Hautgefährdung und Hautschutz - Präventionsstrategien

Bild: DGUV

Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und stellt mit ihrer Hornschicht eine Barriere gegen mechanische, physikalische und chemische Einwirkungen von außen dar. Durch Kontakt und Wechselwirkung der Haut mit Arbeitsstoffen droht das Risiko einer Überforderung der Barrierefunktion, die eine Erkrankung oder gar bleibende Schädigung der Haut zur Folge haben und auch allergischen Reaktionen Vorschub leisten kann.

Die Dokumentation der Berufskrankheiten in Deutschland zeigt, dass ein Viertel aller Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit und ein Drittel aller bestätigten Berufserkrankungen auf Hauterkrankungen bei den Beschäftigten entfallen. Dies bedeutet sehr oft gravierende persönliche, soziale und wirtschaftliche Folgen für Betroffene, Unternehmen und Unfallversicherungsträger.

Reinigungsmittel, Lösungsmittel, Zement, Metalle, Kühlschmierstoffe, Klebstoffe, Gummiinhaltsstoffe, Desinfektionsmittel, Tätigkeiten im feuchten Milieu und das Tragen von flüssigkeitsdichten Schutzhandschuhen über einen längeren Zeitraum (Okklusion) am Arbeitsplatz können häufige Auslöser berufsbedingter Hauterkrankungen sein. Hauterkrankungen sind präventiven Maßnahmen gut zugänglich. Konsequent angewendet, können sie die Gefahr ernsthafter oder chronischer Erkrankungen der Haut (z. B. Allergien, Abnutzungsekzemen) verringern oder ganz vermeiden.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gehören nach einer Gefährdungsbeurteilung die Reduzierung hautgefährdender Kontakte während der Tätigkeit am Arbeitsplatz, z.B. durch Veränderungen von Arbeitsabläufen, Stoffsubstitutionen, technische Lösungen und die konsequente Anwendung von adäquatem Hand- und Hautschutz. Von großer Bedeutung ist darüber hinaus die Aufklärung und Informationsvermittlung über eine mögliche Hautschädigung mit Anreizen zu Verhaltensänderungen der Beschäftigten im Umgang mit hautrelevanten Arbeitsstoffen.

Das neu gefasste Regelwerk TRGS 401 „Gefährdung durch Hautkontakt - Ermittlung, Beurteilung, Maßnahmen“ konkretisiert Anforderungen und Aussagen der Gefahrstoffverordnung zu hautbelastenden Tätigkeiten. Die TRGS gibt Hilfestellungen zur Informationsermittlung und Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz und unterstützt Unternehmer bei der Festlegung von Schutzmaßnahmen und der Veranlassung arbeitsmedizinischer Vorsorge bzw. Angebotsuntersuchungen. Im Anhang der TRGS 401 wird durch Internet- Links auf eine Reihe von Branchenhilfen der Unfallversicherungsträger und staatlicher Arbeitsschutzstellen verwiesen.

Auch die Exposition der Haut durch UV- Strahlung am Arbeitsplatz kann zu einem Erythem (Sonnenbrand), phototoxischen bzw. photoallergischen Reaktionen und chronischer Lichtschädigung bis hin zum Hautkrebs führen. Einer erhöhten Strahlungsexposition sind Beschäftigte beispielsweise an Außenarbeitsplätzen, an UV- Trocknungsanlagen von Lacken und Farben, bei der Verarbeitung von Reaktivklebern, beim Schweißen und Schneiden, bei der Entkeimung und der Visualisierung von Materialfehlern ausgesetzt. Zur Minimierung der Strahlungsbelastung sollte die Strahlung durch gekapselte Anlagen abgeschirmt werden. Als persönliche Schutzmaßnahmen für Haut und Augen eignen sich UV-undurchlässige Schutzbrillen, Kleidung und Sonnenschutzmittel. Die Beschäftigten sollen über die Gefährdung durch optische Strahlung informiert sowie in der Anwendung von Schutzmaßnahmen unterwiesen werden.

Ansprechpersonen

Dr. Peter Paszkiewicz
Institut für Arbeitsschutz der DGUV (IFA)
Zentralbereich Fachübergreifende Aufgaben
Telefon: 02241 231-2750

Prof. Dr. Manigé Fartasch
Institut für Prävention und Arbeitsmedizin der DGUV (IPA)
Kompetenz-Zentrum Medizin
Klinische und experimentelle Berufsdermatologie
Telefon: 0234 302-4545

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