- > Forschung
- > Projektverze...
- > Projekt-Nr. BIA1070
Fußschutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen
Branche(n): -branchenübergreifend-
Gefährdungsart(en): Gefahrstoffe
Schlagworte: Persönliche Schutzausrüstung, Normung, Prüfverfahren
Status: abgeschlossen 03/2003
gefördert durch: Europäische Union - Generaldirektion V
Projektdurchführung: Centre technique cuir chaussure maroquinerie (CTC), Centro Italiano Materiali di Applicazione Calzaturiera (CIMAC), Centralny Instytut Ochrony Pracy - Panstwowy Instytut Badawczy (CIOP-PIB), Instituto Technologico del Calzado y Conexas (INESCOP), SATRA Footwear Technology Centre, BIA
weitere Stichworte zum Projekt:
Fußschutz, Chemikalien, Chemikalienschutzschuhe, Mikroorganismen, Persönliche Schutzausrüstungen (PSA), Norm
Zielsetzung:
Zur Beurteilung der Konformität von Produkten zum persönlichen Fußschutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen mit der Richtlinie 89/686/EG "Persönliche Schutzausrüstung" gibt es derzeit weder national noch europaweit ein abgestimmtes Vorgehen. Dieses Defizit ist einerseits nachteilig für notifizierte Stellen, die zur Zertifizierung solcher Produkte nicht auf eine auf allgemein anerkannten Grundlagen basierende Prüfung zurückgreifen können. Andererseits sehen sich die Hersteller von Chemikalienschutzschuhen dem Problem der Wettbewerbsverzerrung ausgesetzt. Um hier Abhilfe zu schaffen, wurde ein europäisches Projekt initiiert, in dem im Wesentlichen Anforderungen an Chemikalienschutzschuhe und dazu korrespondierende Prüfverfahren erarbeitet werden sollten. In einem weiteren Schritt war vorgesehen, daraus eine Normvorlage für die unter CEN zuständigen Normungsgremien bereitzustellen.
Aktivitäten/Methoden:
Das Projekt war in sechs Aufgaben unterteilt. Zuerst wurden Schuhmaterialien, die auf chemische Resistenz (Degradation) und Permeation getestet werden sollten, und geeignete Chemikalien ausgewählt. Im zweiten Teil wurde eine Testmethode entwickelt, mit deren Hilfe die Degradation von Materialien industriell gebräuchlicher Schuhe in Bezug auf deren wichtigste physikalische Eigenschaften bestimmt wird. Die dritte Aufgabe bestand in der Entwicklung einer Testmethode zur Bestimmung des Widerstandes von Schuhmaterialien gegen die Permeation von Chemikalien sowie die normative Festlegung der Prüfanforderungen. Anschließend wurden die Anforderungen an Schutzschuhe gegen Mikroorganismen bewertet (vierter Teil). Eine standardisierte Benutzerinformation zur Anwendung der PSA wurde im fünften Teil vorbereitet. Im letzten Teil des Projekts wurde ein Normentwurf erarbeitet, der dann dem CEN/TC 161 "Fuß- und Beinschutz" zur Fortsetzung der Arbeit an dem zu der Zeit aktuellen Dokument vorgelegt wurde.
Ergebnisse:
Im Zuge des Projektes sind ein Verfahren für die Degradation von Schuhmaterialien durch Chemikalien sowie Bewertungskriterien zu dessen Beurteilung auf der Basis mechanischer Tests erarbeitet worden. Hierbei konnte eine eigens dafür entwickelte und optimierte Zelle eingesetzt werden. Eine aus der Handschuhprüfung bekannte Methode für die Permeation ist für Schuhmaterialien erfolgreich adaptiert worden. Alle hierzu erforderlichen Rundversuche wurden mit ausgewählten Material/Chemikalien-Kombinationen durchgeführt und erlauben die Einteilung der Materialien in Leistungsklassen. Allgemeine Testbedingungen zur Sterilisationsbeständigkeit konnten festgelegt werden, um daraus eine Aussage zur Verwendbarkeit von Schutzschuhen gegen Mikroorganismen abzuleiten. Nach Abschluss des Projektes konnten dem relevanten CEN-Normungskomitee (CEN/TC 161) mit Hilfe der gewonnenen Ergebnisse vier überarbeitete Normenentwürfe für den "Fußschutz gegen Chemikalien und Mikroorganismen" präsentiert werden.
Weitere Informationen:E-Mail: bia@dguv.de
Stand: 3.5.2004

Versenden
Seitenfeedback
Webcode:
d71909