Demografischer Wandel

zwei Tannenbäume

Bild: IAG

"Deutschland hat die älteste Bevölkerung in Europa", so konstatierte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BIB) in einer Pressemitteilung vom November 2013. Weltweit steht Deutschland laut Wirtschaftswoche auf Platz 3. Diese und ähnliche Meldungen sind für die Gesetzliche Unfallversicherung Anlass, sich Gedanken darüber zu machen, was diese Entwicklungen für die Arbeitswelt bedeuten. Der demografische Wandel wird sich in den nächsten Jahren zudem mit den Entwicklungen von Industrie 4.0 überlagern. Was bedeutet das für die Arbeitswelt? Welche Konsequenzen hat das für die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit?

In Deutschland ist schon länger zu spüren, dass der Anteil der Menschen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen können, geringer wird. Für Unternehmen wird es deshalb immer schwieriger, die offenen Stellen mit qualifizierten Fachkräften zu besetzen oder junge Auszubildende zu finden. Bereits heute müssen umfassend Maßnahmen ergriffen werden, um die Arbeits- und damit die Beschäftigungsfähigkeit der Menschen - jung und alt - langfristig zu erhalten, damit sie im Erwerbsprozess verbleiben können.

Was kann hier der Einzelne oder ein Betrieb tun und wie kann die Unfallversicherung unterstützen? Ziel der präventiven Arbeit ist es, mit geeigneten Maßnahmen möglichst lange die Arbeitsfähigkeit der Menschen zu erhalten. Hierbei kann das "Haus der Arbeitsfähigkeit" von Ilmarinen als Modell und Leitbild dienen, um sowohl dem Arbeitnehmer oder der Arbeitnehmerin, als auch den Unternehmen Wege für solche Maßnahmen aufzuzeigen. Gesundheit, Kompetenz, Wertschätzung und die Gestaltung der Arbeit machen die vier Stockwerke des Hauses aus und bilden in ihrem Miteinander die Grundlage für die Arbeitsfähigkeit jedes Einzelnen. In allen vier Stockwerken kann der einzelne Arbeitnehmende für den Erhalt seiner/ihrer Arbeitsfähigkeit aktiv werden. Der Betrieb wiederum muss für die Rahmenbedingungen sorgen, damit alle vier Stockwerke zur Arbeitsfähigkeit beitragen können.

Die Gesetzliche Unfallversicherung ist mit ihren Präventionsleistungen gut aufgestellt, um sowohl den einzelnen Arbeitnehmenden, als auch die Betriebe bei der Bewältigung der demografischen Entwicklung zu unterstützen. Die Informationsschrift "Die Mischung macht’s. Jung und Alt gemeinsam bei der Arbeit" greift die Themen der vier Stockwerke im Haus der Arbeitsfähigkeit auf und gibt Tipps für Kleinbetriebe in Wirtschaft, Verwaltung und Dienstleistung.

Im Bereich der Qualifizierung bietet das IAG neben zahlreichen Veranstaltungen zum Thema eine dreiteilige Seminarreihe zum Demografieberater an. Damit bauen Sie Ihre Beratung im Betrieb auf einer guten Grundlage auf.

Beschäftigungsfähigkeit geht über Arbeitsfähigkeit hinaus. Sie ist die Fähigkeit zur Partizipation am Arbeits- und Berufsleben und setzt Arbeitsfähigkeit somit voraus.

 

Weiterführende Informationen:

Die Arbeitswelt im demografischen Wandel

Die Arbeitswelt im Wandel

Rostocker Zentrum zur Erforschung des Demografischen Wandels