Allgemeinbildende Schulen

Schulanfänger im Klassenzimmer

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In der gesetzlichen Unfallversicherung sind bundesweit ca. 10 Millionen Kinder und Jugendliche in allgemeinbildenden Schulen versichert. Die Schülerinnen und Schüler genießen den vollen Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Als versicherte Arbeitnehmer an Schulen sind die angestellt tätigen Lehrerkräfte und andere Personengruppen (z. B. Hausmeister) zu nennen. Zu den Bildungseinrichtungen der Allgemeinbildenden Schulen zählen die öffentlichen und privat allgemeinbildenden Schulen, insbesondere: Grund- und Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen, alle Arten von Sonderschulen und Einrichtungen des zweiten Bildungsweges.

Schulische Bildungseinrichtungen haben für die Entwicklung eines Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins einen sehr hohen Stellenwert. Deshalb ist die sicherheitsgerechte und gesundheitsförderliche Gestaltung schulischer Bildungseinrichtungen das zentrale Anliegen der DGUV. Zur Umsetzung dieses Anliegens vertritt die DGUV die Interessen ihrer Mitglieder bei den zuständigen Fachministerien, arbeitet mit der Kultusministerkonferenz (KMK), den Sozialpartnern und Spitzenorganisationen der Sozialversicherungsträger sowie weiteren Institutionen zusammen.

Präventionsansatz in Schulen

Eine nachhaltige Verbesserung der Sicherheit und Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Allgemeinbildenden Schulen erfordert einen spezifischen Präventionsansatz, der über das bisherige Verständnis der technisch orientierten Unfallverhütung und der Sicherheitserziehung hinausgeht und in dem Sicherheit und Gesundheit ganzheitlich und im Sinne der WHO-Definition verstanden wird. Eine auf die Lern und Lebenswelt "Schule" bezogene Prävention (Settingansatz) betrachtet alle in diesem komplexen System stattfindenden Wirkzusammenhänge, insbesondere die zwischen Organisationseinheiten, Individuen und Umweltfaktoren. Übergeordnete Präventionsziele sind nicht nur die Verhütung von Risiken und Gefahren, sondern auch die Förderung von gesundheitsorientierten Ressourcen, welche als Entwicklungsprozess angelegt sind.

Sicherheit und Gesundheit stehen in einer engen Wechselbeziehung zur Bildungsqualität und damit zum Schulerfolg. Vereinfacht ausgedrückt: Schüler/innen und Lehrkräfte die sich sicher, gesund und wohl fühlen, arbeiten und lernen besser. Mit den Heranwachsenden erreicht die schulische Gesundheitsarbeit Menschen in Entwicklungsphasen, in denen elementare Verhaltensweisen erlernt und gefestigt werden. Die Erfolgschancen für eine langfristige Wirksamkeit der Sicherheits- und Gesundheitskompetenzen bis hin zum Erwerbsleben sind deshalb hier besonders hoch. Bedeutsam sind vor allem gesundheitsrelevante Kenntnisse, motorische und sensomotorische Fähigkeiten und Fertigkeiten aber auch Kohärenzgefühl und Alltagskompetenzen.

Dieser moderne Präventionsansatz, der sich an Hand des Leitmotivs "Mit Gesundheit gute Schulen entwickeln" umschreiben lässt, unterstützt Schulen bei der Umsetzung ihres Bildungs- und Erziehungsauftrages. Dem Grundgedanken folgend hat das für den Bildungsbereich zuständige Fachgremium der DGUV eine Konzeption erstellt, die den theoretischen Handlungsrahmen für  Entwicklung guter Schulen durch Sicherheit und Gesundheit beschreibt. Dabei werden die für die Präventionsarbeit der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand relevanten Handlungsfelder, Themen und Maßnahmen genannt. Neben ihren schulischen Beratungsleistungen unterstützen die Unfallversicherungsträger Aktionen und Programme zur Sicherheits- und Gesundheitsförderung:

Die konkreten Maßnahmen und Aktivitäten können fünf Handlungsfeldern zugeordnet werden:

  1. Bau und Einrichtung: Gebäude und Gelände der Bildungseinrichtung, Aufenthalts- und Unterrichtsräume, Ergonomie, Sporthalle, Sportgeräte usw.
  2. Organisation und Organisationsentwicklung, z. B. Schulklima, Pausenordnung, Schulprogramm, Sicherheitsorganisation, Kommunikation, usw.
  3. Bildung: Lern- und Unterrichtsinhalte, Planung und Durchführung von Unterricht, Erste Hilfe usw.
  4. Erziehung: Gewaltprävention, Teamfähigkeit, Selbstverantwortung, Selbstreflexion usw.
  5. Politik und Rahmenbedingungen: Regelungen und Gesetze, Lehrpläne und Richtlinien, Elternarbeit, Netzwerkbildung, Kooperation, Öffentlichkeitsarbeit usw.

  • Moderne Lernräume
    In einem breit angelegten Projekt hat die DGUV untersucht, wie Klassenräume optimal gestaltet werden können. Ergebnisse zu Licht- und Farbkonzepten, Mobiliar, Akustik und Klima präsentiert die Unfallkasse Nordrhein-Westfalen jetzt in einem besonderen Bereich des Internetportals "Sichere Schule".