Krebsfrüherkennung

Reagenzgläser im Ständer

Bild: IPA

Die Früherkennung von arbeitsbedingten Erkrankungen - und hierzu gehören auch die Krebserkrankungen - ist ein wichtiger Bestandteil der Sekundärprävention.

Berufsbedingte Krebserkrankungen sind eine der größten Herausforderungen für die arbeitsmedizinische Vorsorge. Die heute trotz der enormen Verbesserungen im Arbeitsschutz weiterhin auftretenden Fälle sind eine Folge der langen Latenzzeiten der Erkrankungen. Expositionen gegenüber krebserregenden Schadstoffen liegen häufig Jahrzehnte zurück, fanden also zu einer Zeit statt, zu der über viele Gefahrstoffe noch keine ausreichenden Kenntnisse vorlagen.

Viele Krebserkrankungen sind nicht mehr in einem Frühstadium, wenn sie Symptome verursachen und diagnostiziert werden. Die Krebsfrüherkennung zielt daher darauf ab, eine Diagnose bereits so früh wie möglich zu stellen. Dann ist die Chance am größten, den Tumor erfolgreich zu behandeln.

Die heute verfügbaren klassischen Methoden für die Frühdiagnostik reichen oftmals nicht zu einem hinreichend frühen Nachweis von Krebsneubildungen aus. Zwar lassen die computertomographischen Untersuchungen (CT) der Lunge den häufigsten Berufskrebs, nämlich das Lungenkarzinom, schon bei geringer Größe erkennen, gleichwohl handelt es sich beim CT um eine mit Belastungen verbundene Untersuchung, deren regelmäßiger Einsatz wohl bedacht sein muss. Welchen Stellenwert CT bei der Diagnostik des Mesothelioms haben kann, wird derzeit in einer Studie mit Unterstützung der gesetzlichen Unfallversicherung vom  IASA - Institut für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin am Universitätsklinikum Aachen untersucht.

Es besteht jedoch berechtigte Hoffnung, dass durch aktuelle Fortschritte in der biomedizinischen Forschung zukünftig neuartige Methoden für die Früherkennung zur Verfügung stehen werden. Hier bieten sich sog. molekulare Marker als eine Alternative und Ergänzung zu herkömmlichen Verfahren an. Bei den molekularen Markern handelt es sich um körpereigene Substanzen die vermehrt oder in veränderter Form von Tumoren produziert werden und dann z.B. in das Blut austreten. Sie können demnach aus Blutproben oder, je nach Ursprungsort des Tumors, aus Urin, Sputum u.a. Körperflüssigkeiten nicht-invasiv gewonnen und mit modernen molekularbiologischen Verfahren im Labor bestimmt werden. Somit würden Methoden zur Verfügung stehen, die mit einer für den Patienten möglichst geringen Belastung verbunden wären.

Bereits jetzt gibt es einige vielversprechende neue molekulare Marker, z. B. für Blasenkrebs und Mesotheliome. Diese müssen aber noch in größeren prospektiven, d.h. in die Zukunft gerichteten, Studien validiert werden. Damit soll sichergestellt werden, dass sie auch für den Einsatz unter Feldbedingungen geeignet und effektiv sind. Zurzeit laufen in Zusammenarbeit mit zahlreichen Kooperationspartnern im In- und Ausland unter Federführung des IPA - Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung - Institut der Ruhr-Universität Bochum zwei Studien, in denen mehrere Marker einzeln und in Kombination für die Früherkennung von Krebserkrankungen geprüft werden

Weitere Informationen:

MoMar: Molekulare Marker zur Krebsfrüherkennung

Molekulare Marker zur Krebsfrüherkennung - Zwischenstand der MoMar-Studie

Neues Proteinforschungzentrum entwickelt Biomarker zur Früherkennung von Erkrankungen, PD Dr. Volker Harth, Dr. Heiko Käfferlein, aus: IPA-Journal 01/2010, S. 20-21

Erweitertes Vorsorgeangebot für asbestverursachte Erkrankungen

Krebsprävention in PURE

Förderung Neubau Protein-Diagnostik (ProDi)

Projekt PURE-Lunge

Nachsorge von niedrig malignen Tumoren der Harnblase in der klinisch randomisieten UroFollow-Studie

IPA-Biobank: Softwaregestütztes Management von Biomaterialsammlungen am IPA

Ansprechpersonen

Dr. rer. nat. Georg Johnen
Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV -
Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Kompetenz-Zentrum "Molekulare Medizin"
Telefon: 0234 302-4509

 Prof. Dr. Thomas Behrens
Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV - 
Institut der Ruhr-Universität Bochum (IPA)
Telefon: 0234 302-4794