist eine sachgerechte Verknüpfung der einzelnen Maßnahmen wichtig (Paketlösung). Die Rangfolge der Schutzmaßnahmen ergibt sich aus den Grundsätzen des § 4 ArbSchG (TOP-Prinzip): technische Maßnahmen haben Vorrang vor organisatorischen Maßnahmen und diese wiederum haben Vorrang vor personenbezogenen Maßnahmen.

  • 14. Welchen Rechtscharakter hat der SARS-CoV-2 Schutzstandard Kindertagesbetreuung?

    Grundlage für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit in Zeiten der Corona-Epidemie bildet der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard des BMAS. Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel konkretisiert für den gemäß § 5 Infektionsschutzgesetz festgestellten Zeitraum der Epidemie die Anforderungen an den Arbeitsschutz in Hinblick auf Covid 19.

    Die DGUV hat mit dem SARS-CoV-2 – Schutzstandard Kindertagesbetreuung, wie vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gewünscht, den Arbeitsschutzstandard konkretisiert und Arbeits- bzw. Betreuungsschutzmaßnahmen für die Einrichtungen der Kindertagesbetreuung erarbeitet. Die Maßnahmen zielen darauf ab, durch Unterbrechung der Infektionsketten die Bevölkerung zu schützen, den Betrieb der Kindertagesbetreuung unter Berücksichtigung der besonderen Hygiene- und Schutzmaßnahmen sicherzustellen sowie Schließungen zu vermeiden und zugleich einen mittelfristig andauernden Zustand flacher Infektionskurven herzustellen. Die Maßnahmen sind Empfehlungen zur praktischen Umsetzung der SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel in der Kindertagesbetreuung.

    Bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen in der Kindertagesbetreuung sind darüber hinaus landesspezifische Vorgaben der zuständigen Ministerien und Regelungen auf regionaler oder kommunaler Ebene zum Infektionsschutz zu berücksichtigen.